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26.02.2005

Er löst den Fall auf jeden Fall

Eschersheim. Gerade mal 15 Jahre alt war Andreas Franz, als er einen amerikanischen Soldaten mit Namen Mark kennen lernte.

Dass sich der junge Mann, der für Franz wie ein netter Onkel von nebenan war, später als Serienmörder entpuppen sollte, konnte er damals noch nicht ahnen. «Irgendwann kam die Polizei zu uns nach Hause, zeigte mir sein Bild, und ich erkannte meinen Freund Mark, der immer so hilfsbereit war», berichtete er rund 80 Zuhörern bei «Lesen – fürs Leben gern» in der Gemeindebücherei Eschersheim. Für Franz sollte dieser Moment zu einem Schlüsselerlebnis werden.

Zehn Kriminalromane hat er seitdem geschrieben, mit seiner engagierten Art, über Ereignisse mit wahrem Hintergrund zu schreiben, das Vertrauen zahlreicher Polizisten in und um Frankfurt gewonnen. Von ihnen bezieht er seine Stoffe über skandalträchtige Fälle, die nie an die Öffentlichkeit kamen, gewinnt Einblicke in Ekel erregende Bordelle und Sado-Maso-Studios. Doch er beschäftigt sich auch mit den psychischen Hintergründen seiner Täter: Und so stellte er sein Buch «Jung, blond, tot» über den Serienkiller Mark bezeichnenderweise mit einer Szene über einen kleinen Jungen vor, der seine Mutter als Prostituierte erlebt.

«Aus diesem kleinen Jungen, der sogar selbst anschaffen muss, wird später der Serienkiller», erläuterte Franz. Damit ging er vom Lesen zum Erzählen über, denn das entspreche mehr seiner Art. Und so berichtete er auch über Gewalt in seiner eigenen Familie, wie sie sein Vater seiner Mutter angetan habe. Erinnerungen, die er in seinem jüngst erschienenen Roman «Das Verlies» verarbeitet hat.

Erste Schreibversuche hat der heute 50-Jährige bereits seit 1986 unternommen. Mit seinem Roman über Mark, für den er neben seinen eigenen Jugenderinnerungen auch die Recherchen eines amerikanischen Journalisten verwendete, gelang ihm vor 14 Jahren endlich der Durchbruch. Die Geschichte ging ihm nicht nur wegen seinen Jugenderlebnissen nah. «Ich bin selbst Vater von zwei Töchtern, die damals im Jugendalter waren», erklärte Franz, der ursprünglich als Übersetzter, Schlagzeuger und Graphologe tätig war. Sein erster Roman habe dann so etwas wie eine Lawine losgetreten. «Kommissare riefen bei mir an, fragten mich, ob ich nicht vielleicht ein Kollege bin, der sich ein Synonym zugelegt hat.» Bald darauf traf man sich, und zwar nicht nur, um beim Kaffee aus dem Nähkästchen zu plaudern: «Polizisten zeigten mir ,Frankfurt intim’, nahmen mich zu den abwegigsten Orten mit.» Über Prostitution und Pornografie entdeckte Franz ein neues Betätigungsfeld: das organisierte Verbrechen, vor allem der globalisierte Kinder- und Drogenhandel.

Was er von Polizeibeamten zu diesem Thema der Kriminalität zu hören bekam, verarbeitete er in den Romanen «Das achte Opfer» und «Das Spinnennetz». Immer weiter führte er die Machtlosigkeit der Ermittlungsbehörden aus, nannte Spitzenpolitiker, die in unsaubere Machenschaften verwickelt seien, darunter auch Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Die Reaktionen lagen zwischen Erstaunen und Entsetzen, manchem gingen die Ausführungen aber auch etwas weit. Übrigens: Mark sitzt lebenslänglich in Illinois ein, hat dort in der Sozialarbeit «seinen Frieden gefunden.» (got)




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