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12.04.2005

Unfall löst Debatte um sichere U-Bahn aus

Renterin war an der Station Lindenbaum von Zug erfasst und getötet worden / "Leute gehen dauernd bei Rot"
Von Anne Lemhöfer
und Wolfgang Schubert

Der Tod einer 73-jährigen Rentnerin, die am Samstag an der Station Lindenbaum von einer U-Bahn erfasst worden war, hat eine erneute Diskussion um die Stadtverträglichkeit der U-Bahnstrecke ausgelöst.

"Der Idealfall wäre sicherlich die Verlegung der Gleise in einen Tunnel", sagte der Vorsteher des Ortsbeirats 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), Marcus Scholz, im Gespräch mit der FR. Angesichts der vor Jahren schon auf mindestens 250 Millionen Euro geschätzten Kosten sei eine solche Forderung "im Augenblick aber völlig unrealistisch". Scholz sprach von einem "sehr, sehr tragischen Fall". Allerdings werde man einen "solchen Unfall nicht verhindern können, wenn jemand bei Rot über die Ampel geht".

Nach Angaben des Leiters des 12. Polizeireviers, Manfred Ensinger, war die Frau laut Zeugenaussagen offenbar erst bei Rot über die Straëe gegangen und hatte anschließend ebenfalls bei Rot versucht, die Schienen zu überqueren. Dabei wurde sie von einer aus der Innenstadt kommenden und in die Station einfahrenden U-Bahn erfasst. Zuvor schon sei die Frau nach Zeugenangaben beinahe von einem Auto angefahren worden. Dies habe der U-Bahnfahrer offenbar beobachtet und mit einem Klingeln die Frau zu warnen versucht.




Nach Polizeiangaben ereigneten sich auf dem oberirdischen Streckenabschnitt zwischen Fritz-Tarnow-Straëe und Weißer Stein in den vergangenen fünf Jahren drei tödliche Unfälle und zahlreiche mit schwer verletzten Fußgängern und Passanten. Seit der Eröffnung der U-Bahn-Strecke 1968 wurden bei Verkehrsunfällen über 20 Menschen getötet.

Den Gleisen inmitten der vierspurigen "Eschersheimer" wurde immer wieder auch ein stadtteiltrennende Wirkung angelastet. Kritiker hatten zudem angemerkt, es gebe zu wenig Übergänge und die Ampelschaltungen seien nicht fußgängerfreundlich ausgelegt. Wer sich an die Verkehrsregeln halte, benötige bis zu drei Minuten von einer Straßenseite auf die andere.

Deshalb wurden beim Umbau der fünf oberirdischen U-Bahn-Haltestellen in den Jahren 2002 und 2003 zusätzliche Passagen geschaffen. "Wir haben heute 15 Übergänge über die komplette Straße, früher waren es nur sieben", betonte Thomas Reinecker vom Ordnungsamt. Zudem seien die Ampelschaltungen so geändert worden, dass Fußgänger nur noch die Hälfte der Zeit benötigen. "Wir haben schon einiges getan", sagte Reinecker. Wenn aber Jugendliche "über den Zaun springen, um die U-Bahn noch zu erreichen oder Fußgänger trotz Rot gehen", sei auch das Ordnungsamt überfordert.

Rainer Menze aus Eschersheim kennt das Problem. Er wohnt nahe der Station Lindenbaum und arbeitet in der Innenstadt. "Wenn ich es morgens eilig habe und sehe die Bahn, spare ich mir die 50 Meter zum Aufgang, sprinte über die Straëe und klettere über den Zaun. Das tun viele." Holger Trautmann arbeitet im Laden "Sport Deubel" vis à vis der Station und beobachtet dasselbe tagtäglich von der Verkaufstheke durch die Schaufensterscheibe. "Leute jeden Alters, nicht nur Jugendliche, klettern über den oder krabbeln unter dem Zaun durch und sparen sich den Weg zu einem der zwei Aufgänge, wenn sie es eilig haben."

Oft zeigten die Ampeln an den Gleisen Rot, wenn die an der Straße Grün seien. "Da gucken manche nicht so genau hin und sehen nur die Bahn aus ihrer Richtung", mutmaßt ein Passant aus Heddernheim am Gleis stadtauswärts. Ähnliches sieht auch ein junger Angestellter der nahen Aral-Tankstelle jeden Tag. "Die Leute gehen dauernd über Rot."

"Mein Enkel ist zehn und der schleppt sein Rad über die Gleise - da wird mir jedes Mal ganz anders, wenn ich das höre", berichtet eine Rentnerin aus dem Marbachweg, die an der Fritz-Tarnow-Straße auf den Zug wartet. Für den U-Bahn-Fahrer ist ein tödlicher Unfall wie der am Samstag ein traumatisches Erlebnis. "Die Fahrer werden noch am Unfallort betreut", sagt VGF-Sprecher Peter Ruhr. Auch in der Verdi-Betriebsratsgruppe der VGF gebe es Ansprechpartner, sagt Frank Haindl, im Verdi-Landesbezirk Hessen für den Bereich Straßenpersonenverkehr zuständig.

"Helfen können darüber hinaus die Vertrauensleute der Gewerkschaft."

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