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18.10.2005

Er schreibt die Jugendamts-Chronik

Eschersheim. Wenn im Herbst die Blätter fallen, hat Diplom-Pädagoge Harry Hubert freien Blick auf den Eschersheimer Wasserturm.

An der Verwaltungsfachhochschule bildete Harry Hubert zehn Jahre lang Kriminal- und Polizeikommissare aus. Seit 1979 ist der gebürtige Wetzlarer im Jugendamt Frankfurt beschäftigt. Er wirkte in den Abteilungen Jugendpflege, Heimerziehung und Jugendgerichtshilfe. Vor zehn Jahren begann der Ex-Jugendschöffe seine Arbeit in der Grundsatzabteilung des Jugendamtes – im Spannungsfeld zwischen Familienrecht und Ausländergesetz. Er kümmert sich um die Jugendhilfe für Migrantenkinder und um die Jugendstrafrechtspflege.

Die Idee, eine Chronik über das Jugendamt zu erstellen, ereilte ihn als dienstlicher Auftrag. Seine Arbeit reifte zur Doktorarbeit heran, und nach bereits veröffentlichten Büchern wie «Jugendrecht im Nationalsozialismus» (2001) folgen jetzt zwei Ausarbeitungen über das Frankfurter Jugendamt.

Im vorliegenden Band wird auch auf ein Kapitel Eschersheimer Geschichte verwiesen. Im Jahr 1912 existierte in der Kurhessenstraße 26 das Kinderheim Heimstatt. Diese Frankfurter «Bewahrungsanstalt» war vom Verein Kinderschutz den ärmsten Kindern gewidmet. Ein Haus-Elternpaar kümmerte sich in der Villa, die heute noch steht, um Waisen und Verstoßene.

«Die Jugend- und Sozialpolitik war in Frankfurt im Vergleich zum übrigen Deutschland immer einen Schritt voraus», sagt Harry Hubert. Schon 15 Jahre vor in Kraft treten des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes hatte die Stadt ein Jugendgericht – das erste in ganz Deutschland. Fünf Jahre später bereits wurde ein städtisches Jugendamt gegründet. Die 20er Jahre waren gekennzeichnet durch eine Reformpädagogik für die «missratene Jugend». Bei seiner vierjährigen Recherche im Stadtarchiv stieß Hubert beim Wälzen von alten Amtsakten immer wieder auf die Namen von vier Männern, die in der NS-Zeit verantwortlich zeichneten: Fischer-Defois, Walter, Baldes und Prestel. Diese «Quadriga der Macht» im Jugendamt war laut Hubert unter anderem mitverantwortlich für das «Verbringen von Heranwachsenden ins Jugendschutzlager Moringen und Uckermark».

Rudolf Prestel war also kein unbeschriebenes Blatt. Von 1946 bis 1966 diente er als Sozialdezernent in Frankfurt. «Eine schillernde Figur», wie Harry Hubert befindet. «Die verstaubte Politik rief die 68er-Bewegung auf den Plan.» Die freie Pädagogik der Hippie-Generation sei allerdings auch gescheitert. «Eschersheim war immer sowohl in die Frankfurter Jugendgerichtsgeschichte als auch in die Jugendwohlfahrtsbewegung eingebunden.» Und das nicht nur durch die Heimstatt. Auch die Herberge und Begegnungsstätte «Haus der Jugend» in der Hansaallee wurde 1933 von der Hitlerjugend Den genoss der 55-Jährige stets von seinem Balkon aus, als er seine Doktorarbeit über die Geschichte des Frankfurter Jugendamtes schrieb. Diese legte er an der Marburger Universität ab und bestand mit der Note «sehr gut». Die ausführliche, sozial-historische Arbeit ist für jedermann nachzulesen.

Im Fachhochschulverlag ist sein Band 1 «Zur Geschichte des Jugendamtes der Stadt Frankfurt am Main, von den Anfängen bis 1945» bereits erschienen. Band 2 soll Ende nächsten Jahres herauskommen.

annektiert und diente nach dem Krieg den amerikanischen Besatzungstruppen als Verwaltungsgebäude. Heute ist das Haus der Jugend wieder ein Treffpunkt für Jung und Alt. Die Anne-Frank-Begegnungsstätte ist hier mit anderen sozialen Einrichtungen untergebracht.

Vergangenheitsbewältigung sei auch im Amt noch nicht hinreichend betrieben worden, urteilt Hubert. So müsse die Rolle des Jugendamtes in der Zeit des Nationalsozialismus weiter erforscht werden. «Das soll auch dazu beitragen, dass sich solche Zeiten nicht wiederholen», hofft der frisch gebackene Doktor. (glo)




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