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03.03.2006

Der Mediator: Er bringt Streithähne an einen Tisch

Von Beate Lambrich

Es kann ein schwelender Streit unter den Kollegen im Büro sein oder eine Mutter, die denkt, dass ihre Tochter von der Klassenlehrerin in der Schule benachteiligt wird. Ein Ausweg aus dem vergifteten Klima kann ein Berater von außen sein. Dieser so genannte Mediator tritt als neutraler Vermittler auf. «Er fungiert als Übersetzer, der die Argumente der Streitparteien verständlich macht», erläutert Hansjörg Hennemann (47). Der studierte Volkswirt hat sich vor rund einem Jahr als Mediator selbstständig gemacht. Ziel jeder Mediation ist die «Win-Win-Situation», das heißt, hier gehen alle als Gewinner raus.

Eine erfolgreiche Mediation bei Trennungs- oder Scheidungskonflikten, bei Vermögens- oder Erbschaftsstreitigkeiten, bei Interessengegensätzen am Arbeitsplatz, bei Mieter-Vermieter-Auseinandersetzungen, bei Nachbarschaftskonflikten oder bei Querelen in der Schule kann den Kontrahenten oft den meist bürokratischen, langwierigen und teuren Gang vors Gericht ersparen. «Oder den Gang zum Anwalt, denn da können sich die Fronten ungewollt noch mehr verhärten», meint Hennemann.

Vermitteln statt streiten – wie so ein Leitsatz helfen kann, hat Hennemann selbst erfahren. Bei seiner Scheidung war ein Mediator hilfreich. Als er in der Schule seiner Kinder miterlebte, wie sich die Kontrahenten immer mehr zerstritten, ein herbeigerufener Mediator aber erfolgreich vermitteln konnte, da war für ihn endgültig klar: «Das möchte ich auch machen.» Der Redakteur bei einem Wirtschaftsinformationsdienst sattelte nach 13 Jahren um, ließ sich zum Mediator ausbilden, absolvierte anschließend ein Seminar beim Kompass-Zentrum für Existenzgründungen.

Eine Mediation dauert erfahrungsgemäß drei bis fünf Sitzungen, zu jeweils eineinhalb bis zwei Stunden im Abstand von ein bis zwei Wochen. «Meist kann in drei bis fünf Sitzungen schon eine konkrete Konfliktlösung erreicht werden.» Außerdem würden Wege aufgezeigt, wie zukünftig Interessensgegensätzen «konstruktiv begegnet» werden könnte. Mediatoren sollten nicht bewerten, meint Hennemann. «Wir betreiben keine Ursachenforschung, wollen zum Beispiel nicht herausfinden, warum eine Ehe gescheitert ist. Wir sind schließlich keine Therapeuten oder Eheberater. Und wir suchen keinen Schuldigen.»

In der ersten Sitzung geht es um die Auftragsklärung: Ist Mediation für das Anliegen der Parteien überhaupt der geeignete Weg? Sind die Parteien schon hoffnungslos verfeindet oder bringen sie Bereitschaft zur Veränderung mit? Bei einem zweiten Treffen werden die zu verhandelnden Themen gesammelt und in eine Reihenfolge gebracht. In der dritten Phase lässt sich der Mediator erklären, worin der Konflikt besteht: «Ein Mediator fragt nach und klärt, er entscheidet und bewertet nicht.»

In der vierten Phase bringen die Medianten oder Klienten ihre Wünsche, Interessen und Bedürfnisse zum Ausdruck. Um den Streit später auf einer konstruktiven Ebene zu lösen, dürfen an dieser Stelle aufgestaute Emotionen gezeigt werden: «Die Gewitterwolken verziehen sich, aber vorher darf es donnern und blitzen, dabei löst sich vieles.» Dies sei die entscheidende Stelle bei einer Mediation: «Die guten Gründe für das blöde Verhalten des anderen wahrzunehmen – ohne sie gutzuheißen.» Das wiederum schafft die Basis, um auf konstruktive Weise Lösungen zu entwickeln, in denen sich die Interessen beider Seiten wiederfinden.

Bei der fünften Phase geht es darum, Lösungsvorschläge zu sammeln, um schließlich zu einer Meditationsvereinbarung zu kommen, die auf Wunsch niedergeschrieben wird. «Man sollte sich die Vertretung seiner Interessen nicht von Dritten abnehmen lassen. Die besten Spezialisten für die inhaltliche Lösung der Konflikte sind die Betroffenen selbst.» Die sechste Phase sieht das Schnüren eines Lösungspakets vor. Die siebte Phase ist dann die Mediationsvereinbarung.

Er sei nicht dafür da, so Hennemann, die Probleme der Kontrahenten zu lösen. «Ich helfe, dass sie selbst ihre Probleme lösen.» Eine Beruhigung des Konflikts stelle sich meist schon innerhalb der ersten Sitzungen ein. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt.




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