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25.11.2006

Wo Mädchen seit 15 Jahren eine Zuflucht finden

Kindesmisshandlung und unterlassene Fürsorgepflicht sind in den vergangenen Jahren zu einem der Top-Nachrichtenthemen geworden.

Diesen Kindern fehlt es an Kleidung, Heften, Schultaschen oder Nahrung – aber am meisten an der Fürsorge ihrer Eltern. Für erschreckend viele Frankfurter Jugendliche ist das Alltag. Ein Alltag, aus dem es mit Hilfe der Eschersheimer Mädchenzuflucht einen Ausweg geben kann. Die Hilfsorganisation gibt es bereits seit 15 Jahren – ein Anlass für Vorstand und Mitarbeiterinnen mit einer Feier für die Unterstützung von Stadt und Sponsoren zu danken und über ihre bisherige Arbeitsgeschichte zu resümieren.

Die Mädchenzuflucht gehört zum Verein feministische Mädchenarbeit (Fem) und soll jungen Menschen ein neues Leben und neue Perspektiven ermöglichen. Aus der Dachgemeinschaft Fem, die 2006 20-jähriges Bestehen feiert, wurde mit den Ideen von Gründungsmitglied Christa Seidl und ihren Weggefährtinnen das Projekt Mädchenzuflucht. Aus dem Projekt der frühen 90er Jahre wurde binnen kurzer Zeit eine feste Institution in Frankfurt: „Heute kommen durchschnittlich 80 Mädchen im Jahr in die Zuflucht“, berichtet Astrid Butz. Sie ist eine von acht Mitarbeiterinnen der Einrichtung und seit der ersten Stunde mit dabei. „Zu uns kommen Mädchen, die Gewalt erfahren haben“, sagt die Pädagogin. Doch Gewalt kann vieler Art sein: Psychische, wenn Eltern sich nicht um die Kinder kümmern, sie beschimpfen oder ignorieren. Körperliche, wenn es kein richtiges Essen gibt oder die Mädchen geschlagen werden. Und sexuelle Gewalt.

Oft kommen die Mädchen mit Störungen verschiedenster Arten zu den Betreuerinnen: Selbstverletzung und Essstörungen sind nur einige Ausprägungen. „Deswegen versuchen wir in der Zuflucht eine schöne, gemütliche und heimische Atmosphäre zu schaffen“, erklärt Frau Butz. Aber auch der normale Alltag mit Schule, Hausarbeiten und gemeinschaftlichem Kochen müsse für ein gutes und „normales“ Klima sorgen. In einem gemeinsamen Haus werden von den Pädagoginnen immer neun Mädchen gleichzeitig betreut. Jede von ihnen teilt sich mit einer anderen das Zimmer. Sie können sich dort austauschen und ihre Erfahrungen teilen oder einfach nur erst einmal Abstand gewinnen. Finanziert wird die Zuflucht vom Jugendamt.

In dieser Zeit werden auch die Maßnahmen eingeleitet, damit die Mädchen mit ihrem Leben weiter machen können. Für rund 45 Prozent heißt das: Nach Gesprächen mit Jugendamt, Beratern und Eltern wieder zurück in ihre Familien zu gehen. Das ist aber nicht immer möglich – etwa 35 Prozent machen alleine weiter und kommen in betreute Wohngemeinschaften.

Pädagogin Julia Radwer nennt dies, „den Mädchen zeigen, dass die Welt auch funktioniert“. Denn oft seien Mädchen noch nicht einmal in der Lage darüber nachzudenken, dass sie das Leben und die Probleme auch allein bewältigen können. Das Wichtigste für die junge Betreuerin ist es, den Heranwachsenden diese Selbständigkeit beizubringen. Diese Idee steckt auch hinter dem ganzheitlichen Konzept von Mädchenzuflucht, Mädchentreff und Beratungsstelle, die alle zusammen unter dem Dach von Fem versammelt sind.

„Im Mädchentreff geht es mehr um den Spaß“, sagen die Pädagoginnen. Es sei einer der wenigen Orte in Frankfurt für Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren. Astrid Butz: „Oft haben Mädchen an der Grenze der Pubertät keine Freizeitmöglichkeiten.“ Für den Hort sind sie zu alt und den Jugendtreff zu jung. Deswegen engagiert sich Fem für sie. Diese Betreuungslücke soll kleiner werden. Astrid Butz ist zuversichtlich: „Wir haben mit dem Rückblick gesehen, welche Erfolge wir erzielt haben. Das macht uns Mut für die Zukunft.“ (mer)




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