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03.02.2007

Post zieht am Dornbusch aus

Damit stehen schon vier Geschäfte und das Restaurant in der Ladenzeile leer.
Von Kathrin Jansen

Sie wirkt ein wenig trostlos, die Ladenzeile im Haus Dornbusch. Seit Monaten stehen dort zwei Läden leer, und auch im Restaurant im ersten Stock speisen schon lange keine Gäste mehr. Übrig geblieben ist lediglich eine alte Speisekarte im Schaukasten. Das Mobiliar in der kleinen Bar, die zu dem Mexikaner im ersten Stock gehörte, ist längst ausgeräumt. Seitdem zeichnet die drei unvermieteten Objekte nur eines aus: Es rührt sich nichts. Und schon in Kürze könnte dies auch auf ein weiteres Ladenlokal in dem Komplex zutreffen. Denn auch die Post will ihre Zweigstelle an der Eschersheimer Landstraße schließen.



„Wir werden diese Filiale in eine Postagentur umwandeln“, bestätigt Thomas Kutsch, Pressesprecher bei der Post AG in Frankfurt, auf Anfrage der FNP. Das Unternehmen befinde sich derzeit in aussichtsreichen Gesprächen mit einem möglichen Betreiber. „Wo sich die neue Agentur befinden wird, wer sie eröffnet und wann das sein wird, kann ich jetzt aber noch nicht sagen.“ Er verspricht aber, dass sich die Kunden auf eine lückenlose Versorgung verlassen können. „Wenn die Filiale im Haus Dornbusch schließt, wird die Agentur schon am nächsten Tag ihre Arbeit aufnehmen.“ Die Post bemühe sich, einen für die Kunden am Dornbusch gut erreichbaren Standort zu wählen. „Für die Agenturen arbeiten wir, wie aus anderen Fällen bekannt ist, immer mit Einzelhändlern vor Ort zusammen.“

Ein schwacher Trost für die Anwohner des Hauses Dornbusch, das, als es anstelle des alten Bürgerhauses errichtet wurde, als lebendiger Stadtteil-Mittelpunkt angepriesen wurde. Doch der Ort, wo sich alles erledigen lässt, ist die Ladenzeile längst nicht mehr. Geht jetzt noch die Post, bleiben nur der Bäcker, eine Drogerie und der Gemüseladen übrig – und warten auf neue Nachbarn. Dabei hatte die Immobilienfirma PropertyOne, die vom Eigentümer mit der Vermietung des Komplexes betraut ist, noch im vergangenen Oktober verlauten lassen: Der Leerstand ist nur vorübergehend. Von zahlreichen Interessenten und sogar einem neuen Pächter für die Gastronomie war damals die Rede. Details wollte Makler Phillip Duddenhöfer jedoch schon zu diesem Zeitpunkt nicht verraten. Geschehen ist, trotz der Versprechungen, in den vergangenen Monaten nichts.

Inzwischen ist PropertyOne nicht einmal mehr bereit, Auskunft über die Situation im Haus Dornbusch zu geben. „Es handelt sich hierbei um firmeninterne Daten, die wir nicht herausgeben“, lässt Frau Küster von PropertyOne wissen. Warum dies in ihrem Unternehmen vier Monate zuvor noch anders gehandhabt wurde, mochte sie nicht erklären.

Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) verfolgt die Entwicklung am Dornbusch mit Besorgnis. Erst sei der Schuhladen umgezogen, dann habe die Qualität des Restaurants unter den wechselnden Betreibern gelitten und schließlich die Schließung. „Wenn sich am Dornbusch nicht bald etwas ändert, sehe ich schwarz für diesen Stadtteil-Mittelpunkt.“ Er glaubt, dass die Vermarktung der leer stehenden Flächen in erster Linie am Preis scheitert. „Ich weiß von ehemaligen Mietern, dass der Mietzins unverhältnismäßig hoch ist.“ Zudem sei das Haus falsch konzipiert. Die Ladenlokale glichen schmalen Schläuchen. Es fehle an Lagerräumen. „An dieser Stelle ist ein komplett neues Gesamtkonzept nötig“, meint der CDU-Politiker.

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