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26.07.2007

Bäckerei kämpft um ihre Existenz

Gähnende Leere herrscht in der kleinen Bäckerei „Hessenthaler“ in Alt-Eschersheim 82.
Von Yvonne Pioch

Seitdem die angrenzende Bonameser Straße wegen Bauarbeiten in eine Richtung gesperrt ist, verirrt sich immer weniger Kundschaft in den Laden von Hildegard Hessenthaler. „Ich habe bereits einen Umsatzrückgang von 70 Prozent“, klagt die Eschersheimerin. „Und langsam weiß ich nicht, wie ich meine Kosten noch tragen soll.“

Die Bäckerei hat es besonders schwer erwischt in diesem Sommer. Denn schon die vergangenen sieben Wochen war die Straße wegen Kanalarbeiten nur einspurig geöffnet. Schon in dieser Zeit habe die Inhaberin hohe Umsatzeinbußen im Vergleich zu den Vormonaten hinnehmen müssen. Für die lange Bauphase habe sie zudem kein Verständnis. „Anwohner haben uns erzählt, dass sie nur selten tatsächlich Bauarbeiter dort gesehen hätten.“ Nun kommt es noch härter: Seit Anfang der Woche ist die Durchgangsstraße nach Bonames für weitere vier Wochen voll gesperrt. Und das alles, weil die Stadt Straße und Fußwege von Grund auf erneuert und die Leitungen neu verlegt werden.

Wer von Eschersheim kommend die Bäckerei besuchen möchte, muss nun zur Weiterfahrt die große Umleitung über Lachweg, Berkersheimer Weg und Homburger Landstraße fahren, rund vier Kilometer. „Da überlegt man sich, ob man wirklich seine frischen Brötchen haben möchte“, hat Hildegard Hessenthaler Verständnis für ihre Kunden. Vom Durchgangsverkehr hat sie in dieser Zeit ohnehin nichts, der kommt nicht mehr an ihrem kleinen Laden vorbei. Von Montag bis Mittwoch hat die Bäckerin keine 100 Euro eingenommen. „Sonst habe ich da das drei- bis vierfache in der Kasse.“ Die laufenden Kosten für Steuer, Krankenkasse, Lohn oder Mainova könnten daraus nicht beglichen werden.

Dabei gäbe es nach Meinung von Hildegard Hessenthaler und anderer Anwohner eine einfache Alternative: die Einbahnstraße „Im Uhrig“, eine Parallelstraße der Bonameser Straße, für die nächsten vier Wochen in beide Richtungen zu öffnen. „Das haben jetzt drei Leute unabhängig voneinander vorgeschlagen“, sagt sie.

Doch die Straßenverkehrsbehörde will von dieser Lösung nichts wissen. „Die Straße ist zu schmal. Außerdem ist im Uhrig ein Kindergarten“, sagt der stellvertretende Leiter Gert Stahnke. Auch eine Schule ist dort ansässig, dort ist aber während der Sommerferien kein Betrieb. In früheren Zeiten hatte das niemanden gestört, denn da war die kleine Straße noch in beiden Richtungen zu befahren. Stahnke befürchtet aber auch, dass dann der gesamte Durchgangsverkehr dort langgeführt wird. Das würden die Anwohner nicht akzeptieren, ist die Straßenverkehrsbehörde sicher. Hildegard Hessenthaler sieht durch die langwierigen Bauarbeiten die Existenz der Bäckerei bedroht, die seit 130 Jahren in Familienbesitz ist und die ihr Mann in fünfter Generation bis zu seinem Tod leitete. „Ich kann schon nachts nicht mehr schlafen“, sagt sie und hofft auf eine Entschädigung. Mit der ist aber nicht zu rechnen. „Die Einwohner müssen Baumaßnahmen der Stadt akzeptieren, da gibt es keine Ausnahmen“, sagt Gabriele Dehmer, Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung. „Wir haben die Arbeiten schon extra in die Ferienzeit gelegt. Irgendwann muss die Stadt auch mal ihre öffentlichen Flächen sanieren können.“

Da wäre für die Hessenthalers wohl das Beste gewesen, den Laden über die Ferienzeit komplett zu schließen und in den Urlaub zu fahren. Doch da kann Hildegard Hessenthaler nur mit dem Kopf schütteln. „Wir können uns schon jahrelang keinen Urlaub mehr leisten.“ So bleibt nur zu hoffen, dass der eine oder andere Eschersheimer in den kommenden Tagen und Wochen doch den Weg nach Alt-Eschersheim 82 findet. Denn zu Fuß ist die Bäckerei nach wie vor aus allen Richtungen zu erreichen.




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