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14.05.2008

Hier geht bald keine Post mehr ab

Sporthaus Deubel lehnt neue Vertragsbedingungen ab und kündigt.

Wer in Eschersheim ein Päckchen wegschicken möchte, muss sich ab September wieder neu orientieren, denn zum 31. August wird die Postagentur im „Sport & Freizeit Deubel“ in der Eschersheimer Landstraße 470 - 474 geschlossen. Holger Trautmann, der Leiter des Sporthauses, ist nicht einverstanden mit den neuen Bedingungen der Post AG. Das Unternehmen hatte dem Einzelhändler einen neuen Vertrag zukommen lassen. Für Trautmann bedeutet dies, dass er am Ende des Monats weniger an der Agentur verdient. Die Pressestelle des Unternehmens begründet ihr Vorgehen damit, die Verträge auf einen modernen Stand bringen zu wollen.

Mit der Änderungskündigung sind für Holger Trautmann Umsatzeinbußen die Konsequenz: „Wir würden am Ende des Monats etwa 40 Prozent weniger verdienen“, erklärt der Einzelhändler. Das lohne sich aber für ihn nicht, da er, um guten Service in der Postagentur bieten zu können, zusätzliches Personal im Laden brauche. „Das kostet Geld und ist ein organisatorischer Aufwand, den wir uns durch den neuen Vertrag nicht mehr leisten können.“

Eigentlich würde der Leiter des Sporthauses das Zusatzgeschäft gerne weiterführen, da ihm selbst die Postarbeit Spaß gemacht habe, sagt Trautmann. Zudem sei der neue Standort nach der Schließung der alten Poststelle am Weißen Stein gut angenommen worden. Obwohl sich die Bürger und der Ortsbeirat 9 (Ginnheim, Eschersheim, Dornbusch) zunächst gegen eine Postagentur gewehrt hatten. „Nach anfänglichen Problemen und einer Einarbeitungszeit wurde jedoch die neue Postservicestelle im Sporthaus Deubel akzeptiert“, erklärt die SPD-Fraktion in einem Antrag an den Magistrat für die nächste Sitzung des Ortsbeirats morgen ab 19.30 Uhr in der Wöhlerschule in der Mierendorffstraße 6 im Dornbusch. Die neuen Vertragsbedingungen würden den Lohn für die Kleinbetriebe drücken, erklärt Antragsteller Herbert Weber (SPD). Zu diesem Thema müsse der Magistrat Stellung beziehen. Die Fraktion würde sich die Aufrechterhaltung des Postdienstes im Sporthaus Deubel wünschen.

„Diese Änderung ist aber kein Einzelfall“, betont Alexander Böhm, Pressesprecher der Post AG. Es seien die neuen Vertragsbedingungen des Unternehmens, die alle Postagenturen in der Region akzeptieren müssten. Einige alte Servicestellen hätten noch andere Konditionen, doch diese würden nach und nach durch die neuen ersetzt. Dieser neue Vertrag bedeute jedoch nicht, dass die Servicestellen weniger verdienen würden. „Der fixe Betrag, den die Agentur am Monatsende bekommt, ist geringer“, erläutert Böhm. Dafür könnten die Inhaber aber durch eine variable Umsatzbeteiligung jeweils mehr verdienen. Das heißt, wenn mehr Pakete in einer Agentur aufgegeben würden, verdiene diese auch mehr.

Letztlich müssten die Menschen in Eschersheim zum 1. September eine Anlaufstelle haben, um ihre Päckchen und Briefe aufgeben zu können. Dafür will die Post AG sorgen: „Ich bin aller bester Hoffnung, dass wir einen nahtlosen Übergang hinkriegen werden“, sagt der Pressesprecher. Schließlich habe die Partnersuche noch einige Monate Zeit. (mer)




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