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15.06.2008

FDP plant weiter am Tunnel

Die Eschersheimer Landstraße „oben ohne“, also mit einer U-Bahn unter der Erde, sei mit moderner Technik zu realisieren und mit privater Hilfe sehr wohl finanzierbar. Davon ist die FDP in Eschersheim nach ihrem Bürgerabend noch überzeugter als ohnehin schon. Doch in der Stadt steht sie damit allein da.

Doch die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn plant einen erneuten Vorstoß, um das Thema im Römer weiter im Gespräch zu halten. „Die Kriterien, nach denen der erwartete Nutzen durch den Tunnel zu gering für bundesweite Fördermittel ist, wurden nach Einheitsstandards ohne jede Rücksicht auf die tatsächlichen Verhältnisse ermittelt“, kritisierte sie. Diese Standards gehörten auf den Prüfstand.

Trotz Fußballs waren mehr als 50 Frankfurter zum „Liberalen Forum“ gekommen – für die FDP Beweis genug, dass die Mehrheit des Stadtteils für eine Untertunnelung eintritt. Nur ein Zuhörer brachte kritische Einwendungen und stellte die überschaubare Bauzeit und die deutlich reduzierte Unfallgefahr in Frage. Für den Ingenieur und Geologen Hubert Quick, der auch an der Planung für das Bahnhofsprojekt Frankfurt 21 mitwirkte, besteht jedoch kein Zweifel: Der rund 3,3 Kilometer lange U-Bahn-Tunnel könne in Bergbauweise nach dem System eines Bohrers mit maschinellem Vortrieb verwirklicht werden. „Das ist in eineinhalb bis zwei Jahren machbar und bedeutet mit zusätzlichen Radwegen und einem begrünten Mittelstreifen einen Zugewinn für Eschersheim.“ Dabei seien Kosten von 70 Millionen Euro pro Quadratkilometer Tunnel anzunehmen. Klaus Funk von der Bürgerinitiative „Eschersheim oben ohne“ erläuterte, der Tunnel müsse auf Höhe der Maybachbrücke ans Tageslicht kommen, um den Platz am Weißen Stein nicht zu zerstören.

Der Vorsitzende der Hessischen Förderbank, Rudolf Kriszeleit, skizzierte, wie das Projekt auch ohne Fördermittel durch den Bund von der Stadt in privater Partnerschaft finanziert werden könne. „Dazu müsste man zehn Millionen Euro pro Jahr im Haushalt aufbringen. Das ist bei einer Laufzeit von 25 Jahren durchaus zu schultern.“ Die FDP will, dass die Stadt diese Leistung bringt und verspricht, weiter dafür zu kämpfen: „Wir werden weiter daran arbeiten“, sagte Anette Rinn.(got)




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