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12.11.2010

Aussehen wie Johnny Depp in «Fluch der Karibik»

Die Kostüm-Ausleihe liegt im ersten Obergeschoss eines ehemaligen Autohauses. An den Wänden kleben Theaterplakate, überall stehen Kisten mit Kleiderbügeln, dazwischen hängt ein großer goldumrandeter Spiegel. Gerhard Jansen leitet die 1913 gegründete Theaterschneiderei in Frankfurt-Eschersheim in dritter Generation. Den Hauptumsatz, rund 90 Prozent, erzielen die Jansens mit der Kostüm-Vermietung. Wie hoch der Umsatz ist, sagen sie aber nicht.

Neben privaten Kostümfreunden gehören Schauspieler von Laien-, Tourneetheatern und Fernsehsendern zu den Kunden. Dabei haben die Jansens immer wieder prominenten Besuch. Der US-amerikanische Schauspielstar Dennis Hopper (1936-2010) probierte in den 90er Jahren Kostüme in dem mehrstöckigen Haus an. «Es hat mich erstaunt, dass ein so großer Name so menschlich war», erinnert sich Gerhard Jansen. Auch die Schauspieler Hannelore Elsner und Ralf Bauer oder Sänger Thomas Anders von Modern-Talking waren bereits in dem Frankfurter Familienbetrieb zur Anprobe. «Wenn ich früher aus der Schule nach Hause kam, standen da auch schon mal Herr Kulenkampff oder Herr Heesters bei uns am Tresen», erzählt Jansen. Quizmaster Hans-Joachim Kulenkampff (Kuli) starb vor zwölf Jahren, der Schauspieler und Sänger Johannes (Jopi) Heesters feiert bald seinen 107. Geburtstag.

Auf fast 100 000 Kostüme schätzt Jansens Frau Lydia den nach Epochen und Farben geordneten Bestand. Bügelfaltenhose, Jackett und Wams gehören ebenso dazu wie ausgefallene Flamenco- und Marketender- Kleider, Königsmäntel und Mönchskutten. Besonders beliebt sind seit vielen Jahren die Rokoko-Kleider. Das liege an Vampir- und Piratenfilmen wie dem «Fluch der Karibik», sagt Lydia Jansen.

Hüte, Rüschen und Gürtel werden in unzähligen Kartons aufbewahrt. «Graue Wallenstein-Hüte», «Panama- und Freizeithüte aus Stroh» sowie «große Glockenrüschen» ­ Lydia Jansen weiß genau, wohin sie greifen muss, um die gewünschten Accessoires zu finden. Für ein olivgrünes Kleid mit Goldknöpfen und -borte, das gut in einen Robin-Hood-Film passen würde, findet die 61-Jährige aus dem Effeff den richtigen Gürtel. Rüstungen und Schilde gehören genauso zum Bestand wie Diademe und Kronen, Beile und Schwerter. Auch Tierkostüme verleihen die Jansens - die von Hasen und Affen zum Beispiel.

In der Werkstatt nähen und bügeln fünf Mitarbeiterinnen. Früher hatte der Betrieb 15 Angestellte. Doch die Wirtschaftskrise hat auch vor dem Kostümverleih nicht Halt gemacht. «Den Theatern wurden die Subventionen gekürzt. Und auch der Privatkunde dreht jeden Euro um», sagt Gerhard Jansen. Immerhin kostet die Ausleihe eines einfachen Matrosenkostüms 60 Euro. Eine komplette Ritterrüstung oder ein aufwendiges Rokoko-Kleid steht mit 250 Euro auf der Rechnung, Endreinigung inklusive. Drei bis vier Tage dürfen die Kunden die Kleider behalten.

Manchmal gebe es kuriose Anfragen wie kürzlich die eines Kunden, der wie Kaiserin Sisi aussehen wollte. «Aber auch für ihn haben wir etwas Passendes gefunden», sagt Lydia Jansen. Mehr noch aber wundert sie sich immer wieder über die mangelnde Vorstellungskraft vieler Kunden. «Die wenigsten wissen, wie die Menschen in den einzelnen Epochen tatsächlich ausgesehen haben.» Oft genug seien selbst Stylistinnen ratlos.

Häufig wissen die Jansens nicht, in welchen Produktionen ihre Kostüme zu sehen sein werden. Denn zunächst steht immer nur ein Arbeitstitel fest. Vor kurzem habe er in einer Sendung überraschend Kleider aus seinem Fundus entdeckt, erzählt Gerhard Jansen. Ganz genau weiß der Geschäftsführer allerdings, dass in einem Werbespot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2008 Kostüme aus seinem Bestand verwendet wurden. Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger und die anderen Profi-Fußballer sind darin als Bergsteiger à la Luis Trenker zu sehen.



Von Von Annalena Erlenbach

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