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26.09.2011

Wir wollen keine Fertigkost

Die Ziehenschule wehrt sich mit aller Kraft gegen einen Wechsel des Kantinenbetreibers. Bleibt die neue Cafeteria der Ziehenschule leer? Schüler und Lehrer wehren sich gegen die städtische Entscheidung, anstatt des jetzigen Betreibers ein Großunternehmen zu beschäftigen, und drohen mit Boykott.

Es ist halb eins, Mittagszeit. In der kleinen "Internationalen Schulkantine" der Ziehenschule drängen sich die Kinder an der Essensausgabe: Hähnchenbrustfilet gibt es heute, Salat und einen Nachtisch. Betreiberin Abass Ajaz Tondrou hat für jeden Schüler ein Lächeln übrig, ein freundliches Wort. Dabei ist der 36-Jährigen mit dem dichten schwarzen Haar schwer ums Herz: Am Freitagabend hat ihr das Stadtschulamt das baldige Ende ihres kleinen Betriebs an der Ziehenschule verkündet. Wenn Ende Oktober die Mensa im nagelneuen Nebengebäude ihre Tore öffnet, wird nicht sie dort die Schüler empfangen, sondern die Mitarbeiter der Service GmbH des Arbeiter-Samariter-Bundes Hessen (ASB).

Nicht nachvollziehbar

Eine Entscheidung, die weder Schulleitung noch Schüler oder Eltern nachvollziehen können. Deswegen hat der Schulelternbeirat einen offenen Brief an das Stadtschulamt, die Parteien im Römer und Ortsbeirat und den neuen Kantinenbetreiber geschickt – und seiner Empörung deutlich Luft gemacht. "Großcaterer in der Ziehenschule unerwünscht" prangt als Überschrift über dem einseitigen Schreiben. Der Elternbeirat wirft der Stadt vor, sich "gegen den einmütigen Willen der Schulgemeinde" nicht für Tondrous Team der "Internationalen Schulkantine" entschieden zu haben, sondern für ein Unternehmen, das nur billige Fertigkost liefere.

"Ich betreibe seit fünf Jahren die Kantine und lege Wert auf Biokost – mehr als die vorgeschriebenen zehn Prozent – und ein gutes Verhältnis zu den Schülern", sagt Tondrou. "Im Moment geben wir 150 bis 200 Essen pro Tag aus. Dieses Angebot hätte ich gern in der neuen Mensa weiter ausgebaut. Das hätten wir logistisch auf jeden Fall hinbekommen."

Auch die Vertreter der Schulen fühlen sich übergangen. Lehrerin Carine Kleine-Jänsch hat in mühsamer Kleinarbeit ein umfangreiches Ernährungskonzept erarbeitet, die Schüler nach ihren Wünschen befragt. "Unsere Anforderungen an den Betreiber der Mensa füllten Ordner. Vom Stadtschulamt bekamen wir die Rückmeldung, dass sich bisher keine Schule so viele Gedanken über das Angebot ihrer Kantine gemacht hat", berichtet sie." Natürlich hatten wir bei der Umsetzung immer die jetzige Betreiberin vor Augen, der wir auch die Chance gegönnt hätten, sich zu vergrößern. Nun stehen ihre Mitarbeiter auf der Straße.

Nur Kopfschütteln

Das steht für Arno Brandscheid, Geschäftsführer der ASB Hessen Service GmbH, außer Frage. Er kann über den offenen Brief nur den Kopf schütteln – und ist sauer: "Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren verlief nach klaren Regeln. Wir haben das beste Angebot gemacht." Und das beinhalte keine Lieferung von Fertigkost, sondern gesunde Mahlzeiten, die frisch in der Schule gekocht werden. Auch die im Brief ausgesprochene Anschuldigung, Dumpinglöhne zu bezahlen, sei "an den Haaren herbeigezogen": "Es wurde ein Fall angesprochen, der vor Jahren Thema war und von dem wir klar freigesprochen wurden."

Auch vom Stadtschulamt kommt Kritik am Brief. "Das Angebot war am wirtschaftlichsten und erfüllt die Qualitätskriterien. Deswegen hat sich die Magistratsvergabekommission dafür entschieden", sagt Sprecher Martin Müller-Bialon. Wie viel die Stadt durch ihre Wahl gespart hat, will er nicht sagen. Der Preis pro Menü wird aber unter den 7,84 Euro liegen, die Tondrou berechnet. Bei beiden Varianten bezahlen die Schüler nur drei Euro – die Differenz trägt die Stadt.

Ziehenschüler und -lehrer warnen im Brief sogar, dass der neue Betreiber nicht mit ihrer Unterstützung rechnen soll. Inakzeptabel, findet Müller-Bialon: Die neue Cafeteria habe 8,7 Millionen gekostet und soll genutzt werden: "Wir sind hier nicht auf dem Basar."jro




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