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03.10.2012

Heizung lässt auf sich warten

Konzert in der Andreaskirche fällt aus. Eigentlich sollte am Wochenende Kammermusik von Bach und Händel in der Andreaskirche erklingen. Doch das Konzert wird verschoben. Es gibt noch keine Heizung im Gotteshaus, das zurzeit für 1,3 Millionen Euro komplett saniert wird.

Wer bauen will, erlebt Überraschungen. Diese Erfahrung musste auch die Pfarrerin in der evangelischen Andreaskirche, Christa Sengespeick-Ross, machen. Die Räume der Gemeinde sind zurzeit eine große Baustelle – und auch bei einem Gotteshaus kann es vorkommen, dass nicht alles nach Plan läuft.

Am kommenden Samstag sollte in der Kirche an der Kirchhainer Straße ein Kammerkonzert stattfinden. Doch das muss nun verschoben werden. Der Grund: Es gibt noch keine Heizung in der Kirche. Die alte Heizung war schon ausgebaut, da habe der Lieferant der neuen um Aufschub gebeten. Eigentlich sei der Einbau für den Beginn der Heizperiode angesetzt worden: Sengespeick-Ross: "Für die Gottesdienste ist die Verzögerung keine große Einschränkung, die Kirche war auch letzten Sonntag gut gefüllt." Den Musikern, beziehungsweise deren empfindlichen Instrumenten, seien die niedrigen Temperaturen jedoch nicht zuzumuten.

Die Pfarrerin hat Verständnis für die kleine Panne: "Es gibt nun einmal eine Reihe Unwägbarkeiten, wenn wir im laufenden Betrieb umbauen", sagt sie. Die Heizung komme eine Woche später, das Konzert wird bald nachgeholt. Einen Termin gebe es bereits: Die Musiker sind für Samstag, 10. November, engagiert. Dann soll von 18 Uhr an die "Kleine Kammermusik" gegeben werden.

Pläne stimmten nicht

Die fehlende Heizung ist nicht die einzige Herausforderung, die es beim Umbau zu bewältigen gab. Bei den Abrissarbeiten sei man schon auf so manche Überraschung gestoßen, sagt die Pfarrerin. Die Kirche von 1954 ist verglichen mit anderen Kirchen zwar nicht besonders alt. Trotzdem gebe es Mauern, die so nicht im Plan verzeichnet gewesen waren, und morsche Holzbalken. Immer wieder hätten die Architekten ihre Pläne anpassen müssen. "Eigentlich sollte die rechte Freitreppe im Original wieder aufgebaut werden. Das ist aber unmöglich: Die Stufen waren innen hohl", berichtet Sengespeick-Roos.

Die Arbeiten im und um das Kirchengebäude laufen auf Hochtouren. Bisher wurde unter anderem die Kanalisation saniert, der Rohbau des neuen Eingangsbereichs der Kirche und des Gemeindebüros stehen schon, der Gemeindesaal erhielt eine neue Tür. In der kommenden Woche soll dann die "heiße Phase" im Gemeindesaal beginnen. Dort werden Decke und Boden grundsaniert und neue Leuchter aufgehängt.

Die Bauabschnitte seien genau aufeinander abgestimmt, schließlich finden weiterhin Gottesdienste statt. Wenn später die Kirche selbst zur Baustelle wird, sollen die Gottesdienste im Gemeindesaal gefeiert werden. "Bis Weihnachten kann die Kirche noch genutzt werden", beruhigt die Pfarrerin, die zuversichtlich ist, dass die Bauarbeiten termingerecht fertig werden. "Das Versprechen, dass wir Ende Mai Konfirmation in der Kirche feiern können, steht noch", sagt sie hoffnungsfroh.

Aufzug selbst finanziert

Eine Summe von 1,3 Millionen Euro ist für den großangelegten Umbau veranschlagt, der die Kirche auch behindertengerecht machen soll. Einen 70 000 Euro teuren Aufzug zahlt die Gemeinde übrigens aus eigener Tasche. Bereits vor sieben Jahren hat sie mit dem Spendensammeln begonnen.

Mehr über den aktuellen Stand der Bauarbeiten können Gemeindemitglieder bei einer Info-Veranstaltung am Sonntag, 28. Oktober, nach dem Gottesdienst in der Andreaskirche erfahren. Während der gesamten Bauzeit ist der Zugang zur Kirche nur über den Turmeingang oder die Wendeltreppe möglich.



Von Lucas Jager

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