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29.01.2013

Erfolglose Nachfolger-Suche

Obwohl es gut läuft, muss das Elektrofachgeschäft Bischoff & Linke am Lindenbaum wohl schließen. Das Elektrofachgeschäft Bischoff & Linke am Lindenbaum ist schon lange zu einer Institution geworden und das nicht nur in Eschersheim. Jetzt muss es nach über 60 Jahren schließen, weil sich niemand findet, der es übernehmen möchte.

Am Lindenbaum ist das Elektrofachgeschäft Bischoff & Linke längst eine Institution. "Viele, die uns nicht kennen und zwei Stunden in der Stadt rumrennen, kommen dann zu uns in den Laden und bekommen genau das, was sie gesucht haben", erzählt Richard Linke. Der Geschäftsinhaber wird dieses Jahr siebzig Jahre alt und steht mit seinem Geschäft in dem Ruf, ein Sortiment zu haben, das seinesgleichen gesucht. Er berichtet von etwas, das ihm die Eschersheimer hoch anrechnen: Service, Zuverlässigkeit, Fachkenntnis und ein Engagement, das weit über das hinaus geht, was in großräumigen Elektromärkten zu finden ist. Umso erstaunlicher erscheint es, dass das Traditionsunternehmen nun wohl schließen muss.

Angst vor der Arbeit

Seit Ende März 2011 versucht Richard Linke jemanden zu finden, der das Geschäft übernehmen möchte, aber ernüchtert berichtet er darüber, dass es in dieser Zeit nur rund 15 ernsthafte Interessenten gab, die jedoch alle früher oder später die Segel gestrichen haben. "Ich wollte ja schon Ende Dezember aufhören, aber es hat sich einfach nichts ergeben. Die haben ja alle Angst vor der Arbeit", sagt Linke und berichtet von gestandenen Elektromeistern, die sich verwundert darüber geäußert haben, dass im Laden sogar Reparaturen durchgeführt werden oder Kunden ausführlichst beraten werden. So etwas würde ihnen nur Kopfzerbrechen bereiten.

Dabei kann Bischoff & Linke mit all dem aufwarten, was sich ein tüchtiger Einzelhändler wünschen kann. Einen großen und zufriedenen Kundenstamm, ein gut sortiertes Warenlager im Wert von etwa 70 000 Euro und vor allem eine Reputation, die in vielen Jahrzehnten aufgebaut worden ist. In den guten Zeiten, als Richard Linke das Geschäft noch nicht alleine bewältigen musste, war ein Jahresumsatz zwischen 600 000 und 700 000 Euro keine Seltenheit.

1952 wurde das Haus in dem sich Bischoff & Linke befindet, gebaut. Das Geschäft wird kurz darauf von Sebastian Sturm eröffnet, der es rund zehn Jahre später an Walter Bischoff und seinen Onkel übergibt. 1964 wird Richard Linke von Nordmende abgeworben und arbeitet als Fernsehtechniker in dem nun florierenden Geschäft. Als der Onkel von Walter Bischoff sich zurückzieht, gründen die damaligen Jungunternehmer die Bischoff & Linke GmbH. "Die Kunden vertrauen mir. Das habe ich mir über Jahrzehnte erarbeitet", sagt Richard Linke. "Es wurde von Anfang an nie jemand an der Nase herumgeführt. Ich bin ein ehrlicher Stromer und könnte nachts nicht schlafen, wenn ich jemanden nicht so behandeln würde, wie es sich gehört."

Letzte Chance: 31. März

Bis ins Jahr 2010 schien noch alles genau so zu verlaufen, wie es vorgesehen war. Sieben Jahre zuvor verkauft Walter Bischoff, der einstige Mitbegründer der Bischoff & Linke GmbH, seine Anteile an Thomas Buchmann, der über kurz oder lang das Geschäft an der Eschersheimer Landstraße 541 komplett übernehmen möchte. "Die Zusammenarbeit war immer einwandfrei und es herrschte eine gute Stimmung", berichtet Linke. "Es bestand die Absprache, das ich auch noch über das Rentenalter im Laden bleibe, um das Geschäft Stück für Stück abzugeben." Doch im Juli 2010 kommt der große Schicksalsschlag: Thomas Buchmann erhält die niederschmetternde Diagnose Lungenkrebs und verstirbt nur fünfzehn Monate später.

"Sie glauben nicht, wie ich mich in dieser Zeit aufgerieben habe", sagt Linke, der seit rund drei Jahren eine neue Hüfte braucht und sich am wohlsten fühlt, wenn er sitzen kann. Trotz allem ist an eine 40-Stunden-Woche nicht zu denken. "In erster Linie steht Service, Service und noch einmal Service. Das ist bei einem Einzelhandelsbetrieb oberstes Gebot", erklärt Richard Linke. Er selbst hat sich als letzten Termin den 31. März gesetzt. Länger möchte er nicht mehr warten. "Vielleicht erregt es ja noch mal ein wenig Aufmerksamkeit, wenn ich die Räumungsverkauf-Schilder draußen anbringe." Möglicherweise die letzte Hoffnung für eines der wenig verbliebenen kleinen Traditionsunternehmen im Norden Frankfurts.



Frankfurter Neue Presse.Von Andreas Schnell

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