27.03.2013
Ämterposse um Niddaweg
Am angeblich freien Uferweg stehen noch immer Verbotsschilder und Sperren. Die Stadt meldet: Der Niddauferweg am Alten Flugplatz ist wieder nutzbar. Wer dort hinkommt, steht aber immer noch vor Sperren - und fragt sich: Was gilt denn nun?
Vor vier Tagen meldete die Stadt: Der Niddauferweg könne wieder "als Ausweichroute am ehemaligen Flugplatz genutzt werden". Doch wer glaubt, der Weg sei frei, wundert sich: Noch steht an der Homburger Landstraße eine Sperre, ebenso am Alten Flugplatz. Ist der Weg nun gesperrt oder nicht?
Seit 1.März sind die Wiesen am Alten Flugplatz nördlich der Nidda zum Schutz dort nistender Störche gesperrt. Stolz präsentierte das Umweltamt das Projekt. Gut eine Woche später war auch der gut ausgebaute Weg am Südufer gesperrt: Die Stadtentwässerung saniert diesen. Nötig hat er es, ist er doch mit Schlaglöchern übersät. Doch viele Bürger protestierten: Muss das jetzt sein? Denn jede Umleitung ist lang und führt weit vom Fluss weg. Verwunderung auch bei Umweltamt und Stadtentwässerung: Niemand wusste offenbar von der Sperrung durch das jeweils andere Amt.
Dann gab die Stadtentwässerung nach: Die Bauabschnitte wurden getauscht. Der Weg zwischen dem Schwimmbad Eschersheim und der A661 ist bereits aufgerissen, die unterste Schotterschicht des Weges erneuert. Hier bleibt der Weg gesperrt. Danach wird in Berkersheim gebaut und zuletzt im Herbst am Alten Flugplatz. Dann sind die Wiesen dort wieder begehbar.
Dass die Sperren am Alten Flugplatz noch stehen, erklärt Roland Kammerer von der Stadtentwässerung: Die geltende "straßenverkehrsrechtliche Genehmigung" zum Uferweg müsse überarbeitet und vom Straßenverkehrsamt abgesegnet werden. "Das kann wegen der Ferienzeit und einigen Krankheitsfällen bis nach Ostern dauern." Bis dahin gelte die Sperrung, auch wenn der Weg zwischen Homburger Landstraße und A661 eigentlich begeh- und befahrbar sei.
Eine Ämterposse. "Hätte man Experten vor Ort, etwa uns oder die Ortsbeiräte Kalbach und Bonames, gefragt, hätte die Stadt schon früher die jetzige Lösung gefunden", sagt Wehrhart Otto, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Vielleicht hätte es aber auch genügt, wenn die Ämter schon vorher miteinander gesprochen hätten.
Artikel Frankfurter Neue Presse vom 27.03.2013. Von Andreas Haupt

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