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04.06.2013

Schlichten statt richten

Dr. Harry Herrmann-Hubert vermittelt bei Streitereien im Ortsbezirk 9. Kleinere Streitigkeiten müssen nicht zwangsläufig vor Gericht landen, sondern können von einem Schiedsmann geschlichtet werden. Im Ortsbezirk 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) wird dieses Ehrenamt seit Mitte April vom Diplompädagogen Dr. Harry Herrmann-Hubert ausgeführt.

Er hat klare Überzeugungen, der neue Schiedsmann im Ortsbezirk 9. „Man muss diskutieren, bevor die Fäuste fliegen“, sagt er zum Beispiel. Ein Streit unter Nachbarn kann nämlich schnell eskalieren oder zu einer Fehde heranwachsen. Das passiert gar nicht so selten, wenn mal wieder ein Ast vom einen in den anderen Garten ragt oder die Bassbox regelmäßig durch die Wände dröhnt.

Bevor es aber zu einer Anzeige mit polizeilichen oder gerichtlichen Maßnahmen kommt, sollten Wege aufgezeigt werden, wie man sich freundlich statt feindlich begegnen kann, meint Dr. Harry Herrmann-Hubert. Vor allem, wenn man weiter nebeneinander wohnen müsse.

Es sind Straftaten von geringem öffentlichem Interesse, die der Schiedsmann verhandelt: Sachbeschädigung, Bedrohung, Beleidigung, üble Nachrede, leichte Körperverletzung. Und geht es nach Herrmann-Hubert, dann sind diese Streitigkeiten bei ihm besser aufgehoben als beim Richter. „Mit schlichten, statt richten erreicht man meist mehr, als in einem förmlichen Gerichtsverfahren“, sagt er deswegen. Der Gerichtsweg stehe nach dem Sühne- oder Schiedsverfahren immer noch offen, sei aber schon wegen der Anwaltskosten wesentlich teurer und außerdem zeitaufwendiger. Eine Verhandlung vor dem Schiedsamt hingegen ist schnell und günstig: 20 bis 50 Euro plus Umlagen kostet das Verfahren, und in der Hälfte der Fälle endet es mit einem Vergleich. Vor Gericht gibt es dagegen immer Gewinner und Verlierer.

Genau wie ein Richterspruch ist das Protokoll eines Schiedsverfahrens rechtsverbindlich und vollstreckbar. Und zwar für 30 Jahre. Bereits seit 150 Jahren entlastet das Schiedsmannswesen den deutschen Justizapparat. Es soll den Frieden innerhalb einer Gemeinde erhalten, damit sich Mitbürger untereinander aussöhnen und übereilte Privatklagen vermeiden.

Der Diplompädagoge Dr. Harry Herrmann-Hubert scheint für diese Aufgabe genau der Richtige zu sein. Er ist sehr eloquent, spricht mit ruhiger Stimme und regsamer Gestik. Der stets wache Blick und sein hessischer Akzent machen ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner, dessen Freundlichkeit nie aufgesetzt wirkt. Seine soziale Kompetenz ist jederzeit offensichtlich und erklärt sich schon durch die imposante Vita des 1950 in Wetzlar Geborenen: Einer Ausbildung beim Amtsgericht Braunfels (1967 bis 1970) folgten das Studium der Sozialarbeit und der Erziehungs- und Rechtswissenschaften (1970 bis 1977) sowie 2005 die Promotion zum Dr. phil. 1978 leitete er das Jugendzentrum in Schwalbach im Taunus und wechselte anschließend ins Frankfurter Jugend- und Sozialamt, wo er bis 2010 arbeitete. Zuletzt begleitete er dort grundsätzliche Angelegenheiten der Mitwirkung in Verfahren vor dem Familien-, Vormundschafts- und Jugendgericht.

Zwischendurch lehrte er zudem Erziehungswissenschaften an der Universität Marburg, Sozialpädagogik an der Fachhochschule Frankfurt und im Fachbereich Polizei an der Verwaltungshochschule Wiesbaden. Viele Buch- und Zeitschriftenpublikationen, eine Tätigkeit als Jugendhilfsschöffe beim Frankfurter Landgericht sowie langjährige Vereinszugehörigkeiten runden letztlich das Bild eines Mannes mit klarem Bewusstsein für die sozialen Probleme dieser Welt ab: Er war lange bei der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen und ist seit 1970 Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Um trotz gesundheitlicher Beschwerden, die ihn 2010 in die Frührente zwangen, seinen Teil zur Lösung wenigstens mancher Probleme in Eschersheim, Ginnheim und am Dornbusch beizutragen, gibt er nun mindestens bis 2018 den vermittelnden Schiedsmann. Das Altenteil sei nämlich nichts für ihn, erklärt er. Der Anspruch an sein soziales Engagement bleibt übrigens auch in dieser Zeit professionell, weshalb er klarmacht: „Wenn die gegnerischen Parteien sich die Hand reichen, dann habe ich mein Amt gut ausgeführt“.

Die dafür nötigen Gespräche führen er oder sein Stellvertreter Gerold Parrandier in der Ludwig-Richter-Schule (Raum 36), Hinter den Ulmen 10, in Eschersheim. Die Sprechzeiten sind mittwochs von 18 bis 19.30 Uhr. Harry Herrmann-Hubert bittet um Anmeldung unter der Rufnummer (0 69) 5 40 05 11 oder harry@herrmann-hubert.de. Mehr dazu gibt es im Internet unter www.herrmann-hubert.de.

(Thorben Pehlemann)



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 04.06.2013

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