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05.12.2013

Wagenhalle in der Warteschleife

Straßenbahndepot am Weißen Stein steht immer noch leer Das alte Straßenbahndepot am Weißen Stein liegt im Dornröschenschlaf. Bemühungen von Ziehenschule und Ortsbeirat, dem Gebäude wieder Leben einzuhauchen, liefen bisher ins Leere. Nun wird ein neuer Vorstoß gewagt.

Deutlich sichtbar hat der Zahn der Zeit an dem im Jahr 1888 errichteten Straßenbahndepot genagt. Efeu klettert an der bröckelnden Backsteinfassade empor, Weiße Spanplatten auf den historischen Fenstern verhindern den Blick ins Innere des Gebäudes. Viel zu sehen gibt es auf den rund 250 Quadratmetern ohnehin nicht mehr. Lediglich die auf dem Boden verlaufenen Straßenbahnschienen erinnern noch daran, dass dort Pferdebahnen und bald darauf elektrische Bahnen untergebracht waren.

Seit am 21. März 1967 die letzten Bahnen das Depot verließen und es vom Schienennetz abgetrennt wurde, liegt das Gebäude mehr oder weniger brach. Zuletzt diente es der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) als Lagerraum für alte Fahrscheinautomaten und Mülleimer. Vor drei Jahren ging es schließlich in den Besitz der Stadt über. Ein erster Erfolg von Ziehenschule und Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), die sich schon seit mehreren Jahren für die weitere Nutzung und damit gegen den weiteren Verfall der Wagenhalle einsetzen.

Schritt für Schritt

Passiert ist seit dem Kauf des Gebäudes durch die Stadt allerdings nichts, die Halle liegt weiterhin im Dornröschenschlaf. Denn die Sanierung des Depots ist gekoppelt mit Abriss und Neubau des Gebäudes aus den 1970er Jahren der Ziehenschule, die die Wagenhalle künftig gerne nutzen möchte. „Es geht alles Schritt für Schritt. Derzeit kümmern wir uns um den Neubau, danach ist das Depot an der Reihe“, sagt Martin Müller-Bialon, Sprecher von Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne).

Weil die Mängel an der Ziehenschule allerdings weniger ins Gewicht fallen als an anderen Frankfurter Bildungseinrichtungen, steht das Eschersheimer Gymnasium in der Prioritätenliste der Stadt recht weit unten. Zudem sei der Bau aus den 1970er Jahren so abgenommen, es bestehe eine Betriebsgenehmigung und der Brandschutz werde nach und nach erneuert. Vor 2018 werde deswegen nichts passieren. „Wir haben Schulen, an denen fallen Brocken von der Decke. Dort sind schnellere Maßnahmen erforderlich“, so Müller-Bialon.

Weil es mit der Sanierung des Depots nicht vorangeht, hat der Ortsbeirat 9 das Thema in seiner nächsten Sitzung erneut auf die Tagesordnung gehoben. In einem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und FDP soll der Magistrat prüfen, ob die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen der Wagenhalle nicht unabhängig vom Umbau der Ziehenschule durchgeführt werden können. In Eschersheim bestehe ein großer Bedarf nach einem Ort, wo sich Menschen aus dem Stadtteil treffen können. Das Depot könne sowohl von der Ziehenschule als auch von anderen Gruppen aus dem Stadtteil genutzt werden, lautet die Begründung der Parteien für den Antrag.

Zwar würde Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) es begrüßen, wenn das Projekt endlich in Angriff genommen würde. Trotzdem äußerte er Kritik. „Natürlich kann man versuchen, das Depot vom Umbau der Ziehenschule abzukoppeln. Dann stünde aber immer noch die Frage der Finanzierung im Raum. Wer soll denn solch ein Projekt bezahlen, wenn die Stadt an allen Ecken und Enden spart?“ Im Idealfall finde sich ein Investor, der das Projekt finanziert.

Aula statt Depot

Mit einer Sanierung des Depots würde ein langgehegter Wunsch von Klaus Belz, ehemaliger Lehrer an der Ziehenschule und Leiter des Darstellenden Spiels, in Erfüllung gehen. Von ihm kamen vor fast zehn Jahren die ersten Ideen, das historische Gebäude als Probebühne zu nutzen und in der schulfreien Zeit Vereinen aus dem Stadtteil zur Verfügung zu stellen. Für Schulleiter Manfred Eichenauer hingegen ist das Gebäude für Schulzwecke nur schlecht geeignet. „Mehr als 180 Schüler haben dort keinen Platz. Das ist für uns definitiv zu klein. Von mir aus kann die Stadt das Gebäude auch abreißen und uns stattdessen eine Aula für 400 Schüler bauen.“

Eine Sanierung des Straßenbahndepots kostet nach „vorsichtigen Schätzungen“ rund eine Million Euro. Martin Müller-Bialon bezweifelt „aus Erfahrung“ allerdings, dass es bei dieser Summe bleibt. Auf die Frage, ob die Sanierung dem Neubau vorgezogen werden kann, reagiert der Sprecher des Bildungsdezernats eindeutig. „Wir haben Sanierungsstau an den Schulen. Vor diesem Hintergrund sollen wir uns jetzt um das Depot kümmern? Wir nehmen es zur Kenntnis.“

Der Ortsbeirat 9 tagt am Donnerstag, 5. Dezember, um 19.30 im Haus Saalbau Dornbusch, Eschersheimer Landstraße 248, Clubraum 4.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 04.12.2013. Von Judith Dietermann

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