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11.11.2014

Eschersheimer spaltet den Ortsbeirat

Die geplante Einspurigkeit der Eschersheimer Landstraße kommt im Ortsbeirat nur bei der Grünen-Fraktion gut an. Die anderen Parteien plädieren weiterhin einstimmig für eine Testphase. Davon soll auch Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) überzeugt werden, der in der Dezembersitzung Rede und Antwort stehen wird.

Eschersheim. „Wir fühlen uns schlichtweg verschaukelt von Stadtrat Stefan Majer. In den Gesprächen mit dem Ortsvorsteher und mir wurde nie davon gesprochen, dass es bereits solch konkrete Pläne für die Umgestaltung der Eschersheimer Landstraße gibt, die er nun plötzlich aus dem Hut gezaubert hat“, machte der stellvertretende Ortsvorsteher und SPD-Fraktionsvorsitzende Rachid Rawas in der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) seinem Ärger Luft. So lautstark und emotional, wie ihn seine Kollegen sonst nur selten erleben.

Bis auf die Grünen-Fraktionen, Linke und die fraktionslose Gabriele Klieber stimmten die Politiker nickend zu, Beifall gab es aus dem Publikum. Abgemildert wurde die aufgeheizte Stimmung erst mit der Nachricht von Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU), dass sich Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) für die Dezembersitzung angemeldet hat. Dort wird er zu der geplanten 4,1 Millionen Euro teuren Umgestaltung und damit verbundenen Einspurigkeit der Eschersheimer Landstraße zwischen Weißem Stein und Hügelstraße Rede und Antwort stehen.



Dicht an dicht rollen die Autos am Lindenbaum über die Eschersheimer Landstraße. Auf die rechte Spur ausweichen können sie nur manchmal, dort darf geparkt werden. Mit der geplanten Einspurigkeit würde es auf der gesamten Straße so eng werden. Foto: Rainer Rüffer.

Zwei Spuren lassen Was ihn dort erwarten könnte, zeigte sich ansatzweise am Donnerstagabend. Denn die ansonsten eher ruhig verlaufene Sitzung des Ortsbeirates 9 entwickelte sich zu einer hitzigen Diskussion, bei der Ortsvorsteher Hesse kurzzeitig den Überblick über die Rednerliste verlor und Zwischenrufe abstellen musste. „Wir haben 30 Eschersheimer gefragt, was sie davon halten, die Einspurigkeit ohne eine Testphase durchzusetzen. Die Antwort war eindeutig: 28 Personen stimmten für einen Test“, präsentierte Georg Poppke von der Initiative „L(i)ebenswertes Eschersheim“ die Ergebnisse einer Umfrage, die „das Meinungsbild aller Eschersheimer widerspiegelt“. Eine Fahrbahnbreite von mindestens 4,25 Metern, inklusive einem 1,50 Meter breiten Radweg, plant die Stadt zwischen Weißem Stein und Hügelstraße.

Mit dem vorgeschlagenen Test rannte die Initiative beim Ortsbeirat offene Türen ein. Bereits 2011 stimmte man dort mehrheitlich für eine einmonatige Probephase, ob die Einspurigkeit auf der Eschersheimer Landstraße überhaupt umsetzbar ist. Und nicht wie befürchtet durch den Lieferverkehr zu Verstopfungen führt. „Dem Test wurde von der Stadt zugestimmt, durchgeführt wurde er aber nie“, kritisierte Friedrich Hesse.

„Fahrbahn ist überbreit“ Damals wie heute gegen eine Probephase plädierte die Grünen-Fraktion. „Das ist gar nicht mehr nötig. Dass auf der rechten Fahrbahn geparkt werden kann, ist faktisch solch ein Test“, begründete Beate Huf die Ablehnung. Ohnehin seien nördlich der Hügelstraße täglich 4000 Autos weniger unterwegs als im südlichen Teil. Verstopfungen seien da unwahrscheinlich, zumal die Fahrbahn „überbreit“ sei. „Der Test, von dem Sie sprechen, ist ein Mogeltest. Denn die Autos stellen nicht überall die rechte Spur zu. Von Einspurigkeit kann man deswegen keinesfalls sprechen“, konterte Klaus Funk (FDP).

Dem stimmte Thomas Budenz (Freie Wähler) nicht nur zu, er legte sogar nach. „Den Test nicht zu machen ist eine Politik, die am Bürger vorbei geht. Die Autofahrer brauchen den Platz dringender als die Radfahrer“, glaubt er, dass ein Test eindeutig ausfalle. „Uns vor vollendete Tatsachen zu stellen ist keine Beteiligungspolitik. Das werde ich Herrn Majer aber im Dezember persönlich mitteilen“, sagte auch Horst-Dieter Piel (SPD). Zudem sei es nicht sinnvoll, die Diskussionen zu „einem Glaubenskrieg zwischen Fußgängern, Rad- und Autofahrern“ werden zu lassen.

„Ich fahre Auto, finde es aber wunderbar, den Radverkehr zu fördern. Nicht gut finde ich, sich jetzt schon zu streiten. Das kann man auch nach der vierwöchigen Probephase noch tun“, fand Anwohnerin Lucia Steinrücke für fast alle Anwesenden ein versöhnliches Schlusswort.

Artikel Frankfurter Neue Presse vom 08.11.2014

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