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04.05.2015

Damit kein Müll ins Wasser gelangt

Jedes Jahr gelangen rund vier bis zwölf Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere. Der größte Teil davon wird über Binnengewässer in die Ozeane geschwemmt. Schüler der IGS Eschersheim befreiten daher am Samstag das Nidda- und Mainufer an der Wörthspitze vom Müll.

Alia (9) und Jara (14) klettern vorsichtig über die Steine am Mainufer, um nicht auszurutschen und am Ende im Wasser zu landen. Beide Schülerinnen sind in der einen Hand mit Greifzangen, in der anderen mit weißen Müllsäcken bewaffnet. Alles, was nicht ans Ufer der Wörthspitze gehört, wollen sie heute einsammeln. Seit einer halben Stunde sind die zwei Mädchen bei der Arbeit und ihre Müllsäcke sind schon halbvoll. „Wir haben schon alles Mögliche gefunden, zum Beispiel eine Flasche Shampoo, Sonnencreme und leere Dosen, aber vor allem Müll, den die Leute hier nach dem Grillen einfach liegen lassen“, sagt Alia mit zusammengezogenen Augenbrauen. Aus ihrem Beutel holt sie mehrere Aluminiumgitter, die wohl einmal zu Einweggrills gehört haben und schüttelt empört den Kopf.

Ein so achtloses Verhalten gegenüber der Natur können Alia und Jara nicht verstehen. Ihren eigenen Müll heben sie auf, wenn einmal nicht gleich ein Mülleimer in der Nähe sein sollte, sagen beide: „Dann wirft man ihn halt später weg.“ Heute wollen die beiden sich noch ein bisschen stärker für die Umwelt engagieren und machen deshalb beim ersten Beach Cleanup Day (zu Deutsch: Uferreinigungstag) in Hessen mit. Den Aktionstag an diesem Samstag organisierte die Integrierte Gesamtschule Eschersheim. Alia geht dort in die dritte Klasse. Jara kommt vom Gymnasium in Oberursel, aber ihre Cousine geht in Eschersheim zur Schule und hat sie kurzerhand mitgebrach

AG an der Schule

Aufgerufen zum Kampf gegen den Plastikmüll hat Lukas Naab. Seit September ist er als Vertretungslehrer an der IGS Eschersheim und bietet Schülern ab der fünften Klasse einmal in der Woche die AG „Rettet die Meere“ an. „Vor ein paar Jahren bin ich über einen Freund genauer an das Thema Meeresschutz herangeführt worden und mir ist die Problemlage immer stärker bewusst geworden. Nun möchte ich den Schülern zeigen, dass man direkt im eigenen Umfeld etwas tun kann“, sagt Naab.

Meeresschutz könne jeder betreiben, auch wenn er im Inland wohne, denn 80 Prozent des Plastikmülls, der jedes Jahr in die Ozeane geschwemmt wird, komme über Binnengewässer dort an, erklärt er. „Nicht nur im Meer, sondern von Anfang an gefährdet er Tiere und das gesamte Ökosystem. Da es schwierig ist die Ozeane zu reinigen, sollte man direkt vor der eigenen Haustür anfangen“, findet der Lehrer. In der AG macht er seine Schüler auf die Probleme von Umweltverschmutzung aufmerksam. Er will ihnen Wege zeigen, wie man mit dem eigenen Verhalten etwas ändern kann.

Das Thema Plastikmüll wird mit dem Aktionstag abgeschlossen. Bis zum Sommer beschäftigen sich die Schüler noch mit Überfischung, Walfang und Hai-Finning, einer brutalen Art des Fischens, bei der Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten werden, um sie später als Lebensmittel zu verwenden. „Meist reagieren die Schüler schockiert, wenn wir Dokumentationen anschauen und wollen unbedingt etwas ändern“, sagt Naab. Equipment gestellt

So auch die zwölfjährige Badria. Seit Januar besucht sie mit sieben anderen Schülern jeden Donnerstagnachmittag die freiwillige AG. „Alles, was die Umwelt schädigt, schädigt am Ende auch uns Menschen“, sagt sie. Am Beach Cleanup Day wollte sie nicht fehlen. Insgesamt 30 Kinder, acht Lehrer und einige Eltern sind an diesem Vormittag an der Wörthspitze unterwegs, um dort, wo Main und Nidda zusammenfließen, die Ufer vom Müll zu befreien. Das Equipment dafür stellte die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) kostenlos zur Verfügung. Sie entsorgte auch den gesammelten Unrat fachgerecht. Unterstütz wurde die IGS Eschersheim außerdem von der Frankfurter Ortsgruppe des Vereins „Sea Sheperd“ Deutschland (Zu Deutsch: „Hirte der Meere“).

„Wir finden es toll, dass eine Schule sich gegen die Umweltverschmutzung in den Weltmeeren engagiert. Da heute so viele Personen für die Säuberungsaktion gekommen sind, hat das auch bei Passanten für große Aufmerksamkeit gesorgt“, sagt Ralf Finger, Mitglied von Sea Sheperd. Genau hier setzt nicht nur der Verein, sondern auch die Schüler-AG von Lukas Naab an: „Informationen und Wissen über die Probleme sind der erste Schritt, selbst etwas dagegen zu tun.“



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 28.10.2014

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