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21.10.2015

Ein außergewöhnlicher Maler

Der Maler Wilhelm Altheim ist zwar schon 1914 gestorben, doch sein Wirken ist in Eschersheim noch immer gegenwärtig.

Gut 100 Jahre nach dem Tod Wilhelm Altheims (1871-1914) widmet sich die Initiative „L(i)ebenswertes Eschersheim“ dem begabten und „verrickte Moler“, wie er sich selbst, nannte und lädt zu einem Abend mit Jürgen Volkmann, dem Museumsleiter aus Altheims Geburtsstadt Groß-Gerau, ein. Das Stadtmuseum zeigt einen Teil des Nachlasses in seinem Altheim-Kabinett.

Die Initiative freut sich aber vor allem über Kontakt zu Menschen, die noch Altheim-Bilder besitzen oder andere Verbindungen haben. Sowie Ursula Harder aus der Lichtenbergerstraße, die eine Geschichte erzählte, die sie öfters von ihrer Oma gehört hatte und die diese von ihrem Vater kannte. Der war Schneider in Rödelheim gewesen, der letzten Station des später schwermütigen und dem Alkohol verfallenen Malers. Mit Frau Harder kam die Geschichte nach Eschersheim zurück und machte die Erinnerung an den Maler lebendig.

Tiere bevorzugtes Motiv

Als Sohn eines griesgrämigen Schneiders und einer gehörlosen Mutter war Altheim vermutlich früh motiviert, sich durch Zeichnungen zu verständigen und auszudrücken. Er flüchtete gerne zu den Tieren in der bäuerlichen Umgebung und zeichnete schon als Kind bevorzugt Pferde. Zum Glück erkannte der Fabrikant Wolf seine Begabung, förderte ihn und ermöglichte ihm ein Studium an der Städelschen.

Angebote der Schule für Stipendien in Paris und Italien nahm er kaum wahr, die Fremde lockte ihn nicht. Von den verschiedenen Entwicklungen in der Malerei seiner Zeit blieb er unbeeindruckt. Seine Vorliebe galt früh den realistischen Tierdarstellungen, später lag der Schwerpunkt seiner Motive im bäuerlichen Milieu, auch religiöse Darstellungen kamen dazu.

1897 zog er mit seiner Frau Marie Teichmann nach Eschersheim in die Lindenstraße 5, heute Lindenring. Dort wurden Sohn Franz und Tochter Marie geboren. Im eigenen Anwesen hielt der Maler mehrere Hunde, Esel und zeitweise sogar einen Bären. Der Ring zum Anketten ist heute noch vorhanden. Mit Vorliebe ritt er auf seinem Esel oder Maultier durch den Ort, auch nach Frankfurt, oft stattete er das Tier auffällig mit Strohhut aus und sich selbst mit geladenem Colt. Es soll auch vorgekommen sein, dass er bis zur Theke ritt. Mit seinen Bildern hatte er in diesen Jahren guten Erfolg, er konnte vom Malen leben. Das könnte ein Grund dafür sein, dass es kaum Altheim-Bilder öffentlich zugänglich zu sehen gibt.

Waffen gehörten immer zu seinen besonderen Vorlieben. Er pflegte sie penibel und studierte sie als Modelle. Ohne geladenen Revolver ging er kaum aus dem Haus, er war in Eschersheim berüchtigt deswegen.

Im Wirtshaus traf er die einfachen Menschen, die er nach den Anforderungen in der Kunstschule bevorzugt malte. Dort gelang es ihm, künstlerische Studien zu Papier zu bringen. Es entstanden solche und auch Karikaturen zu den Themen Apfelwein, Rauscher, Wein, Bier, Betrunkene. Seine Modelle waren Bauern, Hausierer, Fuhrknechte, Vagabunden und Stromer.

Selbstmord

Altheims Gesamtwerk besteht aus großen Ölgemälden, kunstvoll realistisch gemalt, ohne volkstümliche Manier, sondern mit persönlichem Bezug und Blick, keiner Mode oder Strömung verpflichtet, oft düster gehalten, zudem aus Zeichnungen und Radierungen.

Nach seiner Entfremdung von der Familie und der Scheidung lebte er noch zwei Jahre sehr bescheiden in Rödelheim. Er meldete sich 1914 zum Militär, wurde aber abgewiesen, Dienst im Lazarett probierte er, hielt sie aber nicht aus. Am ersten Weihnachtstag 1914 nahm er sich mit einer Kugel selbst das Leben.

Der Vortrag am Freitag, 23. Oktober, beginnt um 19 Uhr im Saal der Emmaus-Gemeinde, Alt-Eschersheim 22. Der Eintritt ist frei.
(red)



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 21.10.2015.

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