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09.01.2016

Von der ewigen Sehnsucht nach dem Meer

Sie sind längst keine Leichtmatrosen mehr und nicht „nur“ musikalische Botschafter des Stadtteils: Die 21 Männer des Shanty-Chores Eschersheim sind bekannt über Hessens Grenzen hinaus. Auf dem Osthafen-Festival in diesem Sommer werden sie erstmals ihre eigene Bühne bespielen.

Im Stadtteilkalender Eschersheim grüßen sie jährlich von einem Monatsblatt: Die meist blau- oder weißbehemdeten und mit Elbsegler bemützten Männer mit den roten Halstüchern. Als wohl einziger Seemannschor in Deutschland sind die sangeslustigen Herren aus einem Kleingartenverein hervorgegangen. Längst sind sie Mitglied in der International Seasong Association (ISSA)und haben zwei Tonträger produziert.

70 Lieder haben die Rentner im Repertoire. Eines davon hat der gebürtige US-Amerikaner Harold Rath (78) selbst komponiert: „A sailors life“ (Das Leben eines Seglers). Das Lied erzählt davon, dass ein Seemann nur mit dem Meer verheiratet ist und sich mit starken Argumenten erfolgreich einem Ja-Wort vor dem Altar entzieht. Gestenreich und immer mit einem gewissen Schalk im Nacken präsentiert Rath seinen Song auf der Bühne – der vermutlich auch ein Stück seines Lebens als Soldat widerspiegelt.

2005 gegründet

Zielsetzung des Chores ist nicht nur das Bewahren von traditionellem Liedgut, also den einstigen Arbeiterliedern auf großen Segelschiffen, sondern auch die Verbreitung guter Stimmung mit maritimem Flair. Stets werden Klassiker wie „La Paloma“, „Rolling Home“ sowie andere Shanties zum Mitsingen und Mitschunkeln vorgetragen.

2015 Jahr feierte der Chor sein Zehnjähriges mit den befreundeten „Fidelen Seelüd“ aus Weilrod-Hasselbach (Hintertaunus). Aber auch ein echtes „Nordlicht“ ist in Eschersheim mit von der Partie: Rolf Neuelmann aus Cuxhaven. Er sorgt sich nicht nur um das einwandfrei gesungene Plattdeutsch, sondern kümmert sich auch um Organisatorisches. Der in Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) Wohnende nimmt die lange Anfahrt zu Proben und Auftritten gern in Kauf: „Im Chorgesang habe ich eine Stück Heimat wiedergefunden.“

Gerd Mohr, der Akkordeonspieler, ist zugleich musikalischer Leiter. Der gebürtiger Kölner gibt bei Auftritten gern seinen rheinischen Humor zum Besten. Eckhard Freyer fungiert als Sänger, Zeugwart und Percussionist. Beim Song „Öl für die Lampen der Welt“ schlägt er ebenso die Trommel wie bei den „Männern mit Bärten“. Karlheinz Reinke ist für die Tonanlage und die Homepage des Chores zuständig – sein achtjähriger Enkel singt bereits Gassenhauer mit.

Zahlreiche Auftritte

Der Shantychor sang schon auf der Buchmesse, im kommenden April gastiert er in Saulheim (Rheinhessen) beim Seemannslied-Festival. Auch tritt er regelmäßig bei Veranstaltungen etwa der Arbeiterwohlfahrt oder des VdK auf. Und die überaus treue Fangemeinde sorgt regelmäßig für ausverkaufte Nordseeabende mit Fischessen im Kleingartenverein Eschersheim.

Im Online-Seemannsradio hat „Steuermann“ Dieter Schrankler ein Interview gegeben und ist auch als Solist in der „Story von Mary“ zu hören. Obwohl er selbst kein Spanisch spricht, schmettert er virtuos „La Bella Lola“, unterstützt von den Percussionisten und Gitarristen des Chores Philipp Lehr und Johann Rudi.

In diesem Jahr werden die Eschersheimer Sänger auf dem Heinerfest in Darmstadt auftreten; eingeladen hat der Marineverein Darmstadt. Im Juli werden sie beim Osthafen-Festival Frankfurt auftreten und eine Hafenrundfahrt musikalisch passend untermalen.

Der Chor weiß seit Jahren eine treue Fangemeinde hinter sich und wird maßgeblich von den Sänger-Frauen bei der Ausrichtung von Veranstaltungen unterstützt. Dank zollen die Sänger auch dem Kleingartenverein (KGV) Eschersheim, auf deren Sommerfest-Sonntag sie stets den musikalischen Part bestreiten. Und musikalische Anregungen holen sich die Shanty-Sänger jedes Jahr beim gemeinsamen Urlaub auf einer Nordsee-Insel.

Der Shanty-Chor Eschersheim probt jeweils montags um 18.30 Uhr in der KGV-Kantine an der Nußzeil. Mehr Information gibt es im Internet unter www.shantychoreschersheim.de.

(glo)



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 08.01.2016.

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