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04.02.2016

Wo Narren fündig werden

Wer in letzter Sekunde noch nach einem historischen Fastnachtskostüm Ausschau hält, könnte beim Kostümverleih Jansen fündig werden. Knapp 100 000 selbst hergestellte Kostüme gibt es in Eschersheim.

Es ist ein kleines Labyrinth aus Kleiderstangen und Ablagen, durch das der Kunde geführt wird, wenn er sich beim Kostümverleih Jansen auf die Suche nach seinem Fastnachtskostüm macht. Meterlang sind die Gänge, in denen sich die bunten Schätze aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen aufreihen. In der Luft liegt der typische Geruch eines Ortes, wo Geschichte lagert. Und tatsächlich, einige der Kostüme sind an die hundert Jahre alt.

Dabei machen die meisten von ihnen den Anschein, sie seien sogar viele Jahrhunderte älter, so historisch genau sind die Arbeiten, die die Schneider im 103 Jahre alten Traditionsunternehmen über die Jahre angefertigt haben. „Darauf legen wir größten Wert“, betont Chefin Lydia Jansen, die zwischen all den bunten Kleidungsstücken den Überblick behält und neben all jenen, die sich hier für Fastnacht und Kostümpartys eindecken auch Theater-, Fernseh- und Filmproduktionen zu ihren Kunden zählt.

Nur Einzelstücke

Im Gegensatz zu den Kostümen von der Stange, die gerade überall in den großen Kaufhäusern hängen, gibt es bei ihr nur Einzelstücke. „Seit der Kostümverleih seine Arbeit aufgenommen hat, haben wir hier nur Selbstgenähtes aus qualitativ hochwertigen Stoffen, wie Seide, Brokat und Samt“, erklärt die Chefin, die weiß, dass das nicht nur der Glaubwürdigkeit der Kostüme dient. „Das kommt ja auch uns als Verleih zugute, denn mit jedem Stück, das durch seine hohe Qualität die Jahrzehnte überlebt, sparen wir uns die Arbeit, einen Ersatz anzufertigen.“



Wer hier auf Kostümsuche geht, wird zunächst einmal ausgiebig beraten. Jansen und ihre Mitarbeiter nehmen sich für jeden Kunden Zeit, lassen verschiedene Kostüme anprobieren, stecken ab, wo kleine Änderungen gemacht werden müssen und suchen die passenden Accessoires heraus. „So ein Verkaufsgespräch kann schon einmal zwei Stunden eines Mitarbeiters in Anspruch nehmen. Da sollte man sich sicher sein, dass man das Kostüm am Ende auch wirklich mitnimmt, sonst ist das für uns ein ärgerlicher Zeitverlust“, sagt die Chefin, die immer öfter erlebt, dass Kunden hier in aller Ruhe anprobieren und dann doch mit leeren Händen nach Hause gehen und sich für ein Billigkostüm entscheiden.

Dabei ist der Kostümverleih gerade für all jene Fastnachtsfans erschwinglich, die jedes Jahr mit einem neuen Outfit zum Karneval gehen wollen und sich dennoch für Kostüme keinen eigenen Kleiderschrank ins Schlafzimmer stellen möchten. „Im Schnitt zahlen Sie für ein komplettes hochwertiges Kostüm, etwa ein Rokoko-Kleid mit Accessoires oder ein stilechtes Mittelalter-Outfit rund 80 Euro. Das müssen Sie nach seinem Einsatz bei einer Party zwar wieder abgeben, bekommen es aber fix und fertig von uns überreicht. Frisch gereinigt, wenn nötig mit kleinen Änderungen. Durch die hohe Qualität der Verkleidungen, ist uns das zum Glück möglich“, sagt Jansen.

1970er Jahre voll im Trend

„Im Trend liegen in diesem Jahr besonders die bunten Kostüme aus den 1970er-Jahren, wo in weiten Hosen zu Disco-Musik getanzt wurde. Doch auch die glamourösen 1920er, Piratenkostüme und Rokokokleider sind seit Jahren immer wieder die Renner“, erklärt Jansen. Das läge auch daran, dass die Trends gerne mit Kinofilmen einhergehen und Kassenschlager wie „Fluch der Karibik“ und „Der große Gatsby“ sowie Erfolgsserien wie „Downtown Abbey“ die Kostümtrends noch immer beeinflussen.

Mit seinen rund 100 000 verschiedenen Kostümen ist der Betrieb, den Jansen in vierter Generation führt, dafür nicht nur bestens gerüstet, sondern auch der zweitgrößte Kostümverleih des Landes. Einen größeren gäbe es nur noch in Berlin, was dafür sorgt, dass Kunden aus ganz Süddeutschland den Weg nach Frankfurt auf sich nehmen. „Zu uns kommen all diejenigen, die an Fastnacht in ein ganz besonderes Kostüm schlüpfen wollen, sei es für Maskenbälle, private Parties, Sitzungen oder Ausflüge nach Köln oder sogar Venedig“, weiß die 67-jährige Chefin, die den Betrieb seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2012 allein weiterführt.

Dass die Kunden aus Frankfurt inzwischen fast in der Minderheit sind, erklärt sie sich mit dem Ausbleiben der richtig großen Kostümveranstaltungen wie dem Timbuktu-Ball, der bis in die 1970er-Jahre in Frankfurt gefeiert wurde. „Es hatte im vergangenen Jahr Bestrebungen gegeben, den Ball wiederzubeleben“, erinnert sich Jansen, die als Sponsor mit an dem Vorhaben beteiligt war. Dass der Ball aufgrund der derzeitigen politischen Lage aufs nächste Jahr verschoben wurde, stimmt sie zwar nachdenklich. Doch die Vorfreude auf Fastnacht lässt sie sich deswegen noch lange nicht nehmen.

Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 03.02.2016. Von SANDRA KATHE

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