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22.03.2016

Zwei Stile, eine Siedlung

Die Wohnsiedlung ,,Am Lindenbaum“ ist von den Architekturstilen von Ernst May und Walter Gropius geprägt. Die Besonderheiten der Siedlung hat die Ernst-May-Gesellschaft jetzt in einer Quartiersführung beleuchtet.

Die Wohnsiedlung ,,Am Lindenbaum“ ist auf ihre Art und Weise ziemlich außergewöhnlich. Die Häuserblocks, die Platz für 198 Wohnungen bieten, vereinen Stilmittel der bekannten Architekten Ernst May und Walter Gropius. Um herauszufinden, wie diese Stilmittel genau aussehen und welche Unterschiede es in der Architektur von May und Gropius gibt, hat die Ernst-May-Gesellschaft nun zu einer Siedlungsbegehung eingeladen.

Das Interesse daran ist groß. Schon vor der vereinbarten Uhrzeit haben sich 20 Personen schräg gegenüber der U-Bahn Station eingefunden. Darunter ist auch Andreas Füllenbach. Er hat einige Erwartungen an die Führung durch das Wohnquartier. ,,Ich wohne in der Höhenblicksiedlung, die von Ernst May entworfen wurde“, erklärt Füllenbach. Daher sei er besonders an den Unterschieden zwischen den Architekturstilen interessiert.

40 Teilnehmer

Darum, dass die Führungsteilnehmer die Besonderheiten der Siedlung kennenlernen können, kümmert sich Wolfgang Fidelak, der ehrenamtlicher Mitarbeiter der Ernst-May-Gesellschaft ist. Fidelak freut sich besonders über das große Interesse an der Siedlungsführung. Bis zum Start des Rundgangs ist die Gruppe auf 40 Personen angewachsen.

,,Ich glaube, dass mich jeder verstehen wird. Ich habe eine laute Stimme“, sagt Fidelak schmunzelnd. Die braucht er an diesem Tag auch, denn die erste Station des Rundgangs befindet sich vor der Ludwig-Richter-Grundschule, und somit direkt an der Straße sowie der Bahnlinie. ,,Die Schule versperrt uns an dieser Stelle den Blick auf die Siedlung“, erklärt Fidelak. ,,Darüber sollten wir uns allerdings nicht beschweren, denn auch sie gehört zum Neuen Frankfurt.“

Persönlich bekannt

Mit ,,Neuem Frankfurt“ ist in erster Linie der Architekturstil um 1930 gemeint, welcher auch die Siedlung am Lindenbaum prägt. Der Begriff war 1929 der Titel einer von Ernst May ins Leben gerufenen Zeitschrift. ,,May und Gropius haben sich persönlich gekannt. Unter anderem deswegen ist Gropius von May engagiert worden“, erklärt Fidelak den Besuchern vor einem der Häuserblocks. Diese seien vor allem durch Gropius geprägt worden, als May 1930 in die Sowjetunion ging.

Doch schon vor dieser Zeit wurden die beiden Architekten vor Herausforderungen gestellt. ,,Zu Zeiten der Wirtschaftskrise war es nicht ohne weiteres möglich, öffentlichen Wohnraum zu finanzieren“, erzählt Fidelak. Dieses Problem sei mit Hilfe des Erbbaurechts – dem Recht eines damaligen Investors auf eigene Kosten das Grundstück zu bebauen – gelöst worden. Somit konnte die Arbeit der Architekten beginnen.

,,May hat damals mit einem Typenkatalog gearbeitet“, erklärt Wolfgang Fidelak. In einem Typenkatalog seien vorgegebene Grundrisse zu finden, welche May für seine Arbeit genutzt habe. Gropius hingegen setzte als Mitbegründer der Bauhausarchitektur auf sogenannte ,,kubische Häuser“, welche sich aus mehreren Würfelförmigen Blöcken zusammensetzen.

Auflockernde Grünanlagen

Zwischen diesen von Gropius geprägten Häusern findet sich aber auch ein typisches May-Merkmal in Form einer Grünfläche wieder. ,,Während eines Praktikums in England hat May die englische Gartenstadt kennengelernt“, sagt Fidelak. Diese Form der Auflockerung durch Grünanlagen, habe May auch in seine Siedlungen einfließen lassen.

Auch die Fenster der Wohnblocks sind speziell konzipiert worden. ,,Die Fenster der Wohnräume sollten wegen der Nachmittagssonne auf der Westseite liegen“, berichtet Fidelak. An der Teilung der Fenster sei auch die Größe der Wohnungen abschätzbar. ,,Hier liegt eine sogenannte Dreiteilung vor. Bei den kleinen Wohnungen, ist der Mittelteil der Fenster kleiner gehalten.“

Während des Zweiten Weltkrieges sind alle Wohnungen der Siedlung erhalten geblieben. Gleichwohl gibt es Diskrepanzen zwischen Mays Abschlussbilanz und der realen Anzahl an Wohnungen. ,,Das liegt daran, dass einige Siedlungen noch nicht fertig waren, als May in die Sowjetunion gegangen ist“, sagt Fidellak. Wie viele Wohnungen im Stil Ernst Mays tatsächlich in Frankfurt existieren, möchte er über die Ernst-May-Gesellschaft noch herausfinden.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 22.03.2016. Von JANNIS GOLLUB

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