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12.12.2016

Baubeginn auf Batschkapp-Areal

Endlich tut sich was: Spatenstich für Wohnungsbau auf ehemaligem „Batschkapp“-Areal. Es entstehen hochpreisige Wohnungen im Passivhausstandard.

Seit mehr als drei Jahren klafft die Baulücke an der Maybachstraße, jetzt erfolgte der Spatenstich für die Bebauung des früheren „Batschkapp“-Areals. Ein vierstöckiger Bau mit Supermarkt im Erdgeschoss, 27 Wohnungen und 45 Stellplätzen entsteht dort. 13 Millionen Euro will die ABG Holding in das Projekt investieren. Während der Wegzug der Batschkapp 2013 noch betrauert wurde, sieht sich ABG-Chef Frank Junker mittlerweile als „Geburtshelfer“ für deren neuen Standort im Frankfurter Osten.

Legendär ist alte Batschkapp längst. Hier spielten in den 1990er Jahren Nirvana und die Red Hot Chili Peppers. Weit über die Stadtgrenzen hinaus erlangte „die Kapp“ Berühmtheit. Eine ganz besondere Erinnerung hat Gründer und Chef Ralf Scheffler an den Club, der mittlerweile nach Seckbach umgezogen ist: „Auch nach der Schließung 2013 kamen hunderte Leute an Heiligabend und feierten draußen im Dunkeln in Andenken an unsere beliebten Weihnachtsfeiern.“ Selbst in den Folgejahren kamen zahlreiche Batschkapp-Fans auf die Brachfläche zum Weihnachtsumtrunk.

Passivhaus mit teurer Miete

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sah Scheffler den Umzug vor drei Jahren. Das Konzept auf der „sehr beengten“ Fläche sei einfach nicht mehr zeitgemäß gewesen, zudem habe er sich immer vor neuen Auflagen des Ordnungsamts gefürchtet. Das neue Gelände an der Gwinnerstraße biete nun deutlich mehr Parkplätze und durch die Vergrößerung der Fläche sei ein vielfältigeres Veranstaltungsangebot möglich geworden.

In Erinnerungen an die Batschkapp schwelgte auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) beim Spatenstich, vor allem die Feiern an Weihnachten seien Anfang der 1980er-Jahre ein Tabubruch gewesen: „Da bebte schon mal ordentlich die Decke“, erinnert er sich.

Damit genau das den neuen Mietern in den Wohnungen erspart bleibt, wird das Gebäude nach der Passivhaus-Technik gebaut, und zwar nicht ohne Grund – denn es liegt direkt neben den S-Bahn-Schienen und der Haltestelle Eschersheim. Nach dem „Thermoskannen-Prinzip“ wird das Gebäude sehr stark gedämmt, werden die Fenster dreifach verglast und Bäder sowie Küchen auf die Schienenseite gelegt, so Junker.

Die Passivhaus-Wohnungen haben einen stolzen Preis. Bei rund zwölf Euro pro Quadratmeter soll die Miete liegen, so Junker – geförderter Wohnraum ist hier Fehlanzeige. Vom Alternativen-Treffpunkt zum gehobenen Wohnen, dafür habe es auch viel Kritik gehagelt, berichtet Feldmann. Trotzdem sei er „zuversichtlich“, das Ziel von 30 Prozent gefördertem Wohnraum bei Neubauten stadtweit noch zu erreichen.

Bis die Bagger anrollen, wird es jedoch noch dauern, erst im Frühjahr 2018 rechnet Junker mit der Fertigstellung. Grund für die Verzögerungen seien der Erwerb eines weiteren Grundstücks an der Stichstraße gewesen, das in den Bebauungsplan einbezogen wird – hierfür musste die anliegende Schlosserei weichen. Auch wenn dieses Jahr an Heiligabend dann schon Baugerät auf der Fläche stehen wird, freut sich Ralf Scheffler schon auf ein weiteres Weihnachtstreffen der Batschkapp-Fans und kündigt Junker lachend an: „Machen Sie sich auf Gäste gefasst!“



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 12.12.2016. Von Jan Klauth

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