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17.01.2017

Mehr Leben für die Albert-Schweitzer-Siedlung

Mit einem Quartiersfest will die Bürgerinitiative der Albert-Schweitzer-Siedlung einen Treffpunkt schaffen. Die BI wählt mit der Künstlerin Irene Kubisch zudem eine neue Sprecherin.

Die Albert-Schweitzer-Siedlung am Dornbusch bekommt ein neues Sprachrohr. Die Künstlerin Irene Kubisch tritt die Nachfolge von Günter Tatara als Sprecherin der Bürgerinitiative an. Tatara kann aus zeitlichen Gründen das Amt nicht mehr wahrnehmen. Er hatte 2013 die Bürgerinitiative gegründet. Ziel war es, die Siedlung bekannter zu machen, um dem Vergessen des großen Humanisten, Ethikers, Theologen und Arztes entgegenzuwirken.

Derzeit gehören zehn Mitglieder der Initiative an, die zum größten Teil die Eröffnung der Siedlung 1956 miterlebten, bei der auch Schweitzer persönlich anwesend war. Seither haben die Mitglieder viel bewirkt, unter anderem wurde vergangenes Jahr drei Tage lang ein Quartiersfest zur 60-Jahrfeier ausgerichtet. Für dieses Jahr wünscht sich die Initiative, dass der Mietertreff in der Waldecker Straße 5 verschönert wird. Das eingeschossigen Gebäude, in dem sich einst die erste Apotheke im Viertel befand, sei ziemlich in die Jahre gekommen, sagte Tatara bei der Mitgliederversammlung, die am Montagabend im Mietertreff stattfand. Heute wird in den Räumen vor allem Hausaufgabenhilfe angeboten, auch Filme über Albert Schweitzer wurden gezeigt. „Da reichten die Stühle nicht aus, so groß war der Andrang“, erinnert sich Irene Kubisch, die sich im besonderen Maße für ihre Siedlung engagiert. Für sie steht fest: „Das Interesse ist da.“ Daher müsse sich die Bürgerinitiative nun vergrößern. Wichtig sei es, vor allem Migrantenfamilien zu gewinnen, um der wachsenden Anonymität in der knapp 8000 Einwohner zählenden Siedlung entgegen zu treten.

Überdies wolle man mit dem zuständigen Ortsbeirat 9 stärker kooperieren. So liegt für die Sitzung am morgigen Donnerstag ein Antrag der SPD vor, in dem die Partei sich für einen Bücherschrank vor dem Gemeindehaus an der Grafenstraße einsetzt. Auch für die Bürgerinitiative müsse es ein Anliegen sein, sich für mehr Anlaufstellen und Treffpunkte im Viertel stark zu machen, sagt Irene Kubisch.

So soll das Quartiersfest künftig jährlich stattfinden. Voraussetzung sei, dass mehr Mitglieder gewonnen werden, damit die Organisation gleichmäßig verteilt werden könne. Lag der Fokus im September Jahr auf Albert Schweitzer, so soll diesmal seine Ehefrau Helene im Zentrum der Würdigung stehen.

Irene Kubisch hat schon eine Idee. Denkbar sei eine Ausstellung über das bewegte Leben der Sozialreformerin, die mehrere Jahre in Frankfurt lebte. Vielleicht könnte die Schau anschließend auch an anderen Plätzen zu sehen sein, etwa in Stadtteilbibliotheken, hofft Kubisch.

Wer sich anschließen möchte, kann sich an die Bürgerinitiative Albert-Schweitzer-Siedlung, Ziegenhainer Straße 40, per Mail wenden: ireneglueck@wolke7.net



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 17.01.2017. Von Julian Loevenich

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