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06.05.2017

Sie kämpfen gegen die Umleitung

Die sonst ruhige Landgraf-Philipp-Straße hat sich mit dem Umbau der Eschersheimer Landstraße zu einer Hauptverkehrsstraße entwickelt. Dort verläuft eine der Umleitungen, mit überhöhter Geschwindigkeit brettern die Autos durchs Wohngebiet. Dagegen laufen die Anwohner Sturm und haben demonstriert.

Eschersheim. Die parallel zur Eschersheimer Landstraße verlaufende Landgraf-Philipp-Straße ist eigentlich eine ruhige Wohngegend. Dort stehen Ein- und Mehrfamilienhäuser, am Rand parken Autos, zwei Fahrzeuge können nur an wenigen Stellen der engen Straße aneinander vorbeifahren. Die Straße ist eine Tempo-30-Zone, wie fast das gesamte Dichterviertel.

Doch diese Ruhe ist seit zwei Wochen vorbei, seit die Umbauarbeiten zur Einspurigkeit der Eschersheimer Landstraße zwischen Hügelstraße und Weißer Stein begonnen haben und die Fahrzeuge durch die Landgraf-Philipp-Straße umgeleitet werden. Seitdem kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen – zwischen zu schnell fahrenden Autos, Radfahrern und Kindern. Für Ruhe und Sicherheit

„Die Straße ist nicht für eine Umleitung geeignet. Sie ist viel zu eng“, ist Anwohnerin Susanne Hannig sauer. Mit ihrem Ärger ist sie nicht alleine, gemeinsam mit ihren Nachbarn demonstrierte sie gestern gegen die Umleitung und für mehr Ruhe und Sicherheit in der Landgraf-Philipp-Straße. Von der Haeberlinstraße bis zum Schwalbenschwanz liefen die Anwohner. „Um wenigstens für eine Stunde den Verkehr lahm zu legen“, betont Hannig allerdings, dass sich die Demonstration nicht gegen den Umbau der Eschersheimer richte. Im Gegenteil: „Wir freuen uns sogar, dass wir einen Radweg bekommen. Es ist lediglich die Umleitungspolitik der Stadt, die uns stört“, wünscht sie sich nach zwei Wochen endlich wieder eine ruhige Nacht. Denn auch nachts dann würden Autos mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Straße brettern. „So schnell wird also aus einer Wohn- eine Hauptstraße“, schlägt sie eine Umleitung über die Kurhessenstraße vor, so wie sie im Übrigen auch für Lastwagen ausgeschildert ist.

Die kleinräumige Umleitung, erklärt Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau Erschließung, diene ohnehin lediglich dazu, den Anliegern eine Zu- und Abfahrt zu ihren Liegenschaften zu ermöglichen. „Im Rahmen der örtlichen Begehungen wurden keine Einschränkungen im Falle der Umfahrung für den motorisierten Verkehr festgestellt“, sagt sie. Zudem handle es sich bei den aktuellen Umleitungen um keine dauerhaften, da diese sich immer nach dem jeweiligen Bauabschnitt richten würden. Sobald es absehbar sei, wann eine Bauphase beginnt, erfolge zeitnah eine Mitteilung an die betroffenen Anwohner, verspricht Kraft. Dieser Information werde eine Umfahrungsstrecke als Plan beigefügt.

Dass diese Mitteilung wirklich rechtzeitig und vor allem detailliert die Anwohner erreicht, das hofft vor allem Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Denn seit der Umbau der Eschersheimer begonnen hat, steht das Telefon bei ihm nicht still. Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern. „Niemand weiß genau, was wann passiert. Es gab zwar einen Zettel der in die Briefkästen geworfen wurde, allerdings erst zwei Tage vor Baubeginn. Bekommen hat ihn zudem nicht jeder Anwohner“, fordert er mehr Transparenz von der Stadt Frankfurt.

Schritt für Schritt

In insgesamt 15 Bauabschnitten werde die Eschersheimer Landstraße umgestaltet, erklärt Michaela Kraft. Die Arbeiten verlaufen dabei schrittweise, von einem Kreuzungsbereich bis zum nächsten. „Die Baustelle erstreckt sich daher zu keiner Zeit über den gesamten Ausbaubereich“, sagt sie.

Nach Fertigstellung eines Abschnittes wandere die Baustelle parallel sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts ein Stück weiter. Deswegen werde die Eschersheimer Landstraße auch immer nur abschnittsweise und nicht in ihrer Gänze voll gesperrt. Nach den aktuellen Planungen soll die letzte Sperrung bis zum 7. November 2018 beendet und der 4,45 Millionen Euro teure Umbau der Straße abgeschlossen sein.



Artikel der Frankfurter Neue Presse vom 06.05.2017. Von JUDITH DIETERMANN

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