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05.12.2017

Autobahn-Ausfahrt Kalbach/Bonames verschwindet

Zehn Jahre lang setzte sich der Kalbacher Ortsbeirat für eine Wiederöffnung der Anschlussstelle Kalbach/Bonames ein. Genauso lange wehrten sich Bonameser dagegen. Nun ist klar: Sie wird zurückgebaut.

Die Autobahn-Anschlussstelle Kalbach / Bonames bleibt zu. Und nicht nur das: Der Landesrechnungshof hat die Stadt schriftlich aufgefordert, die Verkehrsflächen mehr als zwölf Jahre nach der Schließung endlich zurückzubauen. Tut sie es nicht, muss die Stadt 13 Millionen Euro an seinerzeit gezahlten Landeszuschüssen zurückzahlen – eventuell samt Zinsen. Damit sei ein Schwebezustand zwischen Stadt und Land nun beendet, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD): Das Risiko, das Geld zahlen zu müssen, will er nicht eingehen und lässt die Anschlussstelle zurückbauen.

Das Land Hessen habe „wegen der hohen Verkehrsbelastung der A 661 keine Bereitschaft erkennen“ lassen, „die Wiedereröffnung der Anschlussstelle im Rahmen eines neuen Planfeststellungsverfahrens zu befürworten“, schreibt Oesterling in einer Pressemitteilung. Die Planfeststellung für die neue Anschlussstelle Nieder-Eschbach sei unter der Maßgabe erfolgt, dass „Kalbach/Bonames“ geschlossen wird. „Schon aus diesen rechtlichen Gründen ist es nicht einfach möglich, sie wieder zu eröffnen“, sagt der Dezernent. „Dazu müsste man ein neues Planfeststellungsverfahren betreiben.“ Doch das wolle die Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil nicht.

Auch habe sich die Fläche „inzwischen selbst renaturiert“, sagt Oesterling. Damit spielt er darauf an, dass die Fahrbahn schon seit Jahren aufgeplatzt ist und sich Gras, Sträucher und sogar kleine Bäume angesiedelt haben. Die Auf- und Abfahrt müsste wohl komplett neu aufgebaut werden.

Straßen sind verstopft

In den benachbarten Stadtteilen wird die Nachricht unterschiedlich aufgenommen. Während die Kalbacher Ortsvorsteherin Caroline Friedrich (CDU) über die Nachricht „schockiert und entsetzt“ ist, befürwortet ihr Parteifreund, der Bonameser Ortsvorsteher Robert Lange, den Beschluss. Der Ortsbeirat 12 (Kalbach/Riedberg) habe die Wiedereröffnung immer gefordert, sagt Friedrich. Denn die Straßen zu den benachbarten Anschlussstellen Nieder-Eschbach über den Martinszehnten und Heddernheim über die Marie-Curie-Straße seien verstopft. Zwischen dem dicht beieinander liegenden Homburger Kreuz und Nieder-Eschbach komme es oft zu gefährlichen Situationen. Eine Wiedereröffnung von Kalbach/Bonames würde die gefährliche Situation entspannen. Der Ortsbeirat 10, zu dem Bonames gehört, wolle die Anschlussstelle erst wieder eröffnen, wenn Bonames eine Ortsumfahrung habe, betont hingegen Robert Lange. Sonst nehme der Verkehr im überlasteten Ortskern am Wendelsgarten weiter zu. Doch noch stehe die Planung weder für das Baugebiet Bonames-Ost noch die dort entlang führende Ortsumfahrung.

Park & Ride erhalten

Der Kalbacher Grünen-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Diel sieht Vor- und Nachteile. „Wir waren anfangs gegen die Wiedereröffnung, bis die Kalbacher Bürger deutlich machten, dass sie die Anschlussstelle wieder haben wollen.“ Während sie für die Kalbacher praktisch sei, bringe sie Bonames aber mehr Verkehr. Auch habe sich die Auf- und Abfahrt Nieder-Eschbach bewährt. Der Park-&-Ride-Parkplatz Bonames werde auch ohne die angrenzende Auffahrt gut genutzt. Ein neuer Anlauf, die Anschlussstelle Kalbach/Bonames wieder zu eröffnen, sei möglich, wenn die A 661 erweitert wird, sagt Oesterling. Doch die habe das Land zurückgestellt und ziehe einen Ausbau der A 5 vor. Eine rein theoretische Möglichkeit, finden Friedrich und Lange. Eine Planung für den Ausbau beginne frühestens 2030.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 05.12.2017. Von ANDREAS HAUPT

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