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27.12.2017

Baustellen sorgen für Unmut in Eschersheim

Die Baustelle auf der Eschersheimer Landstraße und die Nachverdichtung der Platensiedlung stehen beim Ortsbeirat 9 in den kommenden zwölf Monaten im Fokus. Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) rechnet mit Protesten und Kritik.

Mit wütenden Anwohnern und entrüsteten Mietern weiß Friedrich Hesse (CDU) mittlerweile gut umzugehen. Schließlich gab es im vergangenen Jahr kaum eine Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), in der Bürger ihrem Ärger keine Luft machten. Sie werden auch in diesem Jahr wieder kommen, da ist sich der Ortsvorsteher sicher. „Wir haben den immer noch dauernden Umbau der Eschersheimer Landstraße sowie die anstehende Nachverdichtung der Platensiedlung. Da gibt es ausreichend Punkte, über die man sich beschweren kann. Immer und immer wieder“, ahnt Hesse schon jetzt, was auf ihn und seine Kollegen zukommt.

Im April hat der Umbau der Eschersheimer Landstraße zwischen Hügelstraße und Weißer Stein begonnen – für 4,45 Millionen Euro wird der 1,3 Kilometer lange Abschnitt einspurig. „Es ist ja erst die Hälfte fertig, bei jedem Bauabschnitt gab es bisher Probleme, weil die Stadt es nicht schafft, die Umleitungen gut und rechtzeitig auszuschildern“, schildert Hesse den größten Kritikpunkt.

Pläne verworfen

Wenigstens sei mittlerweile der Plan verworfen worden, die Trasse nicht in beide Fahrtrichtungen gleichzeitig umzubauen und zu sperren. „Das bringt aber auch nicht viel Entspannung, weil die Informationen über die einzelnen Bauabschnitte immer noch viel zu kurzfristig übermittelt werden. Ich habe wenig Hoffnung, dass sich daran in den kommenden Monaten etwas ändert. Die Anwohner werden wieder reihenweise bei uns auf der Matte stehen“, kritisiert der Ortsvorsteher.

Durch die Wohngebiete werden die Fahrzeuge geleitet, wenn auf der Eschersheimer Landstraße gebaut wird. In den sonst so ruhigen Nebenstraßen wird es dann nicht nur voll und laut, durch zu schnell fahrende Autos kommt es auch immer wieder zu brenzligen Situationen. Zudem bleiben immer wieder Lastwagen stecken, weil sie die Beschilderung missverstanden haben.

„Die Bürger beschweren sich, werden aber von der Stadt nicht ernstgenommen. Ebenso wenig, wie der Ortsbeirat. Das muss besser werden. Schließlich wissen wir vor Ort am besten, wo es klemmt“, bezeichnet Hesse die Art der Stadt, auf Kritik zu reagieren, als ungeschickt. Zugleich appelliert der Ortsvorsteher aber auch an mehr Verständnis bei den Anwohnern – auch, weil der Umbau noch bis Ende 2018 dauert. „Es ist keine Maßnahme, die mittelfristig Freude bereitet. Die kommt hoffentlich dann, wenn alles fertig ist“, sagt er.

600 neue Wohnungen

Ebenso wenig Freude werde die noch in diesem Jahr anstehende Nachverdichtung der Platensiedlung bringen. Davon ist Friedrich Hesse überzeugt. 600 neue Wohnungen will die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding nördlich der Platenstraße bauen. Eigentlich hätten die Arbeiten bereits im Frühjahr beginnen sollen. „Sie wurden jedoch verschoben, wahrscheinlich wegen der Oberbürgermeister-Wahl im Februar“, vermutet der Ortsvorsteher. Für die Bewohner ergäbe sich so die Möglichkeit, erneut auf ihren Unmut über die Pläne aufmerksam zu machen. Denn im direkten Umfeld seien diese nicht beliebt, weiß Hesse.

Er selbst hingegen sieht die Nachverdichtung als Chance. Als Chance, die „soziologische Monotonie“ in der Siedlung verschwinden zu lassen. „Durch die Planung der Studentenwohnungen kann viel im Quartier passieren. Sie werden frischen Wind hineinbringen. Auch dadurch, dass sie nur für einige Jahre und nicht dauerhaft in den Wohnungen leben werden“, spricht Hesse von einer „natürlichen Fluktuation“.

Probleme sieht der Ortsvorsteher allerdings bei den Schulen, schon jetzt seien die Gebäude der benachbarten Astrid-Lindgren-Schule viel zu klein und heruntergekommen. Das Bildungsdezernat sei jetzt am Zug und müsse eine Lösung finden. „Die Schule muss schnellstmöglich erweitert werden, dafür bietet sich das BMX-Gelände an der Platenstraße an“, schlägt Friedrich Hesse vor.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 27.12.2017. Von JUDITH DIETERMANN

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