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01.02.2018

Kicker warten auf den Kunstrasen

Frühestens im Sommer erfahren die Vereine im Frankfurter Norden, ob ihre Plätze umgebaut werden. Das sorgt für Ärger.

Dietmar Dormann ist verärgert. „Wir kommen uns vor wie das gallische Dorf inmitten Frankfurts“, klagt der Vorsitzende der TSG Eschersheim. Während die meisten Fußballvereine im Umkreis auf Rasen spielen, wird in Eschersheim nämlich auf Asche gekickt.

Seit Jahren wartet der Verein im Frankfurter Norden auf einen Kunstrasenplatz. Dasselbe Problem hat der FV Eschersheim – eigentlich ein Rivale der TSG. In puncto Kunstrasen haben sich die Clubs jedoch zusammengetan, des gemeinsamen Anliegens wegen.

Ende 2016 kam in Eschersheim Hoffnung auf: Im Zuge eines Ortstermins bei der TSG 51 kündigte der damalige Leiter des Sportamts, Georg Kemper, an, dass beide Vereine spätestens im Herbst 2019 einen Kunstrasen bekämen.

„Die Zusage kam überraschend“, erinnert sich Dormann. Endlich sei wieder eine Perspektive in Sicht gewesen.

Vergangene Woche machte sich dann Ernüchterung bei den Kickern breit. „Das Sportamt teilte uns mit, dass bisher nicht feststeht, welche Plätze 2019 tatsächlich einen Kunstrasen bekommen“, berichtet Dormann. Der Vorstand zeigt sich von den Neuigkeiten enttäuscht: „Nun befürchten wir, abermals leer auszugehen.“

Der Tennenplatz an der Niedwiesenstraße sei aus zwei Gründen problematisch, erläutert Dormann. Zum einen könne nach starken Regenfällen nicht gespielt werden. „Der verschlammte Boden macht den Platz quasi unbespielbar“ sagt er. Zum anderen sei die Verletzungsgefahr für Spieler auf Ascheplätzen generell höher als auf Rasen. „Andere Vereine im Umkreis können bessere Trainingsbedingungen bieten“, räumt er ein. Rund 420 Mitglieder gehören der TSG an, darunter zwei Damenmannschaften. Um für den Nachwuchs attraktiv zu bleiben, sprich Fußballer vom Vereinswechsel abzuhalten, müsse nun schnellstmöglich der Rasen kommen. „Für viele Eltern ist ein Ascheplatz quasi ein Ausschlusskriterium“, klagt Dormann.

Die SPD im Ortsbeirat 9 (Eschersheim, Ginnheim, Dornbusch) hat sich schon vor mehreren Jahren für die Sportler eingesetzt. „Dass beide Vereine nun wieder die Werbetrommel rühren müssen, ist unfair“, findet Donna Ochs (SPD). Schließlich sei der Kunstrasen zugesagt worden. Im Ortsbeirat brachte die Fraktion einen Haushaltsantrag auf den Weg, der um Auskunft zum Sachstand der Planung für die Plätze bittet. Eine Stellungnahme seitens der Stadt steht bislang noch aus.

Auf der Warteliste für Kunstrasenplätze stehen die beiden Eschersheimer Vereine jedoch keineswegs alleine. Rund 20 andere Fußballabteilungen hoffen auf den Umbau. „Bislang steht erst fest, welche Vereine 2018 den Zuschlag erhalten“, sagt Angelika Strötz vom städtischen Sportamt. Weder die TSG 51 noch der FV Eschersheim sind mit dabei. Frühestens im Sommer werde es weitere Informationen zur Planung für 2019 geben.

„Wir können die Probleme der beiden Vereine nachvollziehen“, betont Strötz. „Bis 2021 werden aber sämtliche Plätze ohnehin umgebaut“, verspricht sie. Die Kriterien, nach denen das Sportamt die Rangfolge erstellt, seien vielfältig. Dazu zählen die Liga des Vereins ebenso wie die Kosten, welche die Stadt jährlich in die Instandhaltung der Plätze investieren muss, erklärt Strötz. Rund 27 Millionen Euro investiert die Stadt insgesamt in den Umbau aller Plätze in Frankfurt.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 01.02.2018. Von Jan Klauth

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