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08.06.2018

Ausbau der Main-Weser-Bahn verzögert sich

Weil sich Grundstücksbesitzer gegen Enteignungen wehren, verzögert sich der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel. Um Zeit zu gewinnen, überarbeitet die Bahn derzeit den Ablaufplan.

Den offiziellen Baubeginn feierte die Deutsche Bahn bereits im vergangenen Dezember. Tatsächlich ist seitdem einiges passiert, um den viergleisigen Ausbau der Strecke nach Bad Vilbel vorzubereiten. Zusätzliche Weichen wurden eingebaut, damit Züge während der mehrjährigen Bauphase das Gleis wechseln können. Die Fußgängerbrücke am Eschersheimer Bahnhof wurde abgerissen. Bis Mitte März wurden westlich der Trasse Bäume und Büsche gerodet. Dort soll die Baustraße angelegt werden. Doch das war bisher nicht möglich, da die Bahn nicht über alle nötigen Grundstücke verfügte. 25 Eigentümer in Ginnheim, Berkersheim und am Frankfurter Berg wehren sich gegen die Enteignung.

Nach Angaben der Bahn ist die „vorläufige Besitzeinweisung“ jetzt aber rechtskräftig, die Grundstücke könnten genutzt und die Baustraße angelegt werden. Nur die Höhe der Entschädigung werde erst später festgelegt, sagte ein Unternehmenssprecher. Diese erfolge zu üblichen Marktpreisen.

„Keine Bautätigkeit“

Die Bürgerinitiative „Ba(h)nane“, die gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn kämpft, weist diese Darstellung zurück. Es seien noch nicht einmal Gerichtstermine festgelegt, um darüber zu verhandeln, ob die Besitzeinweisung rechtmäßig ist. Es gebe bisher „keine wirkliche Bautätigkeit“, heißt es auf einem Flugblatt der Initiative, die am Sonntag bei ihrer Mitgliederversammlung (15 bis 18 Uhr, Turnhalle des TVE Eschersheim, Maybachstraße 14) über die aktuelle Situation informieren will. Die Bahn versuche, vollendete Tatsachen zu schaffen und die Bevölkerung zu täuschen. Andrea Volkwein, die Vorsitzende der Initiative, sieht nach wie vor gute Chancen, „dieses unsinnige Vorhaben zu stoppen“, wie sie in der Einladung zur Mitgliederversammlung schreibt.

Die Bahn räumt eine Verzögerung um einige Wochen ein. Einen neuen Zeitplan gebe es noch nicht. So sei zum Beispiel noch nicht klar, wann die Behelfsbrücke über die Nidda bei Bad Vilbel gebaut wird, über die die Baustraße direkt an die B 3 angeschlossen wird. Derzeit werde ein neuer Ablaufplan erarbeitet mit dem Ziel, den Zeitverlust wieder hereinzuholen, sagte ein Bahnsprecher. Bisher ist geplant, die neue Strecke, die rund 350 Millionen Euro kostet, bis Ende 2022 fertigzustellen.

Züge fallen aus

An einigen Stellen, etwa am „Ginnheimer Wäldchen“, ist die Baustraße schon zu sehen. Ende Juni soll sie auf ganzer Länge fertig sein. Auf jeden Fall will die Bahn die Sommerferien für umfangreichere Bauarbeiten nutzen. Das führt zwischen dem 23. Juni und dem 13. August zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr, die auf der Strecke verkehrenden IC-Züge fallen größtenteils aus.

Nach Angaben der Bahn ist geplant, zwischen Frankfurter Berg und Berkersheim an Dammaufschüttungen und Einschnitten zu arbeiten. Bei Ginnheim wird der Untergrund auf zwei Kilometer Länge verbessert. Außerdem werden bestehende Lärmschutzwände abgerissen und eine neue Entwässerung gebaut.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 08.06.2018. Von GÜNTER MURR

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