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22.06.2018

In Eschersheim fehlen Parkplätze vorm Rewe-Markt

Fast zwei Jahre lang waren Supermärkte in Eschersheim Mangelware. Gestern eröffnete an der Maybachstraße endlich der neue Rewe-Markt. Doch neben die Freude über den neuen Nahversorger mischt sich auch Ärger über das Parkplatzchaos.

Endlich ein neuer Nahversorger in Alt-Eschersheim: Nachdem vor rund zwei Jahren der Rewe-Markt an der Maybachstraße geschlossen hat, wurde gestern an gleicher Stelle der Nachfolger eröffnet. Mit etwa 1200 Quadratmetern plus einem 250 Quadratmeter großen Getränkemarkt ist der neue Rewe fast doppelt so groß wie der Vorgänger – und die Kunden freuen sich. „Wir sind sehr zufrieden, dass es wieder einen Nahversorger gibt“, sagt Anwohner Erich Deisenroth.

Einzig das Parkplatzchaos vor dem neuen Supermarkt trübt die Freude, denn für die Kunden wurden nur 20 Fahrradstellplätze geschaffen, für Autofahrer aber keine. „Es gab hier schon immer ein Parkplatzproblem. Und gerade mit dem großen Rewe muss man sich jetzt etwas einfallen lassen.“

Größeres Einzugsgebiet

Ähnlich sieht das Ortsvorsteher Friedrich Hesse vom Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). „Wir sind natürlich angetan von der Tatsache, dass Eschersheim nun wieder einen Lebensmittelvollversorger hat, der nachhaltig funktioniert, da er platzsparend in einem Wohnhaus untergebracht ist“, so Hesse auf Anfrage. Allerdings erwartet er, dass sich der Einzugsbereich im Verhältnis zum alten Markt vergrößert. „Und hier liegt auch das Problem“, sagt Hesse. „Denn es gibt keinen separaten Parkplatz für den Supermarkt.“

Die vorhandene Tiefgarage ist nur für Bewohner des Hauses bestimmt und die Parkplätze an der Maybachstraße vor dem Supermarkt sind öffentlich. „Es ist also dringend erforderlich, dass hier eine Reihe von Kurzzeitparkplätzen für die Kunden eingerichtet werden.“ Doch dafür sieht der Konzern keine Notwendigkeit. „Wie bereits im alten Markt, der auch kaum eigene Parkplätze hatte, rechnen wir damit, dass viele Kunden zu Fuß kommen und somit die Parkplätze vor dem Markt und in der Umgebung ausreichen“, erklärte eine Rewe-Sprecherin auf Anfrage. Auch die ABG Holding, die 13 Millionen Euro in den Gebäudekomplex auf dem ehemaligen Batschkapp-Gelände und dem Nachbar-Areal an der Maybachstraße investiert hat, wird keine Parkplätze für die Rewe-Kunden schaffen. „Der Supermarkt ist hervorragend an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen und bestens fußläufig erreichbar“, so ABG-Chef Frank Junker.

Erich Deisenroth und seine Frau Gisela können glücklicherweise zu Fuß im neuen Rewe einkaufen. „Wir wohnen gegenüber am Weißen Stein“, erklärt er. „So kaufen wir eben häufiger und dafür weniger auf einmal.“ Anders sieht das bei Maria Oksan aus. „Ich wohne an der Grenze zu Heddernheim und muss eine sechsköpfige Familie versorgen.“ Kleinere Einkäufe kommen für die Mutter daher nicht infrage. „Ich bin darauf angewiesen, mit dem Auto einkaufen zu fahren. Schon alleine, um Getränke für die ganze Familie zu kaufen.“ Gestern hat die 46-Jährige fast zehn Minuten einen Parkplatz vor dem Supermarkt gesucht. „Ich hoffe, dass sich das legt, sobald der erste Ansturm nach der Eröffnung vorbei ist.“

Umständlicher Weg

Auch Sonja Müller-Luxem ist gestern mit dem Auto einkaufen gefahren. „Ich musste ein bisschen warten, bis ich einen Parkplatz gefunden hatte.“ Sie wohnt zwischen Eschersheim und Bonames – und freut sich über den neuen Nahversorger. „Ich bin schon immer im alten Rewe hier einkaufen gewesen“, erklärt sie. Seit der vor zwei Jahren geschlossen wurde, ist sie häufig zum Frankfurter Berg in den Supermarkt gefahren. „Aber das ist schon umständlich. Vor allem, wenn mal kein Auto zur Verfügung ist und man auf Bus und Bahn angewiesen ist.“ Daher steht für sie fest: „Ich werde künftig immer im neuen Rewe einkaufen gehen.“



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 22.06.2018. Von CAROLIN-CHRISTIN

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