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01.09.2018

Wäldchen könnte bleiben

Die Stadt Frankfurt präsentiert Entwürfe für das Baugebiet nördlich der Anne-Frank-Siedlung. Bürger wollen den wild gewachsenen Baumhain bewahren.

Zum Glück steht die Infotafel vor einer Wand. Sonst würde die Menschentraube sie wohl umstoßen. Großflächige Plakate zeigen die vorläufigen Entwürfe der fünf noch im Wettbewerb stehenden Architekturbüros. Es geht um das Neubaugebiet nördlich der Anne Frank-Siedlung. Bei einer Informationsveranstaltung im Saalbau Haus Ronneburg hat die Stadt den Bürgern die Entwürfe vorgestellt. Sie sollen ihre eigenen Vorstellungen einbringen und mit den Architekten diskutieren.

„Schau, hier war das Wäldchen“, sagt ein älterer Herr zu einer Dame. Er zeigt mit dem Finger auf eine dunkelgrüne Fläche auf der Karte. „Nein, halt hier ist das Wäldchen ja noch.“ Er spricht damit aus, was viele der Anwesenden beschäftigt. Lange hat sich Widerstand gegen die Bebauung der Grünflächen geregt. Die Chancen für den Erhalt stehen nicht schlecht. Nur eines der fünf Architekturbüros sieht eine Bebauung des wild gewachsenen Haines vor. Dafür enthält der Entwurf eine Lärmschutzmauer, autofreie Wohnbereiche und großzügige Grünflächen in Autobahnnähe.

„Es war uns ein Anliegen, die Bedenken der Anwohner in Sachen Naherholung, Klimaschutz, Verkehrsanbindung und Lärmschutz zu berücksichtigen“, versichert Planungsdezernent Mike Josef. Darum sei es auch Vorgabe an die Architekten gewesen, dies in ihren Plänen zu berücksichtigen. Alle eingebrachten Entwürfe sehen eine Bebauung mit 800 bis 850 Wohneinheiten, mindestens einer Kindestagesstätte und einer Bushaltestelle, Ladeflächen und einem Nahversorger vor. In allen Entwürfen weichen die Freizeitgärten westlich des Wäldchens öffentlichen, gemeinschaftlich nutzbaren Grünflächen. Städtebauliche Vorgabe war zudem ein Anteil von 30 Prozent sozial gefördertem Wohnbau und 15 Prozent genossenschaftlichem Wohnen. 50 Prozent des geförderten Wohnraums ist für Sozialwohnungen vorgesehen, der Rest für das Mittelstandsprogramm.

Aus den Plänen ist allerdings nicht ersichtlich, wo genau der soziale Wohnungsbau realisiert werden soll. Das sorgt bei einigen Anwesenden für Unmut. „Einige der Entwürfe sehen mehrstöckige Häuserzeilen als Lärmschutz gegen die Autobahn vor“, sagt eine Anwesende am Rande der Veranstaltung. Da wolle sie nicht wohnen.

Auch die Verkehrsanbindung wird diskutiert. Viele Anwohner befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in den Straßen „im Geeren“ und „Am Gabelacker“. Ein Entwurf konnte daher besonders punkten. Er sieht vor, das Wohngebiet über den Berkersheimer Weg anzubinden. Die Architekten sollen die Anmerkungen der Bürger in die weitere Ausgestaltung der Pläne einbeziehen.

Am Dienstag, 13. November, um 17.30 Uhr sollen die endgültigen Pläne den Bürgern im Saalbau Ronneburg vorgestellt werden. Eine Jury aus den Fraktionen der Römerkoalition, Architekten und Stadtplanern entscheidet dann, unter Berücksichtung der Bürgerinteressen, über den Zuschlag.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 31.08.2018. Von André Daub

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