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17.11.2018

Bürgerdialog geht in zweite Runde

Die Entwürfe für das Baugebiet nördlich der Anne-Frank-Siedlung werden vorgestellt.

Nordöstlich der Anne-Frank-Siedlung in Eschersheim soll eine neue Wohnsiedlung entstehen. Rund 800 Wohneinheiten könnten auf dem Areal zwischen der Straße „Im Geeren“ und der A661 Platz finden. Mit einem Dialogformat hat das Frankfurter Planungsdezernat versucht, Bürger in den Planungsprozess einzubinden. Am Dienstag folgte die zweite Runde.

Mit dem Forum haben die Verantwortlichen auch auf Proteste von Anwohnern gegen das Projekt reagiert. Größtes Anliegen der letztjährig gegründeten Bürgerinitiative ist der Erhalt der Grünflächen auf dem zukünftigen Baugebiet.

Auch die Sorge vor zunehmender Verkehrsbelastung treibt die künftigen Nachbarn um. Bereits Ende August brachten Bürger Kritik und Anregungen vor, als Architekturbüros in einer ersten öffentlichen Sitzung ihre Entwürfe vorstellten. Gut zwei Monate Zeit hatten die Planungsbüros, um ihre Entwürfe unter Berücksichtigung der Änderungswünsche zu überarbeiten.

„Unseren alten Baumbestand sollte man uns lassen“, fordert Hannelore Rundel am Dienstagabend. Auf einem Pachtgrundstück nahe der A661 pflanzte ihr Schwiegervater in den 1960er Jahren exotische Mammutbäume. Diese einzustampfen, sahen die meisten Erstentwürfe im August noch vor. „Nur um direkt nebenan neue Bäume zu pflanzen“, moniert Rundel. Drei der fünf Planungsbüros hätten den Erhalt des Baumbestands in ihre Zweitentwürfe integriert. Fast alle Bürger, die am Dienstag in den Saalbau Ronneburg gekommen sind, teilen Rundels Forderung.

Auch die Zukunft von Kleingärten und einem Birkenwäldchen steht auf dem Spiel. Zumindest in abgewandelter Form sieht mittlerweile ein Großteil der Projektdesigns deren Bewahrung vor. Mit der Auslagerung des öffentlichen Nahverkehrs sowie einer separaten Verkehrsführung wollen einige Architekten außerdem ein übermäßiges Verkehrsaufkommen rund um die neue Siedlung vermeiden.

Ute Hermann begrüßt grundsätzlich die Idee, Bürger am städteplanerischen Gestaltungsprozess teilhaben zu lassen. „Das schafft schon mehr Akzeptanz für das Vorhaben“, sagt die Anwohnerin. Auch, wenn nicht alle Wünsche berücksichtigt werden könnten. Welche der fünf Ideen letztlich gewinnt, darüber entscheidet diese Woche ein Preisgericht aus Fraktionsvertretern und Stadtplanern. Verkehrserschließung, Bebauung sowie Design der Grün- und Freiflächen werden bei der Wahl den Ausschlag geben, erklärt der Leiter des Stadtplanungsamts, Martin Hunscher. „Uns es aber wichtig, dass die Empfehlungen der Bürger in das Endergebnis einfließen.“

Am kommenden Montag wird der Gewinner öffentlich bekannt gegeben. Ab dem 20. November stellt das Planungsdezernat im Atrium in der Kurt-Schumacher-Straße 10 die Entwürfe aus. Bis die Bagger anrollen, dauert es aber noch. Gut zwei Jahre werde das B-Plan-Verfahren, also die nächste Planungsphase, dauern, kündigt der Planungsdezernent Mike Josef (SPD) an. Hanna Rohde



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 15.11.2018.

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