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06.12.2018

Keine Lösung für die Diesterwegschule

Für die Diesterwegschule gibt es immer noch kein Gelände für die Auslagerung, die IGS Eschersheim soll vielleicht doch nicht saniert, sondern gleich neu gebaut werden. Und das neue Wohngebiet nördlich der Anne-Frank-Siedlung bekommt eine Grundschule.

Petra Sturm-Hübner, Leiterin der Diesterwegschule in Ginnheim, war mit großen Hoffnungen in die Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) gekommen. Um nach zwölf Jahren endlich zu erfahren, wie es mit der geplanten Sanierung und der damit verbundenen Auslagerung der Grundschule weitergeht.

Doch sie erfuhr, dass die Prüfung der Grundstücke, die für eine Auslagerung in Frage kommen, immer noch nicht abgeschlossen sei. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), die in der Sitzung über alle Schulen im Ortsbezirk referierte, hatte dabei den Ball an Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) zugespielt. „Wir haben unsere Raumplanung abgeschlossen, jetzt ist der Kollege dran“, so Weber.

Der war nicht in der Sitzung, dafür aber Elke von Busekist, Referentin im Amt für Bau und Immobilien. „Wir prüfen noch, sind aber guter Dinge, dass wir eine Lösung finden“, sagte sie. Das Areal an der Straße „Auf der Schloßhecke“ sei immer noch Favorit, allerdings müsste die Wirtschaftlichkeit noch geprüft werden. „Wir haben noch andere Flächen im Auge, die günstiger zu realisieren sind“, blieb von Busekist in diesem Punkt unkonkret.

Thomas Budenz (BFF) pochte derweil weiterhin darauf, die Schule auf die Bleichwiese auszulagern. Obwohl Sylvia Weber erneut betonte, dass es sich dabei um ein Naturschutzgebiet handle und keine Bebauung möglich sei. Auch nicht temporär. „Aber die Deutsche Bahn darf dort ihre Gleise für den S-Bahn Ausbau ablegen? Das kann doch alles nicht sein“, so Budenz.

Grünfläche bebauen

Auch Ingrid Häußler (FDP) kann sich mit einer Bebauung der Fläche am Ginnheimer Hang anfreunden. „Wir können nicht alle Grünflächen im Stadtgebiet heilig sprechen. Die Schulen sind in Not. Da muss man auch mal über seinen Schatten springen“, sagte sie und sprach von Renaturierung der Areale nach zehn Jahren. Damit zog sie den Zorn der Grünen-Fraktion auf sich. „Das ist doch unglaublich. Es sind Bundesgesetze, die dagegen sprechen“, sagte Marcel Peters (Grüne). Das sei so auch nicht ganz richtig, entgegnete Sylvia Weber. Man versuche durchaus, Grünflächen zu nutzen. Wenn dies möglich sei. Wie beim ehemaligen BMX-Gelände an der Platenstraße, das künftig als Schulhof für die Astrid-Lindgren-Schule genutzt werden soll. Auf dem jetzigen wird eine Holzmodulanlage errichtet, die Grundschule um zwei Züge erweitert. Die sei dringend nötig, schließlich werde die Platensiedlung um 850 Wohneinheiten erweitert.

Zusätzliche Container mit fünf Klassenräumen bekommt auch die Wöhlerschule – am besten zum kommenden Schuljahr. Auch wenn Sylvia Weber diese vorfinanzieren muss. „Wir versuchen uns das Geld aus anderen Maßnahmen zu leihen“, so die Bildungsdezernentin.

Bleibt nur noch das Sorgenkind IGS Eschersheim. 2200 Quadratmeter würden dort fehlen, berichteten die Vertreter der Schule. „Das spürt man jeden Tag“, sagten sie und sprachen von Aggressivität der Schüler und hohen Krankheitsraten bei den Lehrern. Für Sylvia Weber hat die IGS deswegen „höchste Priorität“. Aktuell prüfe man, ob ab dem nächsten Schuljahr eine Drei- statt eine Vierzügigkeit möglich sei. Zudem werde überlegt, ob sich eine Sanierung der Schule lohnt oder ein Neubau sinnvoller sei. „Meine persönliche Meinung ist, man sollte in Richtung Neubau schauen“, sagte Weber.

Pavillons bleiben stehen

Zudem könne „irgendwann“ das neue Baugebiet nördlich der Anne-Frank-Schule Entspannung bringen, dort ist eine Grundschule geplant. „Diese könnte den Bedarf der Grundschule der IGS mit abdecken“, so Weber, die zudem keine Hoffnung machte, dass der benachbarte Anne-Frank-Park kurzfristig wieder als Schulhoffläche genutzt werden könnte. Die dort ansässige Pavillonanlage bleibt, die jetzige Kita zieht zwar aus, die nächste folgt aber direkt im Anschluss.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 01.12.2018. Von Judith Dietermann

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