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07.03.2019

Dreizügigkeit soll für etwas Entspannung an der leidgeplagten IGS in der Zehnmorgenstraße sorgen

Fehlende Klassen- und Fachräume, eine Mensa in der ehemaligen Schulküche und ein zu kleiner Pausenhof – die Mängelliste an der IGS Eschersheim ist lang. Deswegen hat die Schulleitung beantragt, künftig nur noch drei fünfte Klassen aufzunehmen.

75 statt 100 neue Schüler, nicht nur in einem, sondern auch in den kommenden Schuljahren – für Irmgard Long, die Leiterin der IGS Eschersheim, ihre Kollegen und auch die Schülerschaft wäre das eine deutliche Erleichterung. „Es würde uns wahnsinnig gut tun“, sagt Long. Vielleicht nicht im ersten, aber in den darauffolgenden Schuljahren. „Schulen wir Jahr für Jahr weiterhin vier fünfte Klassen bei uns ein, dann geht das nicht mehr lange gut. Wir müssen dreizügig werden“, sagt Long.

700 Schüler besuchen derzeit die Grundschule und die IGS der ehemaligen Peter-Petersen-Schule. Zu viele Kinder auf zu wenig Platz – das ergab eine Begutachtung des Stadtschulamtes über die 14 IGS in Frankfurt Ende vergangenen Jahres. „Wir gehören zu den Schulen, in denen der Platzmangel am eklatantesten ist“, merkt Long an. Aktuell fehlten sieben allgemeine Unterrichtsräume, es gibt keinen Platz für Fach- oder Differenzierungsräume, die Mensa und die Aula sind zu klein. „Uns fehlen rund 2000 Quadratmeter. Und das nicht erst seit gestern“, sagt Long.

Geht es nach dem Bildungsdezernat, dann wird die IGS Eschersheim bereits zum kommenden Schuljahr dreizügig. „Das hat die Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) der Schule versprochen“, sagt ihr Referent Rüdiger Niemann. Eine endgültige Entscheidung gebe es allerdings erst Ende Mai, nach Abschluss der Konferenz, in der die jetzigen Viertklässler auf die weiterführenden Schulen verteilt werden. Ende Mai werden die Bescheide an die Eltern verschickt.

Um die Zügigkeit an einer Schule zu verringern, müssten freilich an anderen Stellen Plätzen geschaffen werden. Wie die neue, sechszügigen IGS 16 (Nord), die im Sommer in der ehemaligen Sophienschule in Bockenheim ihren Betrieb aufnehmen wird und in drei Jahren an den Ben-Gurion-Ring in Bonames umziehen wird.

Viele Faktoren

Zugleich gibt es aber auch Ereignisse, die die geplante Dreizügigkeit bedrohen. Wie der Wasserschaden in der Schule am Mainbogen in Fechenheim. Die ist im Schulentwicklungsplan als fünfzügig ausgeschrieben. Doch ob das wirklich klappt zum neuen Schuljahr, ist noch ungewiss. „Die Tapeten sind ab, der Boden herausgerissen. Wir denken jetzt über eine Containerlösung nach“, sagt Niemann. Fallen dort Plätze weg, könnte es für die Eschersheimer wieder eng werden. Oder doch nicht? „Wir wollen unbedingt, dass das klappt“, deutet Niemann an, dass es gut aussieht.

Kommt die Dreizügigkeit, ist an der IGS aber nur ein Problem gelöst. „Die Einrichtung ist in den vergangenen Jahren extrem vernachlässigt worden. Der jetzige Zustand ist für die Arbeit, die hier vollbracht wird, nicht angemessen“, kritisiert auch die Ortsbeirätin Ingrid Häußler (FDP), die sich bereits seit mehreren Jahren für die Schule stark macht.

Schließlich warte man dort nicht nur schon lange geduldig auf eine Sanierung oder gar einen Neubau, sondern auch auf eine Mensa. Pläne dafür habe es schon viele gegeben, nur umgesetzt wurde keiner. „Die Planungen wurden stets von den neuen Anforderungen überholt. Das kann nicht sein“, kritisiert Häußler.

Als „Dauerbrenner“ bezeichnet Rüdiger Niemann die IGS Eschersheim. Der Referent im Bildungsdezernat spricht von fehlender Barrierefreiheit, anti-inklusiven Zuständen sowie fehlenden Standards für eine IGS. „Wir sind keine Bauexperten, gehen aber von einem Neubau und keiner Sanierung aus“, sagt Niemann.

Grundstück vergrößern

Geld für die Planungen stünden bereits im Haushalt. Um ein größeres Grundstück zu schaffen, werde mit den Nachbarn links- und rechtsseitig der Schule verhandelt. Bislang ohne Erfolg. Aber: Erst wenn die Grundstücksgröße feststehe, könne auch mit den Planungen begonnen werden. Ingrid Häußler ist da schon einen Schritt weiter: „Wir können jetzt schon mal nach einem Auslagerungsgrundstück suchen. Aus den Erfahrungen bei der Diesterwegschule wissen wir ja, dass das lange dauern kann“, betont sie. Derweil will die Stadt bei einem Ortstermin in der Containeranlage auf der Nachbarwiese – dort ist bis 2021 eine Kita ausgelagert – eruieren, ob diese durch Umbauten nicht zeitgleich auch durch die Schule genutzt werden könnte.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 06.03.2019. Von Judith Dietermann

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