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10.04.2019

Fahrgastverband kritisiert Ausbaugegner

Die Blockade der Erweiterung der Main-Weser-Bahn gefährde die Verkehrswende, so Pro Bahn. Am Wochenende hatte sich die BI Bahnane einmal mehr gegen die Erweiterung von zwei auf vier Gleisen ausgesprochen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Bürgerinitiative „Bahnane“ scharf. Deren Position zum viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn sei eine „Individualblockade zu Lasten der Gesamtgesellschaft“. Pro Bahn findet, die Partikularinteressen weniger müssten in künftigen Planungen zum Bahnverkehr eingedämmt werden.

„Wir brauchen massive Investitionen in unsere Schienen-infrastruktur, um eine Verkehrswende zu schaffen“, teilt Pro Bahn mit. Der Verband reagiert damit auf eine Bürgerversammlung, die die Initiative Bahnane für Sonntag einberufen hatte. Etwa 120 Besucher hatten sich in der Turnhalle des TV Eschersheim versammelt. Die Teilnehmer wollten sich Mut zusprechen, den Kampf gegen die Bahn und den Ausbau der Strecke nicht aufzugeben.

Seit 40 Jahren diskutiert die Region über den Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt-West, seit zig Jahren prozessieren Bürger aus Eschersheim, Ginnheim oder Berkersheim dagegen. Ende 2017 haben die Arbeiten begonnen. Grundstückseigentümer in Berkersheim und Eschersheim haben sich nun geweigert, für den Bau des dritten und vierten Gleises der Bahnstrecke ihre Grundstücke zu verkaufen. Sie sollen enteignet werden. Bis das Verfahren abgeschlossen ist, soll die Bahn die Grundstücke bereits nutzen dürfen. Auch das haben die Eigentümer beklagt.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat die Klagen gegen die sogenannte Besitzeinweisung zurückgewiesen. Damit dürfen die mit dem Bau beauftragten Firmen die Grundstücke der Kläger betreten. „Wir haben noch nicht alle Rechtswege verwirkt“, sagt Andrea Volkwein von der Initiative Bahnane dazu. Pro Bahn dagegen „begrüßt ausdrücklich das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs“.

Vorwurf der Streckenanlieger ist seit jeher, dass die Bahn mit der Erweiterung keineswegs den Personennahverkehr stärken wolle, sondern nur den Güterverkehr. Sie fürchten mehr Lärm und Erschütterungen. Pro Bahn rauft sich darob die Haare. Metaphorisch gesprochen.

„Dass aber der Ausbau auch notwendig ist, um mehr Regionalzüge in die Region Mittelhessen einsetzen zu können, wird verschwiegen.“ In der Region rund um Gießen, Marburg und Wetzlar wohnten rund eine Millionen Menschen. Sie werden über Regionalzug- und Fernzugverkehr an das deutsche Schienennetz angebunden, so Pro Bahn. „Dass viele Menschen von dort nach Frankfurt zur Arbeit pendeln, wird ebenfalls ignoriert.“



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 09.04.2019. Von George Grodensky

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