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21.05.2019

Stadtteil kämpft für den Erhalt der Gaststätte: Gibt es noch Hoffnung für den Drosselbart?

Ein ganzer Stadtteil kämpft für den Erhalt der Frankfurter Gaststätte Drosselbart, zwei Anträge wurden mittlerweile verabschiedet.

Als "gutbürgerliches Lokal mit Biergarten" wird die Traditionsgaststätte "Drosselbart" gerne beschrieben. Doch für die Menschen ist dieser Ort viel mehr, es ist ein Mittelpunkt im Stadtteil. An lauen Sommerabenden ist der Biergarten gut gefüllt, unter den 100 Jahre alten Kastanienbäumen wird der Schoppen genossen. Dementsprechend groß war der Aufschrei, als bekannt wurde, dass die Frankfurter BPT Esch GmbH seit Anfang des Jahres neuer Eigentümer ist und plant, auf dem Gelände ein Wohngebäude mit Lokal zu errichten.

"Wir sind alle entsetzt. Es ist, als würde den Eschersheimern das Herz herausgerissen", sagte Barbara van de Loo von der Initiative "L(i)ebenswertes Eschersheim" in der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). Bei Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) verging derweil kein Tag, an dem keine E-Mail besorgter Bürger bei ihm einging. "Es ist ein Thema, dass die Menschen bewegt. Wir als Ortsbeirat können aber nur unterstützen, das letzte Wort hat die Bauaufsicht", betonte Hesse.

Gaststätte Drosselbart: "Ein Stück Tradition"

Zwei Anträge wurden am Donnerstagabend verabschiedet. Sowohl der gemeinsame Antrag von SPD, Grünen sowie BFF sowie ein Extra-Antrag der Grünen fordern einen Erhalt der Gaststätte sowie der alten Kastanienbäume. Letzter regt an, die Bäume in die Liste Frankfurter Naturdenkmäler aufzunehmen. Aktuell laufen Gespräche zwischen der Bauaufsicht und dem Investor.

Trotz des großen Kampfeswillens für den Erhalt des Lokals machte sich auch ein wenig Resignation breit, dass es die Gaststätte vielleicht schon bald nicht mehr geben wird. "Es ist leider versäumt worden, dieses wichtige Stück Tradition rechtzeitig zu schützen", sagte van de Loo. Denn unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht, die Erhaltungssatzung gilt nur auf der anderen Seite der Bahngleise. Sowohl der Pächter des Drosselbarts wie auch der Investor wollen sich zu den Plänen aktuell nicht äußern. Ein Bauantrag bei der Stadt liegt noch nicht vor.

Investor und Bauaufsicht im Gespräch

"Es hängt jetzt alles an den Gesprächen zwischen der Bauaufsicht und dem Investor. Die müssen wir abwarten", sagte Donna Ochs (SPD). Christiane Loizides (CDU) hat derzeit wenig Hoffnung für den Erhalt der Bäume, auch wenn diese unter die Baumschutzsatzung fallen würden. "In solchen Fällen ist eine Befreiung aus öffentlichem Interesse möglich, dieses Interesse wäre hier Wohnen. Ob so entschieden wird, wäre eine Ermessensentscheidung", erklärte die Juristin.

Ingrid Häußler (FDP) glaubt, dass man nur über einen Kompromiss die Kastanien retten könnte. "Wenn der Investor vorschlägt, ein Gebäude mit fünf Stockwerken zu bauen und dafür die Bäume erhalten bleiben, würde ich diesen Kompromiss annehmen", sagte sie.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 20.05.2019. Von Judith Dietermann

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