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20.05.2019

Busse ersetzen U-Bahnen in den Sommerferien - Anwohner haben Angst vor Staus

In den Sommerferien fährt zwischen Südbahnhof und Heddernheim keine U-Bahn, Busse werden als Schienenersatzverkehr eingesetzt. Im Fünf-Minuten-Takt. Die Anwohner fürchten Staus auf der Eschersheimer Landstraße und Schleichverkehr in den Wohngebieten.

Jürgen Reinwald weiß noch genau wie es war, als die Eschersheimer Landstraße einspurig umgebaut wurde: Durch die Sperrung der Hauptverkehrsader gen Norden suchten sich die Verkehrsteilnehmer ihre eigene Wege, in den Wohngebieten wurde es voll. Das befürchtet Reinwald, der in der Ilkenhahnstraße wohnt, auch in den Sommerferien. Nicht etwa, weil auf der Eschersheimer wieder gebaut wird, sondern weil dort alle fünf Minuten zwei jeweils 18 Meter lange Gelenkbusse unterwegs sein werden: als Schienenersatzverkehr zwischen der Heddernheimer Landstraße und der Konstablerwache.

Der ist nötig, weil die sogenannte A-Strecke vom 1. Juli bis zum 12. August zwischen den Stationen "Südbahnhof" und "Heddernheimer Landstraße" lahmgelegt wird. 20 Millionen Euro investier die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in die Modernisierung des Abschnitts. Zehn Weichen im Tunnel und sieben auf dem oberirdischen Teil der Trasse werden erneuert. "Das wird für uns Anwohner wirklich kein Spaß. Bei so vielen Bussen ist die Eschersheimer dicht", gab Jürgen Reinwald in der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) zu bedenken.

Eine Sorge, die Torsten Jordan, der bei der VGF den Schienenersatzverkehr organisiert, versteht. Die Busse anders zu führen sei jedoch keine Alternative, der gerade und damit direkte Weg die beste Möglichkeit, erklärte er. Der Vorschlag seitens der VGF, südlich der Hügelstraße eine extra Busspur einzurichten, sei vom Straßenverkehrsamt abgelehnt worden. Taktung wird erhöht

Während der sechswöchigen Sperrung wird der Betrieb der Linien U 1 und U 8 komplett eingestellt. Die U 2 verkehrt in erhöhter Taktung zwischen Nieder-Eschbach und Riedwiese, die U 3 fährt zwischen Oberursel-Hohemark und Ginnheim und die U 9 wird zwischen Ginnheim, dem Riedberg, Nieder-Eschbach und Gonzenheim unterwegs sein. "Die eigentlich schwächste Linie wird damit zur stärksten", so Jordan. Zudem wird ein Pendelverkehr der Straßenbahnlinie 16 zwischen Ginnheim und dem Westbahnhof eingerichtet. Die Buslinie 27 zwischen Nieder-Eschbach und Preungesheim wird häufiger fahren, ebenso wie die Linie 64. Die Linie 60 wird während der Sperrung bis zum Eschersheimer Bahnhof verlängert. "Es wird noch entsprechende Flyer geben", versprach Torsten Jordan.

Als logistische Herausforderung beschreibt er aber den Schienenersatzverkehr zwischen der Heddernheimer Landstraße und Konstablerwache. Jeweils 150 Plätze bietet ein Gelenkbus, montags bis freitags von 6 bis 22 Uhr sowie samstags zwischen 6 und 21 Uhr werden sie im Doppelpack unterwegs sein. Alle fünf Minuten. 36 Busse werden so gleichzeitig unterwegs sein. Die Erfahrungen der dreiwöchigen Sperrung vor zwei Jahren hätten gezeigt, dass diese Kapazität ausreichen würden. "Es sind Sommer- und Semesterferien, viele Menschen sind im Urlaub. Kommt man im ersten Bus nicht unter, dann im zweiten", so Torsten Jordan.

Keine neue Weiche

Sorgen bereitete den Stadtteilpolitikern derweil, dass trotz der umfassenden Arbeiten nicht auch gleich die Weiche an der Straße "Am Dornbusch" ausgetauscht wird. "Die macht so viel Krach", sagte Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Die Weiche sei jedoch technisch in Ordnung, ein Austausch deswegen unnötig, erklärte Knut Müller, verantwortlich für die Gleisanlagen bei der VGF. Schleif- und Stopfarbeiten sollen für weniger Lärm sorgen, erst in zwei Jahren müsste man dann wieder ran. Eine unbefriedigende Antwort für die Ortsbeiräte. "Eine Reparatur ist nicht so haltbar wie eine neue Weiche", kommentierte Christiane Loizides (CDU) diese Aussage.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 18.05.2019. VON JUDITH DIETERMANN

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