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13.07.2019

Großer S6-Ausbau geht in heiße Phase: Das müssen Pendler wissen

Es ist längst ein normales Bild geworden entlang der S-Bahn-Strecke zwischen Bockenheim und Eschersheim, die von der Deutschen Bahn AG von zwei auf vier Gleise ausgebaut wird.

Baufahrzeuge, die am mit hohen Zäunen abgesperrten Bahndamm auf und ab fahren, Erde von der einen auf die andere Seite tragen oder Steine für das Bett der beiden neuen Gleise aus großen Schaufeln auf den geebneten Boden fallen lassen.

"Immer wieder gibt es irgendwas Neues", sagt Thomas Budenz (BFF), Mitglied im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) und gebürtiger Ginnheimer. Regelmäßig ist er mit dem Fahrrad entlang der Strecke unterwegs, doch stets muss er damit rechnen, dass er plötzlich nicht weiterkommt. Weil eine Unter- oder Überführung plötzlich dicht ist und er die Seiten nicht wechseln kann. Über solche Maßnahmen informiert würde man meist nicht, kritisiert Budenz.

Frankfurt West bis Bad Vilbel: Bahnübergänge müssen gesperrt werden

Es sind gleich mehrere Übergänge über die Gleise, die wegen des viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn - 323 Millionen Euro kosten die Arbeiten des ersten Bauabschnittes zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West der 2022 abgeschlossen sein soll - gesperrt werden müssen. Mal länger und mal kürzer. Zudem werden neue Überwege geschaffen und bereits bestehenden Bauwerke an die neuen Gegebenheiten angepasst. Schließlich ist die Bahnstrecke mit vier Gleisen deutlich breiter als mit zwei. Insgesamt werden 14 Bauwerke neu gebaut oder erweitert - eine Vielzahl davon im Frankfurter Nordwesten. Wir haben die anstehenden Arbeiten inklusive - wenn bereits vorhanden - der voraussichtlichen Sperrzeiten zusammengestellt.

Der Bahnübergang nördlich der Autobahn A 661, der die Bonameser Straße und den Berkersheimer Weg miteinander verbindet, wird von Sommer 2020 bis Frühjahr 2021 gesperrt. Ein kleines Detail am Rande: Dieser beschrankte Übergang wird übrigens nach wie vor mittels einer Ruftaste geöffnet.

Die Fußgängerüberführung Am grünen Graben, neben des Sportgeländes des FV Eschersheim 09, wurde bereits 2011 mit Hinblick auf den anstehenden viergleisigen Ausbau abgerissen. Nun wird sie wieder errichtet - als Stahlkonstruktion mit Treppen auf beiden Seiten.

Der Bahnübergang Lachweg, vielleicht eine der wichtigsten Überquerungen im Frankfurter Nordwesten, wird komplett umgebaut. Denn wo derzeit noch eine Schranke den Verkehr regelt, ist eine Unterführung geplant. Soll heißen: Autofahrer, Radler und Fußgänger bekommen einen Tunnel, der unter den Gleisen hindurchführt. Der Höhenunterschied im Straßenverlauf wird durch Steigungsstrecken vor und nach Unterquerung der Gleise ausgeglichen.

Die Fußgängerunterführung am Eschersheimer Friedhof, abgehend von der Dreihäusergasse, wird voraussichtlich von Sommer 2020 bis Anfang 2021 dicht gemacht. Auf der Seite rechts der Bahn werden die Flügelmauern und der Gesimsbalken ergänzt und neu errichtet, auf der linken Seite wird die Unterführung um rund 8,60 Meter verlängert.

Am Bahnhof Eschersheim werden die Außenbahnsteige zurückgebaut, unter der Maybachbrücke ein Inselbahnsteig errichtet, der über Treppen oder Aufzug erreichbar sein wird. Die bereits vor über einem Jahr abgerissene Fußgängerbrücke soll einen Ersatzbau bekommen. Noch müssen Fußgänger allerdings den Weg über die Maybachbrücke nutzen.

Die Unterführung Niedwiesenstraße wird unter Beibehaltung der alten Maße - vier Meter Breite und 4,50 Meter Höhe - verlängert und deswegen von Sommer 2021 bis Herbst 2022 gesperrt.

Die Unterführung 10 Ruthen wird von Anfang 2020 bis Frühjahr 2021 gesperrt. Höhe und Breite bleiben erhalten, die Unterführung wird lediglich verlängert und damit an die künftige Breite der Trasse angepasst.

Die schmale Eisenbahnunterführung in Ginnheim, mit Blick auf die Bleichwiese in der einen und den Ginnheimer Hang in der anderen Richtung, bleibt so schmal und tief wie bisher. Gesperrt wird sie aber trotzdem, geplant ist dies von Ende 2019 bis in den Herbst 2020.

Die mit Graffiti gestaltete Unterführung an der Woogstraße ist bereits für den viergleisigen Ausbau geeignet. Nur kleinere Arbeiten sind nötig, gesperrt wird nur stundenweise, gegebenenfalls nachts.

Die Unterführung Reichelstraße erhält einen neuen Überbau, erste Sperrungen gab es bereits. Es gab entsprechende Umleitungen.

Im November sollen die Gründungsarbeiten links der Bahngleise umgesetzt werden. Dafür ist die Sperrung der Überführung Knöterichweg nötig.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 11.07.2019.

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