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02.08.2019

Baustopp möglich? Antworten zu S6-Ausbau gefordert

Seit Ende Januar wartet der Ortsbeirat 9 auf Antworten der Stadtregierung zu den Bauarbeiten auf der S6-Bahnstrecke. Weil aus dem Römer nichts kommt, macht nun die BFF-Fraktion jetzt Druck. Sie fordert sogar einen Baustopp.

Ob in Ginnheim oder Eschersheim, am Frankfurter Berg oder in Berkersheim: Längst ist an den langen Baustellen deutlich sichtbar, dass die Main-Weser-Bahn erweitert wird. Neben der vorhandenen Gleistrasse ist die neue Trasse für die beiden neuen Gleise für die S-Bahn-Linie 6 schon erkennbar.

Für viele Anwohner bedeuten die Bauarbeiten Einschränkungen, etwa wenn Tunnel unter der Bahnstrecke hindurch gesperrt werden müssen. Auskunft dazu haben deshalb die Bürger für Frankfurt (BFF) gefordert - und zwar schon im Februar mit einem ganzen Bündel von Fragen. Eingereicht wurden diese im Ortsbeirat 9 (Ginnheim, Eschersheim, Dornbusch). Üblicherweise antwortet die Stadtregierung binnen drei Monaten. Doch die Frist verstrich ohne Antworten.

Inzwischen ist BFF-Ortsbeiratsmitglied Marc Hense richtig sauer. Denn Anwohner, Schüler, Vereine und viele andere drängten: Sie richteten sich mit ihren Fragen an die Lokalpolitiker. Hense: "Wir wollen ihnen Antworten geben können."

Ganz besonders für die Zeitpläne der Bauarbeiten interessieren sich die Lokalpolitiker, etwa die Zeiten der Sperrungen der Fuß- und Radwegunterführungen. Beispiel: Offenbar soll die wichtige Verbindung in Höhe der Ginnheimer Woogstraße nun just eine Woche nach Beginn der Schulzeit gesperrt werden, obgleich sie wichtig sei für die Schüler, erklärt Hense.

Ausbau von S6: Jetzt ins Stadtparlament

Mit seinem Fahrradgeschäft in Ginnheim befürchtet er auch Probleme für seine Kundschaft. Hense fragt sich ebenso, wieso die Bahn ein Materiallager auf einer Wiese nutzen dürfe, auf der der Neubau der Diesterwegschule wegen Naturschutzbedenken abgelehnt wurde.

Auch die Bürgerinitiative "Bahnane", die sich seit Jahren gegen den Ausbau der Strecke stemmt, formuliert solche Fragen. Sie stellt nach wie vor die Genehmigung für das Großprojekt infrage, obschon der Verwaltungsgerichtshof in Kassel 2011 grundlegend grünes Licht für den Ausbau gab. Immer wieder klagen Mitglieder gegen Verfahrensschritte, ohne Erfolg. Bis Ende 2022 will das Land als Auftraggeber die Strecke von Frankfurt-West bis Bad Vilbel von zwei auf vier Gleise erweitern. Zwei Gleise soll die S6 nutzen, dadurch zuverlässiger fahren.

Die BFF nutzen schon lange ihre Möglichkeiten, Fragen wie jene von "Bahnane" in die Stadtpolitik zu bringen. Der Vorsitzende der Römerfraktion, Matthias Mundt, erkennt bei den Bauarbeiten jetzt "gravierende Änderungen zur genehmigten Planung" und fragt: "Hält die Bahn überhaupt das Baurecht ein?" Nachdem der Magistrat "auf Tauchstation" gegangen sei, heben die BFF das Thema auf die Stadt-Ebene, haben ihre Fragen in einen Parlamentsantrag gegossen.

Ausbau von S6: Baustopp gefordert

Die BFF greifen auch noch zum schärfsten Schwert: Sie beantragen, wie schon im Ortsbeirat, dass das Stadtparlament vom Magistrat verlangen soll, dass dieser beim Eisenbahnbundesamt einen Baustopp erwirkt, bis die Antworten vorliegen. Denn von den Bauarbeiten "gehen Gefahren für Mensch und Umwelt aus", behauptet die Fraktion.

Kritik an vermeintlich fehlenden Informationen zu den Bauarbeiten kommt in den betroffenen Stadtteilen immer wieder auf. Die Bahn weist diese Vorwürfe zurück, verweist auf allein im vergangenen Jahr zwei Informationsveranstaltungen mit dem Ortsbeirat 9.

Zudem hatte diese Zeitung erst vor drei Wochen ausführlich und detailliert den Zeitplan für die Arbeiten an den Unterführungen dargestellt. Detail-Informationen zu diesen Arbeiten würden noch auf der Internetseite des Projekts ergänzt, kündigt Bahn-Sprecher Keith Egloff an. Auskünfte bekämen Betroffene zudem stets beim extra eingerichteten Bürgertelefon.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 01.08.2019. Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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