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26.08.2019

So geht es mit dem ´´Drosselbart´´ in Eschersheim weiter

Um die Gaststätte "Drosselbart" in Frankfurt-Eschersheim gibt es viele Gerüchte: Bleibt die Gastronomie erhalten?

Vier große Bäume begleiten das sommerliche Vergnügen, im Garten der Eschersheimer Gaststätte „Drosselbart“ zu zechen. Kastanien, eine größer als die andere, ein grünes Dach, unter dem der Ebbelwei noch mal so gut mundet. Damit ist es bald vorbei. Sagt jedenfalls Gisela Werner-Leber. „Das weiß hier jeder und wir finden das unmöglich. Das ist die einzige Kneipe, die wir hier haben.“ Die soll nämlich auch verschwinden, die Gaststätte, hat sie gehört. „So arm sind wir hier dran.“ Und obendrein: die Kastanien. „Mir tut das mit den Bäumen in der Seele weh.“ Dass die weg sollen.

Eschersheim: "Einzige Kneipe die wir hier haben"

Sollen sie wirklich? „Wir sind deswegen von sehr vielen Bürgern angeschrieben worden“, sagt Peter Dommermuth, der Leiter des Umweltamts. Knapp 1000 Leute hätten sich gemeldet, allen sei es um dasselbe gegangen: Bitte die Gastronomie erhalten und die vier Kastanien zu Naturdenkmälern ernennen. Auch der zuständige Ortsbeirat 9 hatte sich für den Fortbestand eingesetzt.

Klar ist: Der neue Eigentümer des Grundstücks möchte das bestehende Gebäude abreißen und ein neues bauen. Das Genehmigungsverfahren läuft und es gibt an diesem äußersten Ende der Eschersheimer Landstraße auch ein Recht auf Bebauung. Die Investoren haben bereits durchblicken lassen, dass auch künftig Gastronomie im Ensemble untergebracht werden könnte. Was die Bäume angeht, sind Bauherr, Bauaufsicht und Umweltbehörde im Gespräch.

„Die Umweltdezernentin hat gesagt, wir versuchen, was möglich ist, zum Erhalt der Bäume beizutragen“, sagt Dommermuth. Per Gesetz hätten die 100 Jahre alten Kastanien nämlich schlechte Karten. Naturdenkmal – und als solches vor der Axt geschützt – wird nur, was als „Einzelschöpfung“ der Natur anerkannt ist, deren besonderer Schutz erforderlich ist (Paragraf 28 Bundesnaturschutzgesetz). Kriterien dafür: erstens wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landeskundliche Gründe, zweitens Seltenheit, Eigenart oder Schönheit.

Was passiert mit den Kastanien?

So sehr sich die Anwohner das auch wünschten, keines der Kriterien treffe auf das Eschersheimer Kastanienquartett zu, bescheinigt das Umweltamt. Hinzu kommt, dass die Bäume teilweise krank sind. „Wir schätzen daher die weitere Lebensdauer von einer der vier Kastanien als sehr eingeschränkt ein“, heißt es in dem Schreiben, das an alle knapp 1000 Einwender ging. Weil die vier jedoch im Gesamtgefüge voneinander abhängig sind, müssten die anderen drei drastisch zurückgeschnitten werden, sobald ein Baum ausfalle.

Die Sache ist also gar nicht so einfach. Die Leute vom Amt können jedenfalls die Sorgen der Anwohner nachvollziehen: „Die Gaststätte und das gesamte Ensemble sind ein wichtiger identitätsstiftender Ort in Eschersheim.“ Darum wollen sie alles daransetzen, dass dort auch künftig Gaststättenbetrieb unter Bäumen möglich ist.

Die Gespräche unter Federführung der Bauaufsicht sind schon so weit fortgeschritten, dass die Bürger demnächst im Ortsbeirat über die Ergebnisse informiert werden sollen. Nicht in der August-Sitzung, aber voraussichtlich am 19. September, sofern der Ortsvorsteher dem zustimmt.

Gisela Werner-Leber ist gespannt. Ihr schwant: „Bauen, ohne die Kastanien wegzumachen, geht wahrscheinlich nicht.“ Und sie wundert sich ohnehin über die Baupläne: „Man kann doch da nicht gut wohnen mit der S-Bahn.“ Die wird bekanntlich vierspurig ausgebaut.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 19.08.2019. Von Thomas Stillbauer

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