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29.10.2019

Arbeiten am Bahnhof Eschersheim

Mainova und Netzdienste informieren im Ortsbeirat 9 über Trassenumlegungen für den Ausbau der S6. Bürger kritisieren die Erweiterung der Main-Weser-Strecke seit Jahren.

Der Ausbau der Main-Weser-Strecke ist Thema der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 9 am Donnerstag. Vertretende der Mainova AG sowie der Netzdienste Rhein-Main GmbH wollen die Planungen zur notwendigen Trassenumlegung vorhandener Leitungen und Kabel am Bahnhof in Eschersheim im Rahmen des Bauprojekts vorstellen und Fragen beantworten.

Ab Ende 2022 soll die S6 von Frankfurt nach Friedberg komplett auf eigenen Gleisen fahren. Die DB verspricht barrierefreie Zugänge sowie pünktlichere und regelmäßigere Züge – dafür muss die gesamte Strecke viergleisig werden. Die Arbeiten zur Verbreiterung des Bahndamms zwischen Eschersheim und Ginnheim starteten Ende Juli.

„Wir sind gespannt“, sagt Susanne Nordbruch. Sie engagiert sich schon lange gegen den Ausbau, ihr Grundstück in Eschersheim ist selbst davon betroffen. Nordbruch ist überzeugt, dass die Baupläne noch einmal verändert werden müssten, da die Signale für die Züge noch nicht mit eingeplant seien. Außerdem sei das für 2022 angegebene Bauende „völlig unrealistisch“, so die Eschersheimerin. Zwar seien die Mainova und die Netzdienste Rhein-Main nicht die Deutsche Bahn, von der sie sich eigentlich Informationen erhoffe, doch auch diese säßen in den zuständigen Gremien und hätten sicher einen aktuelleren Stand für die Präsentation.

Der Ausbau beschäftigt den Ortsbeirat 9 und die Menschen in Eschersheim und Ginnheim seit Jahren. Vor allem werden fehlende oder gar falsche Informationen seitens der Deutschen Bahn kritisiert. Außerdem werden Lärmbelästigung durch die Baumaßnahmen und die zusätzlichen Züge befürchtet. Nach Ansicht vieler gibt es im Wohngebiet keinen Platz für die zwei neuen Gleise.

Baustelle blockiert Parkplätze

Seit Anfang Oktober sei es durch die Bauarbeiten in Alt-Eschersheim fast unmöglich, einen Parkplatz zu finden, klagt Anwohnerin Lizette Zimmermann, die direkt an der Baustelle wohnt. Dabei seien Stellflächen gerade für Schichtarbeitende wichtig, da Garagen oft zu teuer seien. Die Flugbegleiterin und Mutter fasst ihr Dilemma zusammen: „Kein Kindergartenplatz, kein Platz beim Kinderarzt und jetzt auch keinen Parkplatz mehr!“

Kritik an den Baumaßnahmen kommt auch von anderen Seiten: Das Aktionsbündnis „Bahnane“, das sich 2011 gründete, um den Ausbau der Main-Weser-Strecke zu verhindern, moniert vor allem, dass dieser nicht für den öffentlichen Nahverkehr, sondern stattdessen für Güterzüge gedacht sei. Außerdem gefährde der Ausbau massiv die Natur und die dort lebenden Tiere, da die Strecke durch Wasserschutz-, Naturschutz- und Naherholungsgebiete führe.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 29.10.2019.

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