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07.12.2019

U-Bahn-Fahrer ignorieren Haltesignale: „Das Überqueren der Strecke ist lebensgefährlich“

Sorgen bereitet dem Ortsbeirat 9 die oberirdische U-Bahn-Strecke auf der Eschersheimer Landstraße. Es gibt Hinweise, dass U-Bahn-Fahrer dort öfter Haltesignale vor Fußgängerüberwegen missachten. Das Verkehrsdezernat räumt einzelne Vorfälle ein, sieht jedoch kein grundsätzliches Problem.

U-Bahn-Fahrer, die Haltesignale vor Fußgängerwegen ignorieren und einfach weiterfahren - das ist zwischen den Haltestellen Am Dornbusch und Lindenbaum in den vergangenen Monaten offenbar mehrmals vorgekommen. Darauf deuteten Beschwerden von Bürgern hin, heißt es dazu in einem Antrag der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), der bei der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend zur Sprache kam.

An den Übergängen stehen Ampeln, die für Fußgänger "Rot" zeigen, wenn eine U-Bahn durchfährt. Ist die Ampel aus, bedeutet das normalerweise für die Passanten, dass sie die Strecke gefahrlos überqueren können, weil gleichzeitig ein Haltesignal für die U-Bahn gilt.

Offenbar kommt es aber immer wieder vor, dass U-Bahn-Fahrer diese Zeichen missachten. Das bestätigten zwei Zuhörer in der Bürgerfragestunde der Sitzung. Vor allem an den Überwegen Am Schwalbenschwanz/Lindenhöhe sowie zwischen Malßstraße und Bürgeramt Dornbusch habe sie beobachtet, dass Bahnen trotz Haltesignalen einfach durchgefahren seien, sagte eine Frau. Mehrmals habe sie solche Vorfälle dokumentiert und auch dem Verkehrsdezernat gemeldet. Dort habe man ihr allerdings lediglich geantwortet, dass man die betreffenden Fahrer ermittelt und nachgeschult habe.

U-Bahn Frankfurt-Eschersheim: „Das Überqueren der Strecke ist lebensgefährlich„

"Das Überqueren der Strecke ist lebensgefährlich", warnte die Frau. Vor allem im Hinblick auf umliegende Schulen - zum Beispiel Wöhlerschule und Ludwig-Richter-Schule - müsse man dringend gegen solche Verstöße vorgehen.

Ein Mann schilderte, dass seine Tochter und zwei andere Kinder gerade den Überweg Am Schwalbenschwanz/Lindenhöhe überqueren wollten, als eine U-Bahn direkt an ihnen vorbeigefahren sei und dabei ein Haltesignal ignoriert habe: "Das scheint sich zu häufen. Dabei vertraut man doch darauf, dass man gehen kann, wenn die Ampel aus ist."

Auch mehrere Ortsbeiräte zeigten sich besorgt. "Die Nachschulung der Fahrer scheint nicht zu helfen", meinte Christiane Loizides (CDU). "Irgendwie muss es ein systemischer Fehler sein - vielleicht zu kurze Taktzeiten." Das müsse jedenfalls dringend überprüft werden. Derartige Verstöße häuften sich vor allem zu den Hauptverkehrszeiten, wenn viele U-Bahnen unterwegs seien, ergänzte Sylvia Momsen (Bündnis 90/Die Grünen). Vielleicht könnten Videoanlagen an den Übergängen für Abhilfe sorgen, schlug Thomas Budenz (BFF) vor. Per Eilantrag, der einstimmig verabschiedet wurde, appelliert der Ortsbeirat nun an den Magistrat, die Situation auf der A-Strecke auf der Eschersheimer Landstraße zu überprüfen und gegebenenfalls für Abhilfe zu sorgen. Verkehrsdezernat Frankfurt bestätigt U-Bahn-Vorfälle in Eschersheim

Thomas Erhart, Referent im Frankfurter Verkehrsdezernat, bestätigte, dass die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in diesem Jahr fünf Hinweise erhalten habe, dass Fahrer auf A-Strecke Haltesignale ignoriert hätten. Beim Auslesen der Daten aus den Signalanlagen habe sich aber gezeigt, dass nicht alle Beschwerden berechtigt gewesen seien. In wie vielen Fällen tatsächlich ein Fehlverhalten eines Fahrers vorgelegen habe, entziehe sich jedoch seiner Kenntnis.

Für U-Bahn-Fahrer, die nachweislich Signale ignoriert hätten, werde tatsächlich eine Nachschulung angeordnet. Weitere Konsequenzen gebe es nicht. "Was sollen wir machen? Sollen wir die Fahrer rausschmeißen?"

Frankfurt-Eschersheim: VGF bestreitet systemischen Fehler bei der U-Bahn

Dass es einen Zusammenhang mit der Taktung der Züge gebe, bestreite die VGF, sagte der Referent: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass hier ein systemischer Fehler vorliegt." Die Zahl der Züge zu den Hauptverkehrszeiten habe sich seit Jahren nicht verändert, man setze höchstens zusätzliche Wagen ein, erklärte Erhart. Auch die Ausweitung des U-Bahn-Netzes bis zum Riedberg durch die U8 vor zehn Jahren habe daran nichts geändert, denn dafür seien Fahrten der U3 entfallen.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 07.12.2019. VON BRIGITTE DEGELMANN

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