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14.02.2020

Kein Bürgertreff im Eschersheimer Bahnhof

Bahn hatte das Gebäude als Ort der Begegnung angeboten. Jetzt spricht sie von Abriss.

Das alte Empfangsgebäude am Bahnhof Eschersheim muss nach Angaben der Deutschen Bahn abgerissen werden. Es eigne sich doch nicht für eine Nutzung als Bürgertreff - was das Unternehmen selbst angeregt hatte. Die Stadtverordnetenversammlung hat erst Ende Januar den Ankauf und Umbau befürwortet.

Da das Gebäude nach dem Umbau der S-Bahn nicht mehr gebraucht werde, hatten es Vertreter der Bahn dem Ortsbeirat 9 im Mai 2017 als Stadtteiltreff angeboten. Nun sagte ein Sprecher der DB, Experten seien zu dem Ergebnis gekommen, „dass die Bausubstanz keine Nutzung der Räumlichkeiten zulässt“. Außerdem sehe die Planung der vierspurigen S-Bahn Schallschutzwände vor, die direkt neben dem Gebäude verlaufen – dieses müsse deshalb abgerissen werden.

Die DB habe zwar versprochen, die Nutzung als Bürgertreff zu prüfen. Aber erst mit der neusten Planung der Schutzwand seien die Details erarbeitet worden, die das jetzt unmöglich machten, so der Sprecher.

Die Stadtverordnetenversammlung hat Ende Januar einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Grünen, der den Ankauf und Umbau des alten Bahnhofs zum Bürgertreff fordert, mehrheitlich zugestimmt. Auch um Zuschüsse sollte es geben, etwa durch das hessische Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“. Zudem sollte mit der Bürgerinitiative Bürgertreff Bahnhof Eschersheim“, die sich vor einem Jahr gegründet hat, zusammengearbeitet werden.

Die Initiative ist nun verunsichert, ob es „Zeit zu feiern“ sei, sagt Mitbegründerin Katharina Damianov. Zwar sei die Unterstützung von der Stadt toll, aber die Ungewissheit über die Zukunft des Gebäudes sei weiter gestiegen. Günter Murr, Sprecher des Baudezernats, hatte noch angeregt, ein Nutzungskonzept müsse erarbeitet werden. Das hat sich nun wohl erledigt.

„Sehr ärgerlich“ sei, dass die DB nur den Ortsbeirat 9 in einem internen Treffen über den notwendigen Abriss informierte, sagt Damianov. Sie frage sich, warum das nicht schon vor dem Angebot der Bahn klar gewesen sei. Mitstreiterin Karin Puck sagt: „Die Schallschutzmauer ist kein Argument, das alles platzen zu lassen – ein Treffpunkt im Stadtteil wäre so wichtig.“

Bürger wollen kämpfen

Sie fordert ein Gutachten. Zur Not werde für einen Neubau gekämpft, zuerst soll es jedoch eine Bürgerversammlung geben. Die Bahn begrüße den Vorschlag des Ortsvorstehers, einen Runden Tisch mit Vertretern der Stadt, des Ortsbeirates, der Bürgerinitiative sowie der DB einzurichten, sagt der Sprecher.

Inzwischen hat die Bürgerinitiative mehr als 400 Unterschriften gesammelt – und mit jedem Namen seien die Ideen angewachsen. „Interessenten für Räume gibt es genug im Bezirk“, sagt Damianov. In den oberen Etagen könnte ein Café entstehen, unten Räume für Musik und einen Jugendtreff. Auch viele Vereine hätten Interesse gezeigt, sowie eine Frau, die einen Unverpackt-Laden eröffnen wolle.

Vor allem sei es wichtig, öffentliche Räume ohne Verzehrzwang zu schaffen, wo auch Ausstellungen möglich seien und „einfach Begegnungen für alle“, sagt Damianov. Das historische Gebäude mit seinen großen Fenstern sei identitätsstiftend, so könnte endlich eine „Mitte“ in Eschersheim entstehen.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 10.02.2020. Von Sabrina Butz

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