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06.08.2020

Eschersheim erstickt im Müll - Grund sind auch die Falschparker

Trotz regelmäßiger FES-Touren wird Müll in Frankfurt Eschersheim einfach auf die Wiese gekippt. Anwohner fordern eine Lösung.

Meterhoch stapelt sich der Sperrmüllberg vor dem Mehrfamilienhaus "Im Mellsig 19". Holz und Matratzen, blaue Müllsäcke und ein Kinderwagen liegen dort übereinander. Und es wird nicht weniger, sondern mehr. Regelmäßig sei er in der Siedlung unterwegs, sagt ein Arbeiter, um den Sperrmüll einzusammeln, an einem Punkt zu stapeln und dann abzufahren - im Auftrag der Wohnungsgesellschaft GWH, der ein Teil der Wohnhäuser im Mellsig gehört. "Ich kann nicht verstehen, dass die Leute ihren Müll einfach auf den Wiesen entsorgen. Es gibt doch eine regelmäßige Siedlungsabfuhr", sagt er und wirft einen Stuhl auf den Müllberg.

Einmal im Monat sei die Siedlungsabfuhr im Mellsig unterwegs, sagt eine Sprecherin der GWH. Die Mieter seien über die Termine informiert. Trotzdem komme es immer wieder vor, dass der Müll auf den Grünanlagen zwischen den Zeilenbauten abgelegt werde. Von einer Regelmäßigkeit spricht die Sprecherin allerdings nicht. Das komme manchmal vor, sagt sie. Zudem bewirtschafte die GWH 460 Wohneinheiten und sei damit nicht alleiniger Eigentümer der Siedlung. Betroffen von dem abgelagerten Müll seien zudem auch städtische Flächen, von denen in der Regel von den Frankfurter Entsorgungsbetrieben (FES) der illegal abgelegte Sperrmüll abgeholt werde. Passiere dies auf den Grundstücken der GWH, versuche man zunächst den Verursacher zu ermitteln. Dann informiere man die FES.

Falschparker versperren Müllfahrzeugen den Weg

Es komme jedoch manchmal vor, dass die FES den Sperrmüll nicht vollständig abtransportieren könne, weil im Halteverbot geparkte Fahrzeuge die Anfahrt blockieren, so die Sprecherin. Die kreuz und quer abgestellten Fahrzeuge seien in der Siedlung ohnehin ein Problem, sagt Jürgen Weise, Vorsitzender des Bürgervereins Eschersheim. An Halteverbotsschilder halte sich dort niemand. Und seit auf dem Gehweg vor der Kindertagesstätte Gitter installiert wurden, die den Gehweg freihalten sollen, sei es noch schlimmer geworden. "Das sind untragbare Zustände", sagt er und plädiert deswegen auch für eine Quartiersgarage. Laut einer jüngst von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie sei diese im Mellsig nicht nur sinnvoll, sondern auch realisierbar.

Anwohner fordern Lösung für Parkprobleme

Die Parkprobleme in dem Eschersheimer Quartier sind auch ein Dauerthema im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). Die Abpollerung des Bürgersteigs sei zwar für die Sicherheit der Eltern und Kindern sinnvoll gewesen, hätte aber wichtige Stellplätze geraubt, heißt es in einem Antrag der CDU-Fraktion, der einstimmig verabschiedet wurde und eine "befriedigende Gesamtlösung für alle Seiten" fordert. "Denn so, wie dort derzeit geparkt wird, auf den Gehwegen, in zweiter Reihe und auf dem kleinen Kreisverkehr, so kann es nicht weitergehen", sagt der Fraktionsvorsitzende Lothar Stapf (CDU).



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 05.08.2020. Von Judith Dietermann

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