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19.11.2020

Gesamtschule steckt weiterhin in der Warteschleife

Die IGS Eschersheim ist ein echtes Sorgenkind des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). Schimmel an den Wänden der Turnhalle, bröckelnde Wände, eine kaputte Heizung - in den vergangenen Jahren geriet die Schule immer wieder in die Schlagzeilen. Auch, weil ihr etwas ganz Wichtiges fehlt: ausreichend Platz.

In den vergangenen Jahren wurde es in der IGS sogar so eng, dass Schulleiterin Irmi Long einen Antrag stellte, damit die Schule künftig nicht mehr vier-, sondern dreizügig ist. Und damit nur noch 75 statt wie bisher 100 Fünftklässler aufnehmen muss. Eben weil sie keinen Platz mehr für die Kinder hatte.

Mit Erfolg. Die Anzahl der Parallelklassen wurde reduziert. Verschwunden sind die Probleme freilich nicht, es ist nach wie vor eng an der Schule. Und die baulichen Zustände sind alles andere als optimal.

"Das wird nicht erst seit gestern, sondern bereits seit Jahren immer wieder an die Stadt gemeldet. Seit Jahren", sagt Ortsbeirätin Ingrid Häußler (FDP), die sich seit Beginn ihrer Amtszeit im Stadtteilgremium für die Schule einsetzt. Deswegen fällt es ihr auch schwer ruhig zu bleiben, wenn sie hört, wie den anderen Schulen im Ortsbezirk geholfen, die IGS Eschersheim aber "irgendwie vergessen" wird. Nicht, dass es die anderen Schulen nicht nötig hätten, sagt sie, aber fair sei diese Vorgehensweise nicht.

Die Fried-Lübbecke-Schule, die nach der Initiative der Eltern endlich Container bekommt, die Sanierung der Otto-Hahn-Schule, die Container für die Grundschule in Harheim und die Wöhlerschule am Dornbusch sowie die im Ostend auf dem Grundstück des Clementine-Kinderhospitals neu geplante Grundschule - all diese Beispiele, die wohl beliebig verlängerbar wären, hat sie in ihrem einstimmig verabschiedeten Antrag aufgezählt, den die FDP-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates stellte. "Es löst in mir Bitterkeit aus, wenn ich sehe, dass sich oft nur dann etwas tut, wenn die Eltern sich engagieren. Das kann nicht sein", sagt Häußler.

Dabei gebe es vieles, was an der IGS Eschersheim bewegt werden müsste. Punkte, die bereits seit einigen Jahren immer wieder angemahnt werden, bislang aber nicht beackert wurden. Wie das bis dato nicht vorliegende Raumprogramm, die Sanierung der Fenster und des Sonnenschutzes in mehreren Gebäuden, die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume sowie die seit zehn Jahren dringend benötigte und zugesagte Mensa.

Gespräch mit den Architekten

Aktuell befinde sich das Amt für Bau und Immobilien an Planungen für den Neubau an der Mensa, teilt derweil Rüdiger Niemann, Sprecher von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), auf Nachfrage mit. Hauptsächlich fänden noch Gespräche mit den Architekten zu der Küchenplanung statt.

Und, so Niemann, die Schule werde auch bald etwas mehr Platz haben. Denn die Pavillonanlage im neben der IGS liegenden Anne-Frank-Park, die für die Auslagerung von Kitas genutzt wird, wird derzeit im ersten Stock umgebaut. Damit die vorhandenen Räumlichkeiten von der Schule genutzt werden können. Noch in dieser Woche sollen die Arbeiten dort abgeschlossen sein, so der Sprecher.

Die neue Kita werde das Erdgeschoss bis Ende November beziehen, sollten keine Nachbesserungen nötig sein, könnte die Schule dann auch das obere Stockwerk nutzen. Die Lieferung der Möbel sei für Anfang 2021 vorgesehen. So zumindest der Plan.

Nachrichten, die Ingrid Häußler zwar freuen, viel mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein sei der zusätzliche Platz jedoch nicht, erklärt die Kommunalpolitikerin.

"Das Grundproblem wird damit doch nicht gelöst. Der bauliche Zustand bleibt schlecht, die Dreizügigkeit sollte eine temporäre und keine dauerhafte Lösung sein. Es wird Zeit, dass endlich etwas passiert", macht sie deswegen Druck.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 18.11.2020. Von Judith Dietermann

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