Demo am Nidda-Radweg zum Eschersheimer Schwimmbad

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Die kleine Demo vom Freitag; am Samstag folgt eine größere. © ROLF OESER
Die kleine Demo vom Freitag; am Samstag folgt eine größere. © ROLF OESER

Protest gegen Autos auf dem Grüngürtel-Weg auch an diesem Samstag. Der ADFC beklagt eine falsche Polizeitaktik.

Freitagnachmittag an der Nidda in Eschersheim: „Kaum meldet man kurzfristig eine Demo an, schon findet die Polizei auch nach mehreren Tagen freie Streifenwagen“, twittert der Nutzer @FFMbyBicycle. Das Foto zeigt zwei Polizeiautos – für Falschfahrer kein Durchkommen. Also alles wieder in Ordnung rund ums Eschersheimer Freibad?

Noch längst nicht. Die Fahrradaktiven sind weiterhin entsetzt über zweierlei: Erstens fahren seit Tagen verbotenerweise Autos auf dem Grüngürtel-Radweg zum Eingang des Freibads, einige parkten dort sogar dreist. Zweitens hatten Anrufe bei der Polizei nach Angaben etwa des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) keinerlei Wirkung.

„Wir haben mehrmals bei der Polizei angerufen und drei Stunden vor Ort gewartet – es kam niemand“, sagt Ansgar Hegerfeld, Mitglied im Frankfurter ADFC-Vorstand. „Es beunruhigt uns, dass die Polizei in der Situation einfach mit den Schultern zuckt.“

Viele, die an der Nidda spazieren oder radeln, hatten sich seit Wochenbeginn beklagt, nicht nur darüber, dass Autos dort fuhren, sondern auch darüber, wie sie fuhren. „Die haben ein erstaunlich hohes Tempo drauf“, sagt Hegerfeld. „Es ist eine Frage der Zeit, wann es zu Unfällen kommt.“

Ins Polizeipräsidium war der Ernst der Lage auf FR-Anfrage am Freitag noch nicht vorgedrungen. Dort seien „keine Anrufe bekannt“, sagte eine Sprecherin, auch nicht im örtlich zuständigen 12. Polizeirevier. Die Ordnungshüter hätten erst „über die Twitter-Community“ von den Falschfahrern erfahren. Für bauliche Veränderungen, geplante Poller, seien die Verkehrsbehörden zuständig, sagte die Sprecherin: „Wir können nur im Rahmen der Streifenfahrten überwachen. Aber wir sind sensibilisiert.“ Am Ende könne die Polizei nur „an die Vernunft der Autofahrer appellieren“.

„Völliges Chaos“

ADFC-Vorstand Hegermann berichtet hingegen von zahlreichen Anrufen beim 12. Revier und von fehlender Polizeipräsenz – bis zur Demonstration am Freitagnachmittag (Transparent: „Keine Autos an der Nidda!“), die zwei Streifenwagen anlockte. Eine Fahrradstaffel habe bei der Gelegenheit auf der anderen Niddaseite, der üblichen Zufahrt, „aufgeräumt“, so Hegerfeld, sprich: Falschparker aufgeschrieben. Die Situation dort sei im Sommer bekanntermaßen seit Jahren „völliges Chaos“.

Bis das Autofahren am Niddaufer unterbunden ist, wird weiter demonstriert; an diesem Samstag, 14.30 Uhr, an der Radweg-Unterführung unter der A 661.