Neue Deckenstrahler sparen deutlich Energie

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Den Akkuschrauber hält Inge Cromm, Vorsitzende des TV Eschersheim, nur für das Foto in der Hand. Das Arbeiten überlässt sie den Fachleuten, schaut aber regelmäßig in den Turnhalle des Turnvereins vorbei. © enrico sauda
Den Akkuschrauber hält Inge Cromm, Vorsitzende des TV Eschersheim, nur für das Foto in der Hand. Das Arbeiten überlässt sie den Fachleuten, schaut aber regelmäßig in den Turnhalle des Turnvereins vorbei. © enrico sauda

Turnverein Eschersheim saniert seine Halle für 150 000 Euro – So lange ruht das Sportangebot komplett

Es ist eine Premiere beim TV Eschersheim: Statt der sonst üblichen nur drei Wochen Sommerpause, hat der Verein in diesem Jahr für die gesamten Ferien seine Angebote eingestellt. Der Grund dafür zeigt sich, als Inge Cromm, seit 2017 Vorsitzende des Traditionsvereins, die Tür zur Turnhalle öffnet. Der Parkettboden ist abgedeckt, die Decke, die aus großen quadratischen Platten bestand, verschwunden, die Schuttberge mittlerweile abgeräumt. Stattdessen fahren zwei Handwerker auf großen, rollbaren Gerüsten durch die Halle. Sie hangeln sich an den Deckenstreben entlang und entfernen die letzten Reste. Um alles vorzubereiten für die Deckenstrahlheizung, die dort installiert werden soll.

Erster Anlauf scheiterte

„Ursprünglich sollten die Arbeiten, die wir 2019 angestoßen haben, bereits im vergangenen Jahr angegangen werden. Aber da gab es gab keine Einigkeit im Vorstand“, sagt Cromm und geht über den mit Platten abgedeckten Boden. Denn dass der Sportbetrieb für sechs Wochen komplett eingestellt werden muss, gefiel freilich nicht allen. Aber, meint die Vorsitzende pragmatisch, was gemacht werden muss, muss auch gemacht werden.

Zumal es sich um eine zukunftsweisende Sanierung handele. Um etwa 50 Prozent könne der Gasverbrauch so gesenkt werden, erklärt Inge Cromm. In den jetzigen Zeiten, in denen die Gaspreise immer weiter steigen, sei das wichtig für den Verein, um weiterhin gut wirtschaftlich arbeiten zu können. Rund 150 000 Euro investiert er in die wichtige Maßnahme, Fördergelder sind bereits beantragt. Sowohl bei der Stadt als auch beim Land, so wie andere Möglichkeiten. „Wir hoffen, dass 75 bis 85 Prozent so gedeckt werden können“, sagt Inge Cromm.

Den Sportbetrieb zumindest teilweise aufrecht zu erhalten – schließlich hätte der Saal im 1985 errichteten Anbau weiterhin genutzt werden wie auch der Garten hinter der Turnhalle – sei keine Möglichkeit gewesen. Weil es schlichtweg unfair gegenüber den Abteilungen gewesen wäre, für die der Saal nicht nutzbar ist. „So machen wir eben alle gemeinsam sechs Wochen Pause“, sagt die Vorsitzende.

Fenster sollen ausgetauscht werden

Die Fenster im Anbau wurden bereits ausgetauscht, die in der Turnhalle sollen in den nächsten Jahren folgen. Noch sind dort alte dicke Glasbausteine verbaut. Die nicht mehr den heutigen Standards entsprechen und im Winter die Kälte in die Halle holten. Zumindest eine neue Glastür zum Garten gibt es schon.

Sind die Arbeiten an der Decke abgeschlossen, wird das Parkett abgeschliffen. Wie alt der Bodenbelag ist, das weiß Inge Cromm nicht. „Einmal könnte er noch abgeschliffen werden, haben mir die Fachleute gesagt. Das sagen sie aber jedes Jahr. Wir hoffen einfach, dass der Boden uns noch eine Weile erhalten bleibt. Denn das wäre eine weitere große finanzielle Belastung“, sagt die Vorsitzende des Vereins, der derzeit 1600 Mitglieder zählt. Und damit rund 80 weniger als vor der Corona-Pandemie. Aber die Zahlen stiegen wieder, wenn auch langsam. Inge Cromm ist mit der Entwicklung durchaus zufrieden.

Am 5. November 1955 wurde mit dem Bau der Turnhalle in der Maybachstraße begonnen, samt Gaststätte und der Wohnung darüber. 250 000 Euro investierte der Verein in die neue, die eigene Halle. 1962 folgte der Geräteraum, 1985 dann der Anbau mit der kleinen Halle. Der war nötig, weil die Mitgliederzahlen des Turnvereins stetig stiegen. Aber nicht nur bei den Sportlern ist die Halle beliebt, auch bei der Feuerwehr Frankfurt. Am 3. Dezember 1966 feierte der Kreisfeuerwehrverband dort seine 20 Jahre zurückliegende Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg, 2011 fand der Kreisfeuerwehrverbands-Tag statt. Um nur zwei Beispiele zu nennen.