Enthüllungen um marode Brücken in Frankfurt: Jetzt fordert CDU mehr Geld

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Die Brücke Am Weißen Stein, die in Eschersheim über die Strecke der Main-Weser-Bahn führt, muss abgerissen und neu gebaut werden. © Bernd Kammerer
Die Brücke Am Weißen Stein, die in Eschersheim über die Strecke der Main-Weser-Bahn führt, muss abgerissen und neu gebaut werden. © Bernd Kammerer

Zehn Brücken in Frankfurt sind in besonders schlechtem Zustand. Die CDU fordert nun mehr Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur.

Deutlich mehr Geld fürs städtische Brückenbauprogramm fordert die CDU-Fraktion im Römer in Frankfurt. Damit reagiert sie auf die Liste von zehn besonders maroden Brücken, die in den kommenden Jahren ersetzt werden müssen, die die FNP am Dienstag (24. Oktober) exklusiv veröffentlicht hatte.

„Jahrelang wurden von grünen und roten Verkehrsdezernenten Straßen- und Brückensanierungen zurückgestellt, die Gelder dafür gekürzt und symbolpolitische Projekte der Verkehrswende vorgezogen“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Frank Nagel. Mit Symbolpolitik meint er die massive Priorität für den Ausbau von Fahrradspuren. „Wir erwarten, dass die Koalition jetzt wach wird und die richtigen Konsequenzen zieht.“

Brücken in Frankfurt sind in besonders schlechtem Zustand: CDU fordert Investitionen

Die Liste der zehn besonders maroden Brücken hatte das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) auf Nachfrage vorgelegt – einen Monat, nachdem die Leiterin der Brückenabteilung, Nicole Vogel, erwähnt hatte, dass es weitere Brücken nach Bauart der Omegabrücke in Griesheim gebe. Diese hatte die Stadt im September kurzfristig sperren und abreißen müssen. Die zehn weiteren Brücken seien alle verkehrssicher und würden streng überwacht werden, betonte ASE-Leiterin Michaela Kraft. Allerdings müssen sie auch ersetzt oder saniert werden. Teilweise läuft das schon, etwa am Römerstadtsteg und am Feuerwehrsteg am Nordwestzentrum. Die Brücke Am Weißen Stein – südlicher Teil des Maybachbrückenzugs – soll in diesem Winter einen Kollapsrahmen als Unterbau erhalten. Auf ihr überquert unter anderem die am stärksten frequentierte Stadtbahnstrecke der Stadt mit U1, U2, U3 und U8 die Strecke der Main-Weser-Bahn und der S-Bahn S6.

In Angriff genommen werden muss aber auch die benachbarte Maybachbrücke über die Nidda nach Heddernheim. Die Nachricht komme „überraschend, unerfreulich und zur Unzeit“, erklärt Katja Klenner (CDU), Ortsvorsteherin im Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt). Ihr Ortsbezirk sei momentan von großen Baustellen geprägt, der Neubau des Heddernheimer Stegs laufe seit Jahren und werde nicht fertig. „Die Sanierung der zahlreichen Fußgängerbrücken in der Nordweststadt ist abgebrochen worden, weil das Geld fehlt“, kritisiert Klenner. „Für die Infrastruktur im ganzen Stadtteil wird seit Jahren insgesamt viel zu wenig investiert.“ Die Außenbezirke seien im Römer aus dem Blick geraten.

„Bei der Sicherheit keinerlei Abstriche“: Frankfurter Mobilitätsdezernent reagiert auf CDU-Forderungen

Nicht alle der zehn Brücken seien so kaputt, dass sie ersetzt werden müssten, und das auch nicht sofort, unterstreicht Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne). An der Sanierung alter Brücken sei die Stadt „nach und nach dran“, aktuell etwa an der Brücke Camberger Straße zwischen Gallus und Gutleut, im vorigen Jahr an der Ratswegbrücke im Ostend. Auch überwache die Stadt alle Brücken. „Wir machen bei der Sicherheit keinerlei Abstriche“, betont Siefert. Das Geld für die Sanierungen sei eingeplant. Dass etwas geschehen müsse, sei ja „schon länger klar“. Wenn, wie jetzt für die Planung eines Neubaus in Griesheim, mehr Geld nötig werde, „dann erhalten wir das auch“.

Auch die mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Römer sieht keine Notwendigkeit, jetzt zusätzlich Geld bereitzustellen. „Im Brückenbauprogramm ist alles eingepreist.“ Wie „gut und fix“ die Stadt handeln könne, habe das Mobilitätsdezernat ja in Griesheim bewiesen. Das Problem aber sei „nichts Neues“, dass Brücken schneller kaputtgingen. Als Ursache dafür sieht Knacker, „dass Autos immer schwerer und mehr“ werden und die Stahlbetonkonstruktionen wegen des Klimawandels unter größerer Hitze und schnelleren Temperaturwechseln litten.

Eine Forderung stellt CDU-Verkehrspolitiker Nagel noch für den anstehenden Neubau der Maybachbrücken auf: Dieser biete immerhin die Möglichkeit, den U-Bahnhof Heddernheim dreigleisig an die Strecke in Richtung Innenstadt anzuschließen. „Damit lässt sich der Betriebsablauf auf Frankfurts stärkster U-Bahnstrecke deutlich verbessern.“