Harter Schnitt für beliebten Baum

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Ausladend: Der Lindenbaum in einer älteren Aufnahme. © christoph boeckheler*
Ausladend: Der Lindenbaum in einer älteren Aufnahme. © christoph boeckheler*

Der Lindenbaum, prägend für Eschersheim, kommt massiv unter die Säge.

Normalerweise schneidet man jetzt keine Baumkronen zurück – es ist Brut- und Setzzeit. Normalerweise lässt man sowieso die Finger und vor allem die Säge von Naturdenkmälern. Aber die Sachverständigen sagen, es muss sein. Also wird am Dienstag, 17. Mai, der Lindenbaum am Lindenbaum in Eschersheim gestutzt.

Es handelt sich bekanntlich nicht um irgendeine Linde, sondern um den identitätsstiftenden Baum, der einer Straße und einer U-Bahn-Station den Namen gab. Mehr als 300 Jahre alt ist er und steht seit 85 Jahren als Denkmal unter Schutz.

Es geht um die Verkehrssicherheit. Die gewaltige Krone des alten Baums überragt teils die Eschersheimer Landstraße, die U-Bahn-Gleise, den Geh- und Radweg. Damit alles sicher bleibt, verkündet die Stadt, erhält die 25 Meter hohe Linde „einen massiven Kronenschnitt zur Verringerung der Windlast“.

Das jetzt in der sensiblen Zeit zu machen, sei nicht zu vermeiden und geschehe nach einer artenschutzrechtlichen Kontrolle. Die Untere Naturschutzbehörde passt auf, und die Baumpfleger:innen des Grünflächenamtes erneuern auch die Gurtbandsicherungen in der Krone, damit keine Äste abbrechen. Mit einem Hubsteiger fahren sie in die Krone.

Möge die Frisur nicht zu kahl werden. Mit Verkehrsbehinderungen dürfte zu rechnen sein.

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