Ziehenschule demonstriert für mehr Container

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Die Ziehenschule braucht mehr Räume und demonstriert in der Innenstadt für mehr Container. christoph Boeckheler © christoph boeckheler
Die Ziehenschule braucht mehr Räume und demonstriert in der Innenstadt für mehr Container. christoph Boeckheler © christoph boeckheler

Die Schulgemeinde der Ziehenschule geht auf die Straße und fordert mehr Container. Die Dezernentin will nach Platz für mehr Container schauen.

Ein Teil der Brassband der Ziehenschule ist mit auf die Demonstration gekommen. Sie spielt vor dem Dominikanerkloster „In der Weihnachtsbäckerei“. Die Schulgemeinde singt dazu: „In der Schule ist kein Platz – darum machen wir Rabatz“. In wenigen Minuten, um fünf Uhr, wird der Bildungsausschuss im Dominikanerkloster tagen. Rund 120 Eltern, Schüler:innen und Lehrkräfte des Eschersheimer Gymnasiums sind gekommen, um „noch einmal mit Nachdruck zu signalisieren, dass wir ein Platzproblem an der Schule haben“, sagt Julia Breitenöder, Vorsitzende des Schulelternbeirats der Ziehenschule.

Schon lange kämpft die Schule für Container. Es fehlt an Räumen, seit das Gymnasium zum Abitur nach neun Jahren zurückgekehrt ist. Zudem gibt es in der fünfzügigen Schule in vielen Jahrgangsstufen nicht fünf, sondern sechs oder sieben Parallelklassen. Kürzlich nun die Verkündung von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD): Die Schule soll Container erhalten. „Wir sind dankbar, dass sich was bewegt“, sagt Breitenöder. „Aber es sollen nur vier Container sein.“

Zu wenig, sagt die Schulgemeinde. Vor einem Jahr waren acht beantragt worden. „Und die brauchen wir auch“, sagt Breitenöder. Denn derzeit würden etwa die Schulbücherei und ein Gemeindezentrum vorübergehend als Klassenräume genutzt. Doch die Schulbücherei kann nur noch bis zu den Osterferien, das Gemeindezentrum bis zum Sommer genutzt werden. „Das sind vier Räume“, rechnet Breitenöder vor. Die könnten von den vier Containern aufgefangen werden. Doch damit sei die Platznot durch Mehrklassenbildung und Umstellung auf G9 an der Schule nicht behoben. Allein der Wegfall der derzeit genutzten externen Räume würde damit kompensiert. „Mit nur vier Containern gibt es dann immer noch keinen reibungslosen Schulablauf.“

Die Bildungsdezernentin kommt zum Dominikanerkloster und spricht mit den Demonstrant:innen. Sie habe kürzlich nach dem letzten Ortstermin in der Schule sofort die Bestellung für vier Container aufgegeben. „Doch dann habe ich gehört, dass acht gebraucht werden“, sagt Weber. „Das Problem ist: Wir müssen schauen, ob wir dafür Platz haben.“ Oder die Container doppelstöckig gestellt werden könnten. Es sei schon schwierig gewesen, Platz für vier Container zu finden. Aber wenn es möglich sei, die Container unterzubringen, dann „ändern wir die Bestellung und machen das natürlich“.

Weber verspricht auch, dass es im April noch einen Architektenwettbewerb für Sanierung und Anbau der Ziehenschule geben werde. Zu Beginn des nächsten Schuljahres „wissen wir, wie der Anbau aussehen wird“, sagt Weber. Denn es gehe schließlich darum, perspektivisch mehr Platz zu haben. Darüber freut sich Schulleiterin Christiane Rogler im anschließenden Ausschuss. „Dass der Architektenwettbewerb ins Rollen kommt, ist wichtig“, sagt sie. „Wir brauchen diese Perspektive.“

Schnell wird die Schule aber keine Container bekommen. Die Nachfrage sei hoch, sagt Weber. Durch die aktuelle Situation in der Ukraine müsse damit gerechnete werden, dass die Nachfrage nach Container noch steige, um Geflüchtete unterbringen zu können. Mit ein bis eineinhalb Jahren müsse man rechnen, bis die Container kommen, sagt Weber.

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